Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1858 und 1859. — Heidelberg, 1858

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8 15. Sie dürfen kein Fleisch warm auöhauen, müssen allc- qe«
schlachtete Vicd gehörig verbluten lassen und dürfen kein Bieh fchlachten,
bevor es hinreichend geruht hat. Die Schweine müssen durch einen Her;«
ftich und einen zuvor erhaltenen kraftigen Schlag auf dcn hinteren Theil
dcS Kopfeö geschlachtet (f. PerordnungSbl. für den U.-Rh. vom Jahre
1852, No 25, S. W) und Kalber dürfen bei 3 ft. Strafe nicht qebetzt
wcrden (Miniftcrium d. Z. vom 3. Juni 1825, No 5833). Iede Tbier-
qualcrci ift bei namhafter Geld- oder Gefanqnißstrafe verboten (Minift.
d. I. vom 26. Juli 1851, No. 8740, BcrordnungSbl. sür den U NH. vom
Iadr 18)1, No. 24). Das groKe Schlachtvieh muß bei iedem Trans-
porte sorgfältig gefubrt und verwahrt wcrden

§ 16 Dic Metzqer sollcn keine Kalbcr schlachten, die nirbt wenig-
ftcns 14 Tage alt sind (Minifterium d. vom 16. Iuli 1852, No. 10271,
im Bcrordnungöbl. fur den U.-Rh. No. 16, S. 59). Da dielem Verbotc
öfters zuwidergehandelt wird, so hat der Fleischbeschauer und die Poli-
zeibcdienstcten in den Mcyigcn ofters nachzusehen und die Metzzer, wclche
jüngcre Kälbcr schlachten, behufs der Bestrafung ;ur Anzeiqe zu brinqen.

8 17. Ferner sollen die Mctzgcr sich genau an die polizeilich festge-
setztc Flcischtare halten und wlche nebn ihrcn Bor- und Znnamen jeweilö
außerhalb der Metzig auf cincr Taf»l lcsbar angcschlagcn haben DaS
Fleisch eines Farren hat immcr die Tare des Rind- und KuhflcifcheS.

§ 18. Ochsenmetzger dürfcn kein Schmalffeifch halten oder Lm HauS
baben, wobl aber Swmalmctzger Ochsensteisch, dieS zcdoch nur zu der
Tare dcS SchmalflcischeS auShauen.

8 19 Ohnc Bestellung darf kein Fleisch in den Häusern herumge-
tcagcn unv angebotcn (bauürt) oder frcmde Fleischnicderlagen in hiesigcn
Häusern gebaltcu werden (s. oberamtliche Verfügung vom 26. Dezember
183). Ro. 34360)

§ 20. DaS Einbringcn von auSwärtS geschlachtetem Fteifche Lst -war
gcstattct, icdoch nnr unter der BorauSsetzung, 1. daß dasselbe von einem
bcglaubigteu Bestelldrief und 2. ciuem von dem Fleischdeschaner deS
OrtcS auSgeftclltcn Gesundheitsscheine beglcitct, 3. vor dcr Ablic-
fcrung dem Flcischbeschaucr dahicr vorgezcigt und von dicscm durch AuS-
ftcllung cincS ZcugnisscS fur gut befttndcn wordcn ist. Die demsclben
bicüjr ;u zableudc Gebubr siche in 8 7 der Dicnstauweisuug für dcn
Flcischdcschattcr. Der Mangel cincS oder beider Scheiue wird mit Vcg-
nahmc des Fleisches und Geldstrase vou 3—5 fl., jener eineS gehörigen
BestcllbrikskS. auch wcnn daS Flei'ch wirklich bestellt war, außcr Weg-
nahme drS FleischeS mit 1 fl. 30 kr. bestraft. Außerdem verlaugt 4. die
Stkttcrbebörde, wenn daS Flcisch über 2t) Pfund wiegt, und vou Ochscn,
Farrcn, Rindcrn oder Kühen herruhrt, cinen deim Accisor dcS Schlacbt-
ortcS gclöStcn TranSportschein, welchcr binnen 24 Stundcu nach dcr
Ankunft deS FleischeS dahicr dem hiesigcn Steucrerhebcr vorgc;eigt wer-
dcn muß AllcS consiscirtc Flcisch wird dcr Armencomniission ubcrant-
worlct; ist eS ungenicßbar, vcrlocht.

^ 21. Dem Poli;ci-, sowie dcm StcucraufsichtSpcrsonal nnd dem
Flci^chbkschauer haben die Metzger mit dem schuldigen ?lnftand und mit
Rubc ;u bcgegnen, AuSkunft zu ertheilen und sich ieder 0)robheit,Widcr-
setzlichkcit oder gar Mißbandlung bci ftrengftcr pelizeilicher und rrimi-
ncller Bestrafung zu enthaltcn. DaS AufstchtSperlonal ift schon durch
fcinc Dienftpflicht zu anftändigem Btncbtt?cn anqewicscn.

§ 22. Ucbcrtrctunqc' dicscr VorschriO, soweit ftc nicht mit beige-
fngter bcstimmter Straic bcdroht ftnd, werdcn mit Geldftrasen von 30
Kreuzern bio zu 5 fl. geahndcl.
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