Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1858 und 1859. — Heidelberg, 1858

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dtr Trödler i-reö Bczirkes fuhren, diefclben gehörig zu beaufsichtigen
und wenigstens einmal im Zahre die Waaren dersetben und daS von u».
nen zn fuhrcnde Bcrzeichnist zu untersuchen.

(Verordnug der Gr. KreiSregierung v. 10 -lng. 185^, PerordirnngS-
blatt No. l4. Perordnung v. 6 März l654, Perordnungöbl. Po. 8.)

Die dcrmal'en dahicr cottcenionlrten Trödler und Trövlerinnen beißen:
Callmann Bamberger. Lebrccht Bamberger, Iakob Belag, Elimbctba Ci«
genbeer Wtw, Schncidcr Zohann Wiihelm Frieö, Margaretha Kiescr,
Samuel Kahn, Tarator Og. Kohler, Gerson LaziruS, Zok. Opvenheimer.
Talomon Oppenheimer Wtw., LazaruS Riechheimer, Nagelschmied Friec-
rich Schnüdt, Franz Schmidt, Schneidcr Ludwig Schmidt, Schubmacher
Peter Schnorr, Schncidcr Wetzel, die Wittwe deS Unterpedellen Häusler.

Wirthschaftrn.

l. Ohne StaatScrlaubniß darf Niemand Wirthschaft treiben, er sei
Eigenthümcr oder Pachter beS Lokales.

S. Kein Wirth darf die Befugniffe seineS Wirthschaft-rechteS über»
schreiten.

3. Die Wirt-e müffen ffch geaichter Gefaße bedienen.

4. Sie bürfen in ihrem pause keinerlei ttnffttlichkeiten dulden und
habcn alle polizeilichkn Borschrittcn ftrcng einznhalten.

5. Dcn Sonntagsschul. und Cbristcnlcbrpstichtigen ift der Besuch der
WirtbShauser nnd Tanzbodcn verboten und Wirthe, welche solche in ih-
ren Localen dnlden, ffnd zu bcstrafen und ist in DiederholungSsallcn nach
der höchste , Berordn. v. 4. April 1851, R.-Bl. No. 25, gegen ffe ein-
zuschreiten. (RegicrungSerlaß vom 9. Januar lSLr.)

6. DaS Kostgeben im Hause und über die Straße an ftändige Koft-
nehmer ift nach Erlaß deS Gr. StaatSministeriumS vom 20. Sept. 1818,
No. 2229. auch folchen Lenten geftattct, dic nicht Wirthe ffnd, von sol
chen dürfen aber Getränke über die Straße gar nicht verabfolgt werden.
wob! aber im Hause zum Mittag- und Nachteffen, sowie felbft zum Por^
mittags- und )lbcndbrode, wenn dic ständigrn Koftnehmer auch im ^ause
dcr Koftgcbcr wohucn.

Aahltlllottttie.

l) DaS Spielen in auSwäitigen Zahlentotterien ist verbo-
ten. 2) Ucbertreter dieseS VerbotcS wcrten i;n crstcn Falle mit eincr
Geldstrafe bis zu acht Gutdcn oecr einer Gefangnißstrase dis zu acht
Tagen nnd in Wiederholungssallcii mit einer Gcldstrafe von 11 bis
28 Gulden oder einrr Gtfangnißstrafe von ll bis 26 Tagen dclegt
3) Gehilfen nnd Begünstiger tcS SvielenS. sowie Btsiper von Lotteric-
zettcln untcrliegkn der gleichcn Strafc. 4) Der Anzkiger crhalt alS An«
zkigegibühr dic Hälfte der Geldstrafe, und wcnn blos Gefangnißstrask
trkannt wird, odcr wenn bci BcrmögenSloffgkcit dcS Bcklagtcn dieGclt'
ffrafe nicht bcibringlich ist, 5 fl a«S dcr AmtSkaffe. L) Bei Umwandlmig
der Geld- in Gcsangnißftrafe wcrden 24 Stnndcn der tctzteren tür einen
Gulden gcrechnet. Gegcn Sotche, welche wegen SpielenS m auSwarti'
gen Zablcnlotterien wiederbolt brstraft wcrden und auf eine nach ibren
BermögenSverhältniffen verderbliche Weise spielen, ift iu dcm Straser-
kenntniffc zugleich auszusprechen, daß daffelbe an der Gemeindetaiel am
zm'chlagen odcr in dem Localblatte zu verkünden sei. 7) UebriaenS ist
gegcn dicselben geeignetcnfaUS anf den Grund deS 8 30 deS GesetzcS
vom 4. Zmn 1806, die Grundverfaffung dcr verschiedenen Stande detr.,
daS dort vorgcschriebeue Verfahren einzulciten.

(Ministcrialverordnung vem S. Mai 18LL.)
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