Adreßbuch über sämmtliche Bewohner der Stadt Heidelberg für das Jahr 1839 — Heidelberg, 1839

Seite: 66
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Fuhrmann Häberle von Ulm fährt nach Frankfurt a. M., trifft voW
Ulm Freitags, Vormittags 10 Uhr, hier ein, verweilt eine Stunde un^
kommt von Frankfurt wieder Freitags, Nachmittags 2—3 Uhr, hier am?
Einkehr im Pflug.
Schifffahrts-Gelegenheit.
Schiffer Seid von Eberbach fahrt mit Marktschiff nach Mannheim^
kommt von Eberbach Montags, Nachmittags gegen 2—3 Uhr, hier am
Krahneu an, verweilt daselbst ungefähr 2 Stunden und fährt nach Mann-
heim, kehrt von da zurück Mittwochs, Mittags 12 Uhr, verweilt un-
gefähr 2 Stunden am Krahneu und fährt nach Eberbach.

Heidelbergs Sehenswürdigkeiten.
Das Univcrfitätshaus, die Duinns ^ViUilUnUaria genannt,
fast mitten in der Stadt, mit dem großen und schonen, auch wegen
seiner Deckengemälde sehenswertheu, Hauptsaale, der sogenannten
'^ViUuckinstina, mit dem Versammlnngssaale der Gesellschaft für Natur-
wissenschaft und Heilkunde, den öffentlichen Lehrsälen n. s. w., von dem
Pfalzgrafen Kurfürsten Johann Wilhelm durch den Jesuiten Melchior-
Kirchner, IU-. und Professor der Theologie, einem geschickten Architekten,
vom Jahre 1712 bis 1715 erbaut.
Das Archiv der Universität mit den noch übrigen alten Uni-
versitätsdenkmälcrn, in dem eben bezcichneten Gebäude.
Das Museum, das Gesellschafts-Haus für gebildete Stände, dem
Universitätshause gegenüber, ein Werk ans der neuesten Zeit, Jahr 1823,
mit seinem schönen Tanz- und Musiksaase, und seinen übrigen zweck-
mäßigen baulichen und vortrefflichen gesellschaftlichen Einrichtungen.
Das Bibliotchckshans der Universität mit seiner den For-
derungen für eine selche Anstalt höckssrgemäsien Lage und baulichen Ein-
richtung und der merkwürdigen B ü ch erei , welche gegenwärtig über
120,000 Bände gedruckter Bücher, 1300 alte geschriebene Bücher, unter
denen sich 885 von der im Jahr 1623 in Heidelberg geraubten und nach
Rom verschenkten weltberühmten ZU!rIi,>U,o«m befinden, welche
die Universität in den Jahren 1815 und 18l6 wieder znrückerhalten hat,
ferner etwa 1000 Urkunden und mehr als 45,000 Hefte Dissertationen
umfaßt.
Das JrrenhanS mit der Landes-Jrreuanstalt, nächst dein Bib-
liothekshanse, ein weitläufiges und schönes Gebäude, einst für die Lehr-
nbnngsanstalt der Jesuiten, das sogenannte Karliselic Eonviet oder kleine
Seminar, von einem Vorsteher desselben, dem Vater Franz Günther,
um d. I. 1750 erbaut.
Die Peterskirche, in derselben Gegend der Stadt, die älteste
Pfarrkirche Heidelbergs, an der Stelle der ursprünglichen Kapelle zur
heit. Maria in der Wüste, von welcher um das Jahr 090 die Bewoh-
nung dieses Thalcs anfing, mit der alten Universitätskapellc und un-
zählbaren Grabesdenkmälcrn berühmter Männer und Frauen.
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