Einwohner=Verzeichniß der Stadt Heidelberg nebst Angabe ihrer Wohnungen und Gewerbe in alphabetischer Ordnung für 1860 und 1861. — Heidelberg, 1860

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Zieqelhausen, der stadtische Erdbcständer zu Rohrbach, die Bewohner deö
Stistb Nenburg, jedoch nur insofern si'e alle rhre cigenen Produkte zu
Markte bringen.

5. Dein Marktgelde unterlicgen nrcht: Holz, das auf einen Laucr zum
Pcrkaufe geführt wird, und alle Marktgegenstänee, die von hiesigen Cin-
wohnern zu eigenem Gebrauche erkauft wordcn sl'nd, wenn dies durch
burgerineisteraintliches Zeugniß des Kaufortes ooer durch Bersteigerungs-
zeugniß bcscheinigt wird. Das Zeugniß mnß die Waare begleitcn, auf
»'oatcr nachgcbrachtes Zeugniß kann keine Rüäsichl genonunen ivciden.
Pcfreit sind aber keincsfaÜS jene Gegenständc, die in der S^-dt selbst
aui Lieferiing gekauft wcrden.

6 Das Stand-odcr Platzgeld wird berechnet, je nachdem dcr Stand
odcr die Bnde gauze odcr balbe Bordlange hat, zu 40 ooer 20 kr., wcnn
es abcr ein kleiner Sta o oder Tisch ist, je nach der Große 12- !Ü kr.
Bnden, worin etwas zur Schan ausgestellt wird, zahlen nach Berbaltniß
dcr Größe von 40 kr. bis l fl. 30 kr., und zwar tagiich; ambnlirende
Sebenswürdigkeiten täglich 12 kr. Gcgenstande auf Gcrüsten nach Per-
haltuiß des Platzes. Zur Befestignng im Boden wegcn des Pflasters
bcdarf es Erlaubniß der städtii'chkn Bebörde.

7. Dieses Standgeld baben anch die Heidclberger Handclslcute ;u
zahlcn, wenn si'e auf der Mesie von dcr Stadk cine Budc miethen. Ha-
be» sic kigentbümliche Buden, so zahlen sie gleichwobl Platzgcld, von ei«
ner großcn Bnde 1 fl. 30 kr., von einer klcinen l fl-, einem Stande
30 kr., einem balben Stande 15 kr. und einem Tische 6 kr.

8 Erboben wird das Marktgeld von dem Pächter desselben, der zu-
gleich Marktmeister und als solcher auch verpflichict ist, auf Beobachtung
aller polizeilichen Vorschriften zn wachen. Ucberforderungen von Scitcn
deS Pachters oder »'einer Leute werden mit dem zebnfachcn Betragc zu
Gunsten der Stadtrente bestraft. Pächter ist z. Z. Friedrich Edcl.

9. Anzeigen wegen Urngehung des Marktgeldes, wwie wcgen Will-
kürlichkeiten des Marktnnistcrs in Anweisung des Platzes, werecn bci
drm Bürgermeisteramtc, alle anderen vor dcr Polizcibebörde verhandelt-

10. Die Skrafe der Dcsrandation des Marktgeldes bcstebt in doppel-
ter Erlegung desselben zu Gunsten der Stadt und 15 kr. Anzcigegebuhr.

(Pgl. Journal vom 2. Aug. 1844, No. 2l l.)

Mttzgerordmmg vom 22. November

I Allgemeine Vorschriften, wclche das Scblachten von Vieh und den
Flenchverkauf betreffen.

tz l. Zu eigenem Gebrauche im Hause Vieh zn schlachten, stcht Je-
dcrmann frei.

^ 2. Dagegen ist das Schlachten von Pich in der Absi'cht, es znm
Berkaufe auszuhaiien, in der Regel nur den Metzgermeistcrn gcstattcr.

h 3. Ausnahmsweise ist es auch den Eigenthümern, die »icht Mctz-
ger sind, gestattet, ihr verunglücktes oder erkranktcs Bieh zu schlachten
und zwar um die Tare, falls das Fl'isch vollkonimen gesund nnd kräftig
ift, unter der Tare aber, wenn das Fleisch diese Beschaffenheit nicht hat.
Man vergleiche darüber und über die dazu nöthige Erlaubniß den tz 17
der Dienstweisung für den Fleischbeschauer, fowie Erlaß des Gr. Mini-
steriums des Jnnern vom 4. August U>18, Abs. 2, abgedruckt im Verord-
mrngsdlatl des U -Rh. vom Jahr 1845.

§ 4 Heimliches oder eigenmächtiges Schlachten und Aushauen von
krankem Pieh ist dei schwerer Strafe verboten. (Vgl. den erwahnten
WmistrriaLerlaß, Absatz 2.)
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