Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1884 — Heidelberg, 1884

Seite: Anhang_011
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AÜe Nechnungen Nbcr Arbciten aus dcm Kricdhose. mbgcn dasitr in

Umßehendem Taren oder keine Taxen angegebcn sein, ferncr alle Ncchnungcn, wclchc
ßch a«f eimmalige Dienstleistung bei Begräbniffen, auf Arbcitcn aus dcm Fricdhosc
cher a«f den TranLport einer Leiche beiiehcn, müffen, bevor deren Veträge den Zah-
läaaspstichtigen angesordcrt, dem Bürgcrmcisteramt )ur Genehmigung vorgelegt «»erden.
Diese Vorlage hat im Allgemeinen alljührlich im Jan«ar, aus besondcrcL Bcrlangcn
tzer Beteiligten abcr, oder wenn eL aus anderen Gründcn. z B. wcgcn Abreise nol«
»mdig erscheint, auch unter der Zeit )u geschehen.

Awaige Beschwerden über Angestcllte aus dem tzriedhofe sind dem Borsitzenden dcr
Knedhofrsommisfion vor)ulegen.

k. vir Änlayr >rr Ibtrittr, vnnggrnbr» nnb pfnhttbchrr brtr.

Ortspotizeilichc Borschrist vom 22. Januar 18Zl. 97a, N6 P.-Str.-Ges -V. und

ß 366 Z. 10 N.-Str.^es..V.)

I. Adlrttte.

1. ANgemeine Vorschriften.

st t. Die Abtritte müffen abseitß der Strahm «nd bsfentlichen Plätze angclegt
»erden.

Sie sollen in der Negel in einem besonderen Anbau auherhalb de» Gebäude»
errichtct werdcn. Wird einc Au-nahme hievon gcftattet, so müffen dic Abtritte jedenfall»
an einer Umsaffung-wand de» Gebäudes licgen.

st 2. Alle Abtritte müffcn mit in'» Freie gehcnden Fenftern verschen sein. Die
dewcgliche Fensterfiäche darf nicht unter O Mcter bctragcn.

Bon der Straße au» sichtbare Abtrittc pnd nur dann geftattet, wenn pe nicht
störend in'» Auge sallen.

st 3. Die Abtritträume jcints jedcn tzausc» mvffen fvr jeden Sitz mindesien» 80
stentimeter brcit und 1 Meter tief angelcgt wcrdcn.

8 4. Die Abtriltrdhrcn müffen au» Eisen oder Tteingut gesertigt und mindcftcn»
21 Centimeter weit sein.

Dic Seitenrdbren, welche von den Abtrittfihen )um tzauptrohr führen, müffen
ebcnso weit «nd m mdglichst spitzem Vinkel (mcht ttber «5 Grad) dem tzauptrohr
eingcfügt sein.

DieAbtrittrdhre muß 3Centimcter vonVänden «ndMauern entsernt angclegt werdcn.

8 5. Die Abtrittröhre rnuß al» Dunftrohr 21 Centimeter weit, mdglichst senlrccht
bi» über da» Dach und übcr die in dcr Nähc liegenden WohnrLume des Nachbar» ge-
sührt und mit emem Hut vcrschcn werdcn.

Da» Dunstrohr lann auch au» Zinlblech hcrgcstellt werden.

Jeder Abtrittsttz ist mit einem gut schlicßenden Deckel )« verschen.

8 6. Die Abtritte find entwedcr nach dem Tvnneil- oder nach dcm Grubcnsyftcm
anzulcgen. Die 88 1 bi» incl. 4 dicser Vorschrist stnd auf dic schon bcftehcndcn Abtritte,
lalls die lctztcren nicht abgebrochen oder vcrlcgt werden, nicht anzuwenden, insosern nicht
ein crhcblicher Mißpand nachgewjcscn ist.

2. Besondere vorschriften.

Abtrltte «ach be« rogueusyße«.

8 7. Da» Abtrittrohr muß durch ein gutschlicßendc» gußeiscrne» Schiebrohr mit
der )onne vcrbundcn scin.

8 8. Am untern Ende de» Abtrittrohre» muß entweder ein sog. Syphonabschluß
angcbracht scin, odcr e» must, wenn der Syphon durch eincn gcraden Schiebcr crstyt
ift. am untcrcn Ende de» Abtrittrohrc» noch ein besondcrt» Dunftrohr angesügt fiin,
wclche», wenn möglich, nach dcm Küchenkamin gcsührt wird, um ncbcn, aber getrcnnt
von diescm, bi» Uber da» Dach )u lausen.

Die Baupolizcibchördc kann von dicscr Beftimmung in gceigneten Fällen Dispen»
ertcilen.

8 0. Die Abtritttonnen müffen entwedcr au» vcrzinllcm odcr aus bciden Sciten
mit Oelfarbc angcstrichcncm Eiscnblech odcr au» »>ol; gcsertigt sein; ihre Gröfte. Form
und Berschraubnng mns. dcr polizeilich genchmigten Normalzcichnung genau entspicchrn,
welche stch aus dcm ftüoiischen Vauamtc bcfindet.
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