Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1858 und 1859. — Heidelberg, 1858

Seite: 148
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L'ohnort Les Erfteren auf dem Pfande vorwkrfcn Eines richtrrlichen
Sycrrbcfcbles bedark e? nicht.

Mcldct sich fpatcr ein Inhaber zur Aus'önmq deS Pfandeo, le hat
die Leihhansvcrwaltunq densclbcn von der erb 'wnen Eilissnache, nnd den,
w.lchcr dicse erboben bat, von der neucrlichc i Anmcldunq in Acnnrniö
zu icyen. Es blcibt dann beidcn Theilen übcrlaffcn, ihre Ansyrüche vor
G richt auszutraqcn.

Vird der Pfandschein vor Ablauf dcr Pcrfall;eit nicht vorgclegt. so
wird die Verstciqcrung dcS Pfandes vorgenemmcn, wobci Demjenigen,
der die Einsyrache erhobcn hat, uberlasscn blcibt, sich durch Erftcigerung
in dcn Besiy dcssclbcn zn schen. Dcr ctwaige Mebrcrlö> wird nach Ab«
lau der cLttläbrigen Verjabrnngsfrist l «i '26) dcm Inbaber des Duvlikat-
fchc ncs auögefolgt, wenn er sich innerhalb 6 Monaten vom Adlam' jencr
?rltt an darum mcldct.

8 26. Nach Umlauf eincs Iahres vom Tagc dcr Perfallzeit dcs
DaricbenS wird, wenn bis dabin das Pfand nichr crncurrt odcr dcr Er-
lös nicht gcfordcrt worden, der Psandschcin an und fur sich ungültig und
dao Pfand, wcnn der Ausrufsrrcis bei dcr Dcrsteigerung nicht gcdoktn,
odcr der MebrcrlöS, wcnn dicier nicht erhobcn wurdc, ist dem Lcibhaus-
fond beimgefallen, ohne daß es eincr Anfferdcrung des Schuldners edcr
cinco Amortisationsdekrcts bcdürstc.

Va> hicr von dcn Pfandfcheinen gcsagt jst. gilt auch fur die im
§ erwabntcn Dnylikatscbcine. jedocb mit dem ttntcrschiede, daß der
Tnyltk.uscbcin au- weitcrc 6 Monate gnltig ist. ltz -5, Abs. 3.)

2). Dem Schuldner stcbt frci, daö Pfand vor der Pcrfall-
zcrt auoznloscn oder zu erneucrn, lctztcrcs insofcrn cr die Zinsen entrich-
tct, und ks foll dies so lange und so oft geschcben kölinen, al* d ks Pfand
;nr Sicberung dcr Schuld für hinlanglich erachtet wird; in diesem kalle
w rd ihin gegcn Zurackgabe des ältcren ein ncuer Pfandschein zugestellt,
in wclchcm jekoä, von jencm Erwähnung geschehcn muß.

Auch uach dcr Pcrfallzcit. und so langc das Pfand nicht veräusicrt
ist, kann einc Erncucrung statrsiudcn.

3i. Jcdcr, dcm clwas cntwcudct wordcn, foll eine möglichst ge-
nanc Bcschrcibung dcr entwcndctcn Gcgcnstände in cincm schristliche»
Au 'ak c rcn Bcamtcn der Anstalt baldmöglichst zustcllen, welche, fallS
d.rilnchcn zum Pcrysandcn gcbracht wiirdcn, dcn Bcsivrr anzuhalten und
dcr 'koliZtibcberdc Auz.igc ;u macben babcn.

Selltc cin dcrartigcr gcnau und ktnntlich bcschriebener Gkgenftaild
dcmioch als Psand angenommcn und daranf gc ichcn wordcn sein, so ift
er dcm Eigcnthümcr uncntgeldlich znrückzttstcllcn und die Beamtrn werdrn
dcm Lcihh.'use für dcn Betrag drö gcmachtcn Darlcbens crsatzyilichtig.
Zn diesem Ende sind dic crbaltcncn Änzcigcn au'zulcwabren und in rin
bcsendcrcs Pormcrkbuch einzn.ragcn; dic Bcamtcn sind jcdoch für taS
Zlnntkhalteii sclchcr l^egcnstandc nur 6 Monate vcrantwortlich, wcnn
nicht vor dcrcn Umfln- dic AiircLge erveuert wordcn. Sollte eine solchc
Anzcigc aar nicht gemachi odcr vorsyatcl wcrdcn. so kann tcr Eigcntbu-
mc, daS Pfand nur gcgcn Vcrgntung dcs dargcliehcncn Bctrages und
dcr Zilnen zurückerhaltcn.

Die LeihhauSbeamten werden übrigcns von llnm indigen und voa
Pcr'oncn. die sie nach Veschasscnbcit dcr Umstande f ir verdächtig haltcn,
Uinc Pfandcr annebmen, irioscrn diestlbci, stcb nicht qenügend anSzu-
wcistn vcrmogcn Wcnn Psandcr von vcrdachtigcn Pcrsonen gcdracht
wcrdcn. w babcn die Lctbbausbeamten crftere bis nach beigcbrachtem nä«
-crcm Ai'-wci<e anzubaltcn. auch nach Lage der Umstände foglcich Anzeige
dei der Polircibehorve zu machen.
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