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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Der Arme Heinrich – digital

Hartmanns von Aue Der Arme Heinrich, entstanden gegen Ende des 12. Jahrhunderts, ist eine legendenhafte Erzählung von der wundersamen Heilung eines Aussatzkranken. Die kurze Geschichte (ca. 1500 Verse) ist in einigen Sammlungen erhalten, gehörte aber offenbar, im Unterschied zu seinen Artusromanen, nie zu Hartmanns bekannteren Werken.

Die handschriftliche Überlieferung weist trotz der relativ geringen Anzahl an Zeugnissen einen vergleichsweise hohen Grad an Textvarianz auf, mit zahlreichen Versumstellungen, Kürzungen, Ergänzungen und Änderungen.

Das Projekt der elektronischen Edition des Armen Heinrich will die Möglichkeiten des digitalen Mediums optimal nutzen und dadurch gerade diese Varianz vor Augen führen. Dabei sollen alle Zeugnisse bildlich erfasst und separat transkribiert werden. Per Mausklick kann man diese Transkriptionen schrittweise graphisch normalisieren. Eine Synopse ermöglicht den Vergleich der Fassungen oder den Abgleich mit der Handschrift. Es wird angesichts der Überlieferungslage nicht einen editorisch aufgearbeiteten Text geben, sondern zwei.

Die Edition verantworten Prof. Victor Millet und Gustavo Fernández Riva.