Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1858 und 1859. — Heidelberg, 1858

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öoten werkkn. Ebenso dürikn Fruchte oker Gescune, die nichr Kaufmanns
G»t sind, nicht auf den Markt gebracht werten.

4 Kein Kausliebhaber dars einen Anrern, der bcreits iu ttnterband.
lung mit eincm Verkaufer lst, darin ftörcn. Jeder darf ö Minutcn in
Unterhandlung blciben, eS ware denn, daß der Verkauser glcrch erklart,
nicht mit ihm handeln zu wollen.

5. Soglcich nach ter Am'ftellung hat der Vcrkauscr sciue ;u Markte
gebrachten ,;ruchte mit möglichft genauer Bezeichnung vou G.wicdt und
Gattung sowic unter Angabe seines NamenS und Vobnortcs d.m Markt-
gericht anzuzcigen. Diese Anzeigen wertcn uuter fortlaufcndcu Nummcrn
im Marktprotokollduch eingctragen. Sodann bezablt dcr Verkaufer das
Marktgelt von 2 kr. für das Maltcr und erhalt dafür eiue Quinung. kcn
sog. Abrenteschein, sowie auf besondcreS Verlangen eincn Frcis^cin,
aus deffen Borzeigen er bet m Leeren Nachhausefahren vom Pflastcrgclte
srei ift.

K Nach adgeschloffenem Kaufe hat der Berkaufer den Abrcntcschcin
dem Kaufrr eiuzuhändigen, waö für dcn Kaufer alS VcweiS tes Kaufcs gilt.

7. Drr Käufcr versüat ftch sotann nnt dcm Abrcntcschein vor das
Marktgericht, gibt unter Porzeigrn dcffclbcn seincn Äauf nach Matter»
zahl, Gattung und PreiS, sowie seincn Namcn und Wohnort au und cr-
hält, nachdeu» auch dieS im Marktprotokellbuchc unter ter in No. 5 bc«
merkten Nummer eingetragen ift, eine Wcisung an tcn Fruchtwäger, dcn
fog. Waagschcin, so und so viel Maltcr von der Frucht, tre im Proto-
kollc unter dcr und der Nummer eingetragcn sei, -u wägcn.

Das Marktgericht untcrfucht und entscheidet, wcnn beim Auslceren
der Frucht auf dcr Waage -wischen Käufer und Vcrkaufcr Strcit cnt-
steht, weil erfterer dic Frucht mit jener im Probesack, der alo Mustcr gilt
und deßhalb jewcilS zulcht auSgclcert werden soll, nicht üdereinftimincnd
findct. Er cnnen dic ftreitcndcn Theile ten AuSspruch nicht an, so wcrden
sie vor dcn zuftändigcu Richtcr gewicscn

Außerdcm zicht das Marktgcricht daS Marktgcld ein, licf^ es der
Stadtrcutci ab und übcrscndct nach Becndigung dcs Markics dcm Gr.

' Qbcramtc cinc Zusammcustcllung dcr Ccutncrzahl und dcs l?rlöses der
verkauftcn Fruchte, worauf dann dort bchufs Aufftellung der Brodtare
dcr Durchschnittspreis der Bredfrüchtc lcrechnct wird.

9- Dic Fruchtwäger habcn die ?lbwägttngen zn bcsorgcn gcgen
Bczug dcr Waaggcbuhr (s. No. l2, l»), daruber Notizbuch zu fubrcn nnd
dics dcin Fruchtmarktgcricht vorzulegcn. Bci Pcrkänfcn nach dcm Maße,
was noch bci Hafer gcschichl, diencn sie als Mittcrcr uud habcn daS
Mcstgcräthe auf ihre Kostcu zu stcllen. Mcßgcbühr ift nach 8 N o zu
entrichten

tO. DLe Sackträger haben gcgen die untcr No. l?, e, «l nnd f cr-
ivahntc Gcbühr die Fruchtc abzulacen, zur Waage zu bciugcn, wicdcr
rinzufaffen und aufzuladcn.

l t. Der Vagcrhausaufsehcr, wclchcr zuglcich Mchlwaagmcifter
ift und Caution lciftcn muß, hat fur dic iin Lagcrhausc cingcftcllte Frucht
4« haftcn und darubcr cin Tagcbnch zu führcn.

>2. An M arktgcbührctt sind vom Pcrkäuscr zu cntrichtcn:

». Rcntci- odcr Marktgcld fur daS Maltcr . . .2 kr.

8. Waaggcld fur dcn öcntncr.1 kr.

e. Abladcu und Anfftcllcn fur dcu Sack zu 200 Pfuud . 1 kr.

ck. Vcrbriugcn zur Waagc u Aufschuttcn d. Sack 200 Psd. t'/> kr-

e. Mcügcbtihr fur l Maltcr ^afcr w.2 kr.

Der Käufcr hat zu cntrichtcn:

f. Die Gcbulr für (5un'affcn uud Dicdcraufladcn dcr

Frucht, dcu Sack zu 200 Pfund, mit . . . 1 kr.
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