Heidelberger Adreß-Kalender für das Jahr 1868 — Heidelberg, 1868

Seite: XXI
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1868/0026
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
XXI

nller Kirchen in der Stadt verschonen. Derselbe antwortete
uns mit der größten Trauer: ('inye?: vous, qus sn-onn«
p!ai.8ir ä oeia, /en 8ui8 tiien mui ri? Wir machteil nochmals
Jilstanz, worauf er Lefahl, wir sollten uns retirieren",

„Jnzwischen hielten sie wiederum hin und her einige Tour
und kamen hernach der Oberst Lalande, Herr Roirville
und der Cornmissarius gegen das Haus des Herrn Baron vorr
Steirr allein geritten. Jch rräherte mich denselben und wieder-
holte obige Bitte, worauf sie antworteten, man solle sich nicht
fürchten, derrn es sey schon Ordre gegeben, daß dergleichen
Gebärren kein Leid geschehen dürfe; wie rnan denn arrch alle
Weiber und Kinder dahin oder in das steinische Haus verweisen
könnte, und wann Jernand dieser Ordre zuwider handle, so
möge rnan sich nur alsbald arr sie addressieren".

„Unterdessen karn einer der Grenadierer mit einern gestoh-
lerren Pfert, so eiu Bauer in das Klosier salviert, das Kal-
tenthal heran, auf welchem die drei Ofsiciere wilden Sporn-
streichs zuritten und uuter dem Rufe: voleur. au volour!

mit Prügeln anf ihn zuschlugen uud ihm dos Pfert aus der Hand
risfen. Der Kerl aber verstund es unrecht und schlug feine
Fliirte gegen den Commissarins an, weshalb er so erbärm-
lich tractiert wurde, daß ich meinte, er sey des Todes, da von
dern Comrnissarius ein Schuß auf ihn geschah. Hierauf rührte
man die Trommel und befahl den Crenadierern, das Kalten-
thal zu quittieren, wobey die Ofsiciere auf und ab ritten, um
jeglicher Jnsolenz zu sieuern".

„Als sich hernach Alles auf dern Markt versammelte, rvo
das Rathhaus in Braud gesteckt rvorden, kam des Melac's
Bruder vor Herrn Darassi Haus und rief mir zu, ich solle
die Leute ansrischen, daß sie im Rathhaus und aller Orten
löschen möchten, denn es wäre nun erlaubt".

„Jch ließ daran nichts ermangeln und gieng rnit allen
denen, so ich unterwegs antraf, auf die Brandstätte. Man
continuierte eine Zeit laug ruit Wassereinschütten; endlich aber
war Jedermann genöthigt, sich von dannen zu retirieren, und
eine kleine Weile hernach schlug die helle Flarnme zur großen
Nathhausstube heraus. Bald siel der ganze Giebel des Hanses
auf den Marktplatz herab, worauf sich die Neiterei zum Mit-
telthor hinaus machte".

„Ciner der Officiere war so ehrlich, daß er rnir und viel
anderen Leuten geralhen, wir follten in unseren Häusern an
loading ...