Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1858 und 1859. — Heidelberg, 1858

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dagegkn einznwenden. Soll die Leiche in das Ausland gebracht wcrderr:
e) Nachweis, daß dieselbe in daS AuSland zugelassen wcrdc.

(Ministerialerlaß vom 30. Dcz 1831, PerordnungSbl. 1832, No. 3.)

Leihhaus-Lrdnnng

für Heidelberg, genehmigt durch StaatSministerialentschließung vom 9.

Rovember 1853, R.-Bl. vom Jahr 1856, No. 3.

§ 12. DLe Lcihanftalt macht kein Darlehen daS weniger alS Einen
Guldcn betragt. sie darf auch iedeS DarlchenSgesuch über eine Summe
von mehr als 1000 fl. -urückweisen.

Z 13. Sie leiht mcht anf kürzere Zeit alS eincn Monat und nicht
auf längere Zeit alS 6 Monate.

§ 14. Der ZinSfuß ift aus lOProzent iährlich festgesetzt; für Dar»
lehen, wclche 100 ft. oder mehr bctragen, wird derselbe anf 6 Prozent
deftimmt. Schreibgebühr wird nicht entrichtct.

d 15. Bon den Psandern, die über die Verfaltzcit stehcn bkeiben,
werden die Zinlen biS zum Schluffe der Versteigcrunq derechnet, in wel-
cher solche veräußert werden; bei vieser Bercchnung find wcnigcr alS lä
Tage für einen halben, 15 Tage und mehr aber für eincn ganzen Mo-
nat anzurechnen.

t 16. AlS Pfänder werden angenommen: Jnländische StaatSvapiere
auf den Znhabcr lautend, Juwelen, cdle Mctallc, Mcffing. Kllpscr, Zinn,
Dlci, Eisen, sodann Sammt-, Sciden-, Wollen- und Leinenzcuge, Klci-
dungSstücke, Garn und überhaupt alte Gegcnstände, die nicht clncn ollzu»
wandelbaren PreiS haben, dem Berderbcn zu schr auSgescpt sind odcr
-ur Aufbewabrung einen allzugroßen Ranm erfordern.

tz 17. Namentlich wird kein Darlehcn gcmacht auf Wechsclbriefe,
Obligationen, Handschriften u. BesoldungSquittungen; sodann auf Spie-
gel-, Glas-und Perzellanwaaren, auf Gctrcide, Fluffigkcitcn und andcre
Holzwaarcn.

§ 18. Die Ablchätzung der Psändrr gcschiebt nach ihrcm wabren
Werthe, obne Bcrücksichtigung deS LiebhabtspreiseS; bci Gegcnftandcn
auS cdlen Metallen wird nur anf daS Gcwicht, nicht abcr auch auf die
Form Rücksicht genommen.

j 19. Auf inlandische StaatSpapicre wcrdcn drei Viertbcile dcS »c-
weiligen CourspreiseS, anf Znwelcn ein Drittheil, auf edle Mctalle drci
Diertheile, auf alle andercn Gegenstände hingegen die Hälste dcS abge-
schätztcn WertheS gegcbcn.

j 20. Die GeschaftSstunden sind bereitS im Adrcßbnch angegeben.

§ 21, 23. Für icdeS Untcrpsand wird ein von dcm Cafficr und Con-
trolcur unlcrzeichnctkr Pfandschein auSgestcllt, dcr nnr auf den Anhabcr
lautet und die Bemerkung entbalt, daß daS Piand noch vor dcr Verfall-
zeit, die rbenfallS angcgeben ift, zu löjcn odcr zn erncucrn fci. widrigcnS
dasselbe versteigert werde; endlich, daß nach llmflnß eincS IabreS vou
der Verfallzcit an,insofern vorher kcine Ernenernng gcfchchcn, daS Pfand,
wenn der AusruföprciS bei der Vcrücigcrung nicht gcbotcn wnrdc, odcr
drr ErlöS auS solchem, wenn dieser nicht erhoben wordcn warc, dcm Lcih-
dauSfond verfalle. Nnr gegcn Rückgabe deS PfandscheineS wird da-
Pfand oder dcr etwaige MchrerlöS auSgcwlgt.

j 23. 2st dem Pfandschcininbabcr ein Psandschein entwendct wordcn
oder verloren gegangen, so hat dcrsclbc der LcibhauSverwaltttnq schrift-
liche Anzeige davon zu machcn nnd zuglcich den rcchtmaßigcn Bcsio
den Bcrluft glaubhaft darzuthun. Dtc Bcrwaltung wird sodann dcm
Anzcigcr cinen Duplikatschcin ausstcllcn, dic <cinsprachc, tcn Namcn und
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