Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

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In diesem ^alle ist jede beabsichtiqle Lchlachtung der Polizetbehörde und dem
Dleischbeschaner rechtzeiliq auzuzeiqe».

ll. Die gewöhnliche Lchlachtzeil ist ans oorlnittaqs bic' abends i> Uhr sestgesetrt.

Wer zn einer andern Tageszeit schlachten will, hat znvor deni Dleischbeschaner An-
zeige z» inachen.

Von abends llhr bis morqens 4 llhr soll, Notsälle ailsqcnoninlc», nicht gcschlach-
let wcrdcn nnd mns; das Lchlachthans gcschlossen blciben.

8 4. Das Schlachten an Lonn- niid gesetzlichen Deicrtagcn lann nnr in den Lom-
liiermonaten lMai bis einschlieszlich Dltober) iind in gaiiz dringenden ,Dällcn, aber nie
während dcs Vor- oder N'achmittagsgottcsdienstcs, sondcrn nnr von 11 bis 1 Uhr mit-
tags vom Bezirksanit gestattct werden. Ailszerdem ist die bcabsichligtc Lchlachtnng
jeweils dem Dlcischbeschaner anznzeigcn.

,Dcsttagc im Linne dieser Porschrist sind die dcn beiden >iouscssionen gelneinsainen
Dcicrtage: Nenjahr, Lsterniontag, (shristihiinnielsahrtstag, Psingstinoutag, tZhristtag
lliid Ltephanstag, scrncr dcr tärilndonncrstag, b>harsrcitag nnd sz-ronleichnäinstag.

K l>. Bcim Transport in das Lchlachthans mnsz das Lchlachtvieh gehörig verwahrt
nnd vorsichtig gefiihrt, anch darf dasselbe nicht ehcr als niiniittclbar vor der Lchlach-
tnllg in den Echlachtranm gebracht werden.

ts t>. Bcim Schlachtcn nnd den damik vcrbnndenen t^eschäften soll Nnhe nnd An-
staitd herrschen.

tz 7. Das Döten der Diere mns; möglichst rasch geschehen; die Anwendnllg der
Zchlachtmaske ist znlässig.

Die beim ^chlachtcn beschästigtcn Personen haben den Anordilnngeil des
Dlcischbeschaners nnd Lchlachthausansschcrs bczilgliä, der Dleischbcschan, Reinlichkcit,
Anfrechtcrhaltnng der Nnhe nnd Drdnnng ,Dolge zu lcisten.

8 U. Das Fleisch dcr gcschlachtctcn Diere emschlieszlich der tsingcwcide dars crst
nach erfolgter Besichtignng dnrch dcn Dleischbcschaner ans dem Lchlachthans entfernt
nnd nnr danil von dem Mehgcr oder dessen Arbeitern nach Hansc gcbracht werden,
wenn es snr bankwürdig erklärt ist. Dic Verwerlnng nicht bankwllrdigen, aber doch
sür gcilicsjbar crklärten ,zlcisches erfolgt ans dcr städtlschen Dreibank nach Anordnnng
des,z-lcischbescha»crs.

8 10. Der Lchlachthansanfschcr ist dafür verantwortlich, dasz das Lchlachthans,
»amentlich der Boden nnd die Wände, sowic die i'-jcrätschasten stets rcin gehalten sind,
dasz Blnt, Dnng nlld sonstigc Absälle ans dem Lchlachthans jcweils sosort weggcbracht
werden nnd das; der Wanst im Lchlachthans gcwcndet, der ?cnhalt aber sogleich cnt-
sernt wird. Dcrsclbe hat in der ^eit vom Mai bis einschlicszlich Dktober täglich, sonst
shätcstens nach 48 Ltnnden die Dnnggrlibe zn cntleeren nnd dte Absälle anf dcn städ-
tischen Wasenplatz zn vcrbringcn.

Das Heranshängen oder Heranswerfen von Absällcn ist nntersagt.

8 11. Personen, welchc nicht im Lchlachthans bcschäftigt sind, namentlich l.iindern,
darf der Anfenthalt daselbst »icht gcstattet werden. Den beiin Lchlachtcn beschästigten
Personen ist das Nanchcn im Lchlachthans »ntcrsagt.

8 12. Das Mitnehinen von z>nndc» in das Lchlachthans ist verbolen lind nament-
lich dcm Anfscher das ,Dültern von eignen oder sremden vmnden in demsetben lintcrsagt.

8 13. Die Meygermcister sind snr die mit ihrcm Borwissen begangenen Uebcrtre-
tnngcn ihrer Arbeiter mitvcrantivortlich.

8 14. ^llwiderhandlungen werden an Oield bis zn 20, beziehnngsweise bis zn üo
Mark bestrast.

8. Flkischbtschan.

Lrtspolizeiliche Borschrift vom 14. ^nni 1882.

8 1. Der Berkans des »icht banfwürdigen, abcr als genieszbar crklärten ,Dlcisches,
nämlich des Dlcisches:

1) von vernnglückten Dieren, lvelchc nicht »nverzüglich »ach dcm Unfall gc-
schlachtet werden,

2) von alten nnd von abgcmagerten Pserden,

3) von !>iälbern, die nicht 14 Dagc alt sind,

4) von kranken Dieren, soweit solches Dlcisch überhanpt verkaust wcrden darf,

3) das oon dem Hleischbeschaner als nngeeignet sür den nnbeschrättktcn Berkans

in Fleischbänkcil bezcichnet ivird,
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