Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1858 und 1859. — Heidelberg, 1858

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Polizristnnde.

1. DaS Hermnzithcn in Gcsellschaft in den Straßen nach der Poli-
zeistvnde (ll Uhr NachtS) ist verboten und mit 1 fl. zu brstrasen.

2. Nachtfchwärmcr, welche die Nachtrnde stören, stnd zu verhaften
und daS erfte und zweite Mal mit 24stündigern Gcfängniß zu bestrafcn;
dei'm dritten Male innerhalb eineS JahreS unterliegen ste ciner Geiang-
nißftrafe biS zu 8 Tagcn, vorbehaltlich der weiteren Strafe wegen eines
sonst noch dabci begangenen BergchenS.

3. Urbcrfitzer stnd mit 1 fl. zu beftrafen, vorbehaltlich weitcrer Strafe
wegen fonstigen von ihnen begangenen UnfugeS.

4. Wirthe, die Uebersttzer dulden, werden mit 5 fl. beftraft. Per-
heimlichen ste die Gäste, fo wird die Geldftrafe verdoppelt. Wird ein
Virth deßwegen viermal in einem Zahre beftraft, fo kanu im fünften
Falle das Derfahrcn auf Entziehung der WinhschaftS-Conccffion gegen
Lhn eingeleitet werden.

L. Die Angaben eine- verpflichteten PolizeidienerS haben vollc Be-
weiSkraft.

(Dgl Derordnung vom 8. Juli 1836, R.-B1. No. 37.)

Pulvrr.

1. Zum pandel mit Pulver ift besondere amtliche Erlaubniß nöthig.
Dicse Erlaubniß dabcn Kaufmann Gröffcr und Hippler.

2. Der Pulvcrvorrath darf nur außerhalb der Stadt Ln einem vom
Oberamte qenehmigtcn Locale aufbewahrt und Lm Hause deS Pulvcr-
bändlerS bei Strafe von wenigstenS 5 ReichStbalern mehr nicht als vier
Piund, und zwar uur auf dem Speicher unter Berschluß gehalten wcrdcn.

3. Nur bei Tage darfPulver verkauft und dabei dürfen nur hölzcrne
oder hornene Gcfäße gebraucht werden. (Verordnung vom 20. Mai
1VI6, RegicrungSbl. No. 16.)

4. Uebcr den TranSport deS PulvcrS ist die Verorduung voin 6.
Novcmber 1840, R.-Bl. No. 37, maßgcbeud. Sie handclt auch vom
TranSport der Gifte.

L. Wer nicht zum Pulverhandel berechtigt ist und mehr alS 2 Psund
Pulvcr im Hause hat, wird in einr Strase von 15 fl. verfällt.

(Dgl. Berordnung von 18l6).

TaS Schloß mid drr Tarif siir drssen SrhkuSwürdigktitcn.

1. Zur Beaufstchtignng de- SchloffeS uud SchloßgartcnS, welche
StaatSgut stnd, ist cin Eastellan ausgcftcllt, dcr allcin bcrcchtigt und ver-
pfllchtct ist, lämmtliche SehenSwürdigkcitcn und vcrschloffcue Raumc a» f
Derlangen vorzuzcigen oder vorzeigen z.» laffcn. (Die ^ohndicner, welche
mit den Fremden hinauf kommen, haben stch wadrcnd diescr Zcit in dem
sür stc bcstimmten Wartlocale auszuhaltcn. RcgierungScrlaß vom 8. Fcd.
,833, Ro. 3017.)

2. Für die durch daS Dorzcigen veranlaßte Bcmühung ist dcr Ea-
ftellan dcfugt, folgcnde Gebübren in Ant'orderung zu bringcu:

Bei Dorzeigung aller SehcnSwürdigkciteu eiuschlicßlich deS großen
FasseS:

für eine Person, die allein geführt zu werdcn vcrlangt . 24 kr.
für 2 Pcrsonen, dic glcichzcitig gcfubrt wcrdcn, zusammen 36 kr.
bri 3 und mehr Pcrsoncn, die glcichzciüg gefübrt werden,
sür eine Pcrson.. . . 12 kr.

' Dei Vorzcignng dcS großcn FaffeS allein:

fnr cine Pcrson, dcr daffclbc allcin vorgezeigt wird . 3 kr.
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