Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1860 und 1861. — Heidelberg, 1860

Seite: 130a
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Veror-nnttgerr

sür Hcidelberg giltig, theils volljtiindig, theils im IvSMge.
AntilMrc

dürfen Bücher von Schülern der unteren und mittleren Schnlen nur
dunn ankoufen, wenn die Eltern oder Bormünder derselben ennveder
miindlich in Person oder schriftlich die Erlauluüß zum Verkaufe errbeilt
haden. Ucber die Aechtheit der Crlaubnißscheine haben die Antiquare sich
zu verlaffigen.

(Minifferialverordnung vom 30. Juni l852, No. 934l).

Bäcket--Ordililllg.

1. Der polizeilichen Beffimnnmg unterliegl der Preis des Schwarz--
brodes erffer Sone in laugen daiben von je 4 oder^ 2 T, des Schwarz»
brodes zweiter Sorte in runden Laiben von je 3 u>, und das Gewicht
der Wafferwecke zn l kr. das Stnck-

2. Die ubrigen Brovwrten bleiben der freien Concurrenz der Backer
übcrlaffen, und iff anch mit den Milchbroden, als einem Lnrnsartikel,
der Beriüch gemacht, dcren Gewichtsbeffiinmung jeweils den Backern
selbst anheim zu geben, an welche sie sich aber dann während der Tar--
periode balien niuffen.

3. Die Tare wird alle 14 Tage feffgeserzt und verkündet. In der
Negel werdeu ibr die Durchschnittspreise von Kerncn und Spelz der
bciden leüten Heidelberger Fruchtmärkte zu Grunde gelegt, sowie auch
die Mehlpreise berncksichtigt werden. Fnr Backkosten und Gewerbsgewinn
iff dabei em ffändiger Zuschlag angenommeu.

4. Dcr Stahl deo Schwarzbrodes erfter Sorte befteht aus Vz Dunst-,
^chret- und '/-> Kerninehl; jener des iLchwarzbrodes zweiter Sorte

aus Schrot- nnd V-, klernmehl, gleichkommend etwa dem Militär-
Eommisbrod.

5. Nnr ftahlmäßige, vollwichtige, wohl ausgebackene und in jedcr
piuffcht gute nud gesunde Waarc dars verkanft werden. Die Backer
mnffeu solche um die festgeüßte Tare regclmäßig und in einer Mcnge
liefern, wie ffe dem Bedarf des Publikums genügt.

0. Lluch bar lerer Bäcker vor seinem Laden eiu Täfelchen auszu-
bäugen, aus welckem der Preis dcs Kuudcnbrodes, sowie das Gewicbt
der weiffen Backwaare erseben wcrden kann.

7. Zu Ansang eines icden Zahres haben dic Bäckermeifter zu erklä-
re», roer von ihueu auch Schwarzbrod zweiier Sorte backen will- Wer
fich hierzu bereil erklärt hat, hat alleiu das Oiecht, im Lause dcs Zahres
diese Sorte ;u backen, muß aber auch ftets einc dem jeweiligen Bedarie
gcuugende Menge davon liefern.

^i. Die Backwaaren werden hauffg der Visitation unterworfeu und
schlechre oder leichte Waare confiScirt, nach Umständen wird noch dazu
geftrast. Die Probeverwieguugen der Weiüwaare haben jeweils Mvr-
geus sriihe zu gebchehen, bevor noch die größlen Stücke ausgesucht sind,
uud zwar icweils 4 Stuck zusammen-

Wegeu Gewichtsmaugel soll nur dann Strase eintreten, wenn fich
bkim Abwägen ganzer Partbien ein Gewichtsmangel zeigt, weßbalb in
eme Anzeigc jedesmal das Gcwicht sämmtlicher vorgefundenen Stückc der
gleichen Dualitat auszunehmen lst, um beurtheilen zu können, ob dcr Gc-
ivichtsmangel einzelner Stücke etwa uur daher rührt, daß fie sehr ftark
ausgebackcn ffnd. Bei unvollkommcn ausgebackenem Brode iff abcr tcr
Gcwichtomangcl unnachffchtlich zu beffrascn.

«Ncgierungs-Erlaffc v. 24. Marz, -1. April u. 23. Dktobcr 1857.)
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