Adelung, Friedrich von  
Altdeutsche Gedichte in Rom: oder fortgesetzte Nachrichten von Heidelbergischen Handschriften in der Vatikanischen Bibliothek — Königsberg, 1799 [VD18 13935984]

Seite: 246
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Bl. 211.

5-

So sagt ditzs nachgeschriene Fiede von dem
Studenten zu Pareysz vnd de?- schönen Junk-
Jrawn daselbst wie ains durch das andere
staibe vonn grosser liebin wegen die
sie zu ain ander hetten.

So liszt man von mynnen dicke

Das myneklich plicke

Zway hertze Inn ain schliesz

Vnd sogar begiesze

Mitt liebes flut Das zway jnn'ain

Sich nachte hertter dann ains stain

Den man verwürcket jnn ain wandt

Von solicher red ist mir bekannt

Das wielandt ain bürgere

Zu parys gesessen were u. s. w.

Der Held des Gedichtes hat zur Ader
gelassen und geht zu seiner Geliebten;
im Mynnen geht ihm die Ader auf und
er blutet sich todt. Bey seinem Begräb-
nisse stirbt das Mädchen auf seinem
Grabe,
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