Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

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b. von dem Mieter bezüglich jedes Ein- oder AuSzubs der mit ihm wohnendeu
Familienangehörigen, Dienftboten, Gescllen, Gehilfen, Lehrlinge, Pfteglinge,
Aftcrmietcr, Lchlaflentc, wclcher mit scincr cigenen Wohnungs-
vcrändernng nicht zlisanimenfällt.

Äinder untcr vierzchn Iahren könncn anßer Bctracht bleiben.

Für jede Pcrson ist dic Anzeibe auf eine besondcre Fmprcsse zn schreiben. Anr bei
Meldnngcn, die sich anf cin Falnillcnhaupt bezichcn, können Ehefranen und>tinder ans
das glciche Blatt gcschricbcn lverdcn.

Die Anzcigcn sind von dcr iDrtspolizeibehörde alphabetisch nach dcm sskamcn der
Angczcigten geordnet anfzubcwahrcn.

8 12. ^edcr, in Bczllg auf desscn Pcrson odcr Angchörigc nach Vorschrift dicser
Berordnnng cine Meldung crstattcl wcrdcn mnß, ist verbundcu. dcn zur Meldnng Bcr-
pflichtctcn alle zur vorschnstsmäßigcn Ersüllung erforderlichen Angaben zu machcn.

Die Fmprcsseit zu den Forlnularicn .V. und bl. werdcu auf dcm Paßbureau uncnt-
geltlich abgcgeben.

1) Ortspolizciliche Borschrift vom l.'l. Funi 1871. Mcldewcsen bctr.

1. Die Dicnstherrschasten, Arbcitgebcr nnd ^chrhcrrcn sind gehalten, anch den
Dicnßeintritt nnd Dienstaustritt dcr nicht mit ihncn zttsammen'woh ncnde n
Dienstboten, Fabrik- und Handarbeitcr, Gcwerbsgehilscn und ^ehrliugc spätestens nach
Umfluß von zwei Dageu schriftlich bei der Polizeibchörde ailzumeldcli.

8 2. Uebertrctnngen wcrdcn an Geld bis zn 20 Mark bestraft.

2) Ortspolizeiliche Borschrift v o m 20. F u l i 1884. Mcldewescn betr.

Mit Zlistimmnllg des Ltadtrats dahicr und Geilchmianng dcs (8roßh.^andeskom-
missärs iu Mannheim wird anf Grund dcs tz>8 Abs. der Bcrordnung vom 8. Mai 188.4
nnd dcs 40 P.-2tr.-G.-B. vcrordnct was folgt:

Dic Fnhaber von F-rcmdenpensiotten habcn jcdcn Lamstag Morgen dcr Polizei-
bchördc cin Bcrzcichnis dcr bci ihnen lvohncndcn Frcmdcll, unter Augabe von Namen,
Stand und Wohnort dcr bctreffcnden Personcn, vorzulcgeu.

Borübergchcnde Besuche von auslvärtigen Berwandtcn odcr Bcfrcttlldeten dcr
Pensions-Fnhaber blciben dabei außcr Bctracht.

Ucbcrtrctnngcn werden an Geld bis zu 20 Mark bcstraft, vorbchaltlich der in tz 4ll
P.-Str.-G.-B. Abs. 2 angedrohtcn höhcrell Strafe für die daselbst vorgesehencn cr-
schwcrtercn Fällc.

8. Die Ueberwachung der von Privatpersonen gegen Lntgelt in Pflege

gegebenen Linder betr.

Bczirkspolizcilichc Vorschrift vom 80. Fuli 1881. (tz 08a des P.-Str.-Ges.-B.)

8 1. Wer ktinder untcr 7 Iahrcn, welchc von Privatpersoncn in Pflcgc gegeben
werden, gegcn Gntgelt in Pflege nchlncll will, hat vor der Aufilalpne uilter Borlagc der
den Personcnstand der t>tindcr feststellenden Urkunden die Genchnllgung der Ortspolizei-
bchörde hiezn cinzuholcn. Diesc Gcnehlnigung wird inir ertcclt, wcnll der Pflcgcr bc-
züglich seineö Leumunds, sciner Familien-, ErwcrbS-, Wohnungs- und sonstigeu Ber-
hältnisse die Garantic dasür bictct, daß dcm ktinde bei ihm die nötige Pflegc nnd
Fürsorgc zu Teil wird.

8 2. Aendcrt dcr Pflegcr scincn Wohnsitz odcr scine Wohnung, odcr wird das
Pflcgevcrhältnis durch den Tod dcs iltindes odcr durch desseu Gntlassling aus der Pflegc
aufgehoben, so hat er dics binncn acht Tagen dcr Ortspolizeibchörde anzuzcigcll.

8 8. Die Lrtspolizcibchörde verlässigt sich von Zeit zil Ieit übcr das Bcfiildcn
deS Pfleglinas und die Art sciner Abwartliilg, veranlaßt die sofortige Abstellung ct-
waiger Mißstände und zieht gecignctcnfalls die erteilte Genchmlgnug lvicder zurück.

8 4. Die Pflcger sind vcrpflichtct, den Bezirksrätcn, den Mitgliedern der Armen-
bchörde, der Ortspolizcibehörde lind dcn von lhr bcanftragten Personen jedcrzcit dcn
Zutritt zu der Wohnung des Pflegekindcs zn gewähren nnd jedc gefordertc Ausknnft zn
erteilen.

8 5. Ueber die in der Gemeinde gcgcn Entgelt in Privatpflege gegebcnen ktinder
unter 7 Iahren hat die Ortspolizeibchörde ein Bcrzeichnis nach einem vom Bezirksamt
festzustellenden Schema zu führcn nnd jeweils auf 1'x Iannar und 15>. Iuli cinc Ab-
schrift hiervon dem Bczirksamte vorzulegen.
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