Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1884 — Heidelberg, 1884

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llebertretunAen de- g 5 werden gemäb Z 2 de- GesetzeS vom 18. Dezember 1867,
tzie Vestrafung dcr Borenthaltung von Gemeindeabgaben betr., mit der Strafe des
zmmtigsachen Betrag- der geschuldeten Abgabe, bezw. an Geld bis z« 1V M. bestrast.

A. De» ßewerv-mLtztgen Verkauf vou Vaikwareu lVrat) rc. veßr.

OrtSpolizeiliche Borschrift vom 7. Nov. 1867. (tz 134 b. P.»btr.-G.»V.)

ß 1. Wer -ewerbsmäßig Brot vertaust, ist verpflichtet, die Preise für dasselbe
«ße 1t Tage fest zu beftimmen, an seinem Berkaufglokal anzuschlagen «nd der Ortß-
polizeibehörde anzuzeigen. Letzteres muß von jedem Gewerbetreibenden besonder» ge-
lHeven.

L 2. Jnnerhalb dieser 14tägigen Periode dars der Prei» nicht erhüht »erde«.

ß 3. Aüe Vrotsorten mit Außnahme der Ein- uud Zweikrenzer-Vrote dürsen
anr mit Angabe eine» bestimmten Gewicht», al» Ein-, Zwei-, Bier-Pfnnd-Laibe n.s ».
veckanst »erden nnd hat der Berkäufer dafür einzuftehen, daß da» Vrot da» angegedene
Geuicht anch wirklich hat.

ß 4. -n jedem Berkaufslokal muj eine Wage aufgestellt sein, damit da» Vrot
ans Berlangen vorgewogen werden kann.

Anherdem wird aber auch von der Polizeibehürde von Zeit z« Zeit da» Nach-
»iege« dieser Ware angeordnet »erden.

5. Väcker und Verkäuser von Vackwaren »erden gemäh ß 13s b P.-Gtr.-G.

bestn)t

». »enn fie der vorschrist «nter A 1, 3 und 4 zuwiderhandeln, a« Geld bi» z«
30 «ark,

d. »enn fie die Borschrift de» ß 2 übertreten, an Geld bi» z» 60 Mark.

Die Anschläge über die Preise find gemäß Art. 73 der Ge»erbeordn«ng «it dem
polizeilichen Gtempel zu versehen.

G. Vlevvsf- uuv Vtevmckrkt-Orvuuug.

Ort»polizeiliche Borschrift vom 13. November 1876 mit Ergänzungen vo«
24. Juli 1877 und 1. Oktober 1878.

ß 1. Alle» große und kleine Schlachtvieh, sowie Pferde, welche dnrch Einheimische
oder Auswärtige zu Wasscr oder zu Land zum Berkauf in hiefiger Gtadt eingebracht
werden, müssen in den bestehenden Biehhof einaestellt, bezw. auf den Viehmarkt gebracht
werden. Die BenÜtzung anderer Gtatträume sür derartige Tiere, sowie deren Berkaus
an einem anderen Ort oder vor der zum Veginne de» Markte» bewichneten Gtunde ist
untersagt. Alle» für hiefige Mevger, selbft auf vorherige Vestellung erngebrachte Gchlacht-
vieh gilt al» zum verkauf eingebracht, so lange nicht nachgewiesen wird, daß
der Üausprei» mit dem Metzger schon vor dem Einbringen dem Gtück nach fest verein-
bart und also namentlich nrcht noch von dem, stch nach der Gchlachtnng ergebenden
Gewicht oder von der Oualität de» Aleische» abhängig gemacht war.

8 2. tzür da» Einftellen de» Biehe» in den viehhos aus die Dauer von acht Tagen
für Benützung de» Markte» zu deflen Berkaus, hat der Berkäuser an den Veftänder

vder
zu entrichten:

3

!!

ür einen Ochsen, Stier, eine Kuh, ein Aind oder Pferd . 18 Pfg.

ür ein sette» Schwein.18 ,

Ur ein Aalb oder Schaas.12 »

Ür ein magere» Schwein oder eine Aiege .... V ,

sür ein Gpanserkel.3 ,

Vleibt da» vieh länger al» acht Tage im viehhof ftehe«, so ift die gleiche Gebühr
wiederholt z« enlrichten.

ß 3. VepSr.der hat sür hinlLnglichen Raum zum Unterbringen de» einzustellenden
Biehe» zu sorgen, die Stallungen mit hinlänglicher Streu versehen zu lassen und sich
jeder Gebührenübersorderung zu enthalten.

ß 4. Der Biehmarkt «ird jeden Donnerstag aus dem dasür bestimmten Platz bci
den sogen. Bügen am Reckar abgehalten und beginnt jeweil» um 10 Uhr vormittag».
FLllt auf Donnerstag ein gesetzlicher tzeiertag, der Geburt»tag de» Aaiser» oder de»
Großherzog», so sindet dcr Markt am vorhergehenden Mittwoch ftatt.

8 4a. An den Sonn- und gesetzlichen Feiertagen, sowie am Markttage ift der
Bcrkaus von Bieh im Biehhose untersagt; an diesem letzteren Tage ift er während Ler
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