Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1858 und 1859. — Heidelberg, 1858

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Ziegclhauscn, dcr ftadtischc Erbbcftänder zu Rvhrbach, die Bcwvhncr dcs
Stifts Ncuburg, jedvch nur Lnsvfern sie alle ihre eigcnen Produkte zu
Markte bringen.

5. Oem Marktgelde unterliegen nrcht: Holz, das auf einen Lauer zum
Dcrkaufe geführt wird, und alle Marktgegenftände, die von hicsigen Ein-
wvhnern zu eigenem Gebrauche erkauft wordcn sind, wenn dies durch
burgcrmeifteramtlichcö Zcugniß desKaufortes voer durch Berftcigerungs-
zeugniß beschcinigt wird. DaS Zeugniß muß die Waare begleitcn, auf
spatcr nachgcbrachteS Zcugniß kann keine Rücksicht gcnvmmcn werden.
Befreit sind abcr kcinesfallö jene Gegenstände, die in der Stadt selbst
auf Licferung gekanft wcrdcn.

6 DaS Etanb. vder Pladgeld wird berechnet, je nachdem der Stand
oder die Bude ganze oder halbe Bordlange hat, zu 40 oder 20 kr., weun
es abcr ein kleincr Sta-d oder Tisch ist, je nach der Größe >2—16 kr.
Budcn, worin etwas zur Schau ausgestellt wird, zahlen nach Bcrhaltniß
der Größe von 40 kr. biS 1 fl. 30 kr., und zwar täglich; ambulirendc
SchenSwürdiakeiten täglich 12 kr. Tegenstände auf Gcrüstcn nach Per-
haltniß des Platzes. Zur Befestigung im Voden wegen deS Pflastcrs
dcdarf cs Erlaubniß der städtischen Behörde.

7. Dicses Standgeld baben auch die Heidelbergcr Handelsleute zu
zahlcn, wenn sie auf der Messe vvn der Stadt eine Bude miethen. Ha-
ben sie eigenthümliche Buden, so -ahlen sie gleichwohl Platzgeld, von ei-
ner grvßen Bude 1 fl. 30 kr., von einer kleinen 1 fl., einem Stande
30 kr., eincm halben Stande 15 kr. und einem Tische 6 kr.

8 Crbvbcn wird daS Marktgeld von dem Pächter desselben, dcr -u-
glcich Marktmeistcr und alS solcher auch vcrpflichtrt ist, auf Bcobachtung
allcr pvlizcilichen Dvrschriften zu wachen. Ueberforderungen von Seitcn
deS Pachtcrs vder scincr Lcute werden mit dem zehnfachcn Betrage zu
Gunstcn der Stadtrente bestraft. Pächter Lst z. Z. Friedrich Edel.

9. Anzcigen wegcn Umgehung deS Marktgcldes, sowie wegen Will-
kürlichkeitcn deS Marllmciücrs in Anweisung des PlapcS, werden bei
drm Bürgcrmcisterarutc, allc anderen vvr dcr Polizcibebvrde verbandclt-

10. Die Strafe der Dcfraudation des MarktgeldeS bcstcbt iu dvppel-
ter Crlcgung dessclbcn zu Gunsten der Stadt und 15 kr. Anzeigegebuhr.

(Pgl. Jvurnal vom 2. Aug. 1844, No. 211.)

Mttzgerordnnng voin 22. Noveniber 185t».

, .1 Allgemcine Vorschriften, wclche daS Schlachtcn von Vieh und den
' Fleischvcrkauf betrcffen.

§ 1- Zu eigcnem Gcbrauche im Hause Vieh zu schlachten, steht Ze-
dcrmann frei.

§ 2. Dagcgcn ist daS Schlachten vvn Dich in dcr Absicht, eS zum
Verkaufc auSzubaucn, iu dcr Ztcgcl nur den Mcpgermeistcrn gcstattct.

- § 3. AuSnahmöweise ist eS auch den Eigcnthümern, die nicht Meh-

ger sind, geftattet, ihr verunglückteS oder erkranktcS Dieh zu schlachten
und zwar um die Tarc, falls kaS Fleisch vollkommen gesund und krästig
ist, nnter der Tare aber, wenn daS Fleisch diese Beschanenheit nicht hat.
Man vcrgleichc darüber und über die dazu nöthige Erlaubniß den 8 l7
der Diknffweisnng iur den Fleischbeschancr, sowie Erlaß deS Gr. M'ini*
steriumS dcS Znnern vom 4. August 1>18, Abs. 2, abgedruckt im Derord-
nungSblatl des N.-Nh. vvm Jahr 1845.

§ 4 Heimlichcs vder eigenmächtigeS Schlachtcn und Aushauen vvn
krankem Picd ist bci fcvwcrer Strafe verbotcn. (Dgl. den erwähnten
Mimftcrialkrlasi, Absah 2.)
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