Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1860 und 1861. — Heidelberg, 1860

Seite: 152
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N»r daS Abladen »nd Aufstkllen drr Frncht kann von den riqkkikll
Dienstleuten des BrrkäuferS besorgt werden, atle anderen vorkonnneiiden
Gefchäfte dürfen nnr von den Sackträgern allein vorgenominen werdeu.

Il Speisemarkt, Heu- und Strohmarkt, Holzmarkt.

1 Feiertage ausgeiionimen, wird der Speiseinarkt leden Tag abge-
haltcn, und ;war Montag, Mittwoch, Donnerstag nnd Samstag vor dein
Rathhause, Dienst.ig nnd Freit.ig in der Acarcmiestraße, ledesmal von
Tagesanbruch an brs l i Uhr Vormittags.

2. Der dcm Dienstags- und Samstagömarkt vorangehende Slbcud-
markt findet Montags in der Academiestraße »nd Freitags vor dem
Rathhause ftatt, und zwar von 3 Uhr Nachmittags bis zur Dämmerungs-
zeit.

g. Obst darf amZwn Marktplätzen den ganzen Tag feilgehalten wer-
den, an Sonn- und Feiertagen aber, die höchsten Festtagk ausgenommen,
erst nach beendigtem Vor- und Nachmittagsgottesdienste

4. Der Marktmcister weiset den Verkäufern die Plätze an. Die Po-
lizeidiener sorgen für Aufrechthaltung dcr Oidnniig. Zaukcn, «chimpfen,
Fluchen und Schlagen ist bei Geld- oder Gefänguißftrafe verboten.

5. Bon den ;u Markt gcbrachtcu Gcgciistaiideu ist das gcorr-nete
Marktgeld ;u entrichteii. <Vgl. den Act. libcr Markt- und Standgeld.3

6- Bci Sirafe und Hinweguahmc darf keine unreine, gefalschte odcr
der Gesunvbeii nachtbcilige Waare auf den Markt gebracht werdeu. Zn
leichte Buttcr wird dem Waisenhause zugewiescn und eer Feilbieter außer-
dem geftratt. Fehlerhaftes Gcwicht wird bestraft uud weggenommcu.

7. Wer vor nmlaufcner Marktzeit fcine Waaren auf deu Straßen
oder in den Hänseru feilbietet, wird bestraft.

8. Alles Hausl'ren überbaupt ift uutersagt und können Ausnahmen nur
mit besoudercr oberamtlicher Erlaubniß ftattfiudeu.

9. Dcr Borkauf, v. h. Aufkauf von Vietualien vor 10 Uhr durch
Fremde odcr Händler und Höckler ist^lni Strase verboten.

10. Höckler und Unterhäudler muffeu oberamtliche Erlaubniß haben.
Dici'e kann nur denen ertheilt werden, die hier heimathsberechtigt su:d,
ladellosen Leumund nnd nicht so viel Vermögen baben, um fi'ch auf an-
derc Art ernährcn zu können. Wer denuoch dics Geschäft betreibt, unter.
licgt ciner Strafe von 5 fl.

11. Uebertretungen der Marktordnuug werdcn von der Polizeibehörde
dcs Oderamts bestraft.

12. Der Heu- und Strobmarkt befinvet sich an Markttagen auf
dem am Enve der Unterstraßc zwischen Groß- und Ltleinmandelgasse gc-
legenen freien Platze,

der Holzmarkt von auf Wagen eiugcfubrtem Holze auf dem Lud-
wigsplatze, für Neiffig imd Taunenrapsen bei der Umversüätsblbliothek.
Oas Umherfahren mit Hol; in den Straßen behuss des VerkaufeS ist bei
3 fl. Strafe vcrboten.

(Marktordnuug vom 14. Februar 1807.)

lll. Dcr Viebmarkt

wird icdeu Moutag, oder wenn dies cin Feiertag einer der chriftlicheii
Eonfeffionstbeile ift, den darauf folgenden Tag auf vem freien Platze vor
dcn sog Bögen am Neckar abgebalten.

2 Bom l. October bis I. Mar; darf er bci Strafvermeiden nicht
vor 7 Uhr, während der Sommeriuonnte nicht vor 6 Uhr eröffuet werden.

3. Das zum Verkaufe gebrachte Bieh muß reiheniveise nach ver Zeit
dcr Ankunft seiner Vcrkäufer von dcu Bögen gegen die Stadt her aufge-
stellt werven.
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