Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

Seite: Anhang_9
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Dcr Trcmsport der Leichc in eine dcr beiden Hapellen darf in der Regel im Zoinmer
des Morgens nicht noch 7 Uhr nnd abends nicht vor 7 Uhr; im Winter morqens nicht
imch Ubr lind abends nicht vor 4 Uhr stattsindeii.

Us mi>b dabei inimer anf die Möqlichkcit des Wiedercrwachcns Nuctsicht steiiommen
iverdcn; die Leiche darf daher nicht in eliiem verschlossenen Larqe, nnd bci kaltem Wctter
nicht obnc Deckcn transportiert, sie innü schoncnd nnd scliicklich bebandelt nnd stets in
anqcmcsscner Lage getragen wcrdcn.

Der Transport dcr Leichcn nach einer der qenannte» .^apcllen geschieht nach vor-
qellommener Leichenschan in dcn biefür bestlininten Leichcntransportwaqen »nd wird
von dcm bctresfe iden Lcichenordner nntcr Beibilfe von zwei Leichcnträgern qeleitet.

Die Taxen dafnr siehe Bcqräbnistaxen t'l4. ^n der .ziapelle ans dem
svriedhof mnf; die Leiche anf ein cisjeiies Oierüst qeleqt nnd der lliaiim in der kälteren
^ahrcSzeit mäs;ig stcheizt wcrden. — §o oft Leichen in diese ktapellc kommcn, mns;
jedcsmal cin Wächter anMstellt wcrden, dcm die (zcnane Bewachnnq dcrselbcn obliegt.
— diescm Behnfe ist dcinselben ncben dem Leichenraiime ein c;eböriq einqerichtetes
nnd heizbares Zimmer znm Anfenthalte zu überlassen. — Bci dort vorzllnebmcnden
Lektioncn ist dem ,Triedhüfsallfseher znvor -lnzeicze davon zu erstatten nud sind die
Reinignngskosten von dcn Bctreffenden zn tragcn.

tz 18. Lchliisjbcstim »liing.

Uebertretnngen dieser Bestimmungcn wcrdcn gcmäs; ^ '.><'» ^iff. 2 des P.-Ltr.-Ges.
in C»ield bis zu !>0 Mk. geahndet.

II. Ariedhofs-Lrdnun-.

^ 20. Die unmittclbarc Anfsicht iiber deu Friedhof fiihrt der dazn bestcllte nnd
verpflichtcte F-ricdhofsanfseher nach der fnr ihn festgesehten Dienstweisung; deu Anord-
nilngen dcssclben anf dcm ^riedhofe hat das der ^riedhofskommissioll nntergcbene
Personal nnbcdingte Folge zu lcistcn. — LUme Vorwissen des szriedhofsanfschcrs darf
nichts vom Friedhofe hiiiweggenommen, heransgcschafft oder hineingetragen werden.

8 20. Die Olräbcr könncn auf Berlangen der Bngehörigen für dre in dcr Tax-
ordnung bestimmten Belohnnng durch den Fricdhofsanfseher mit Blnmen nnd nicdri-
gen Ltränchcrn, nicht aber mit Tralierwciden oder andcrcm (hehölze beseyt werden,
nttd derselbc hat sie nm die angegebene Taxc, ivenn es gewünscht wird, in gutem B"-
standc zu erhalten. Die Gestränche auf dcn kianfyräbern in crster Reihc dnrfen die
Höhe von eincm Meler nicht übcrschreiten, damit die ^nschriften anf deu >tanfgräbern
in den hinteren Reihcu sichtbar bleiben. Die Augehörigen des Totcn dürfen dessen
Grabstütte anch selbst bepflanzen nnterBeanfsichtigniig des Triedhofsanfsehers, dasselbe
anch durch cinen Gärtner thun lasscn nnter der Bedingung, das; dieselbeu alle Bcranl-
ivortnngen übcrnehmen nnd dcr Olärtncr nnter Anfsicht des Hriedhofsaufsehers arbeitet.
Glanbt cr sich den Anordnnngeil dieses uicht fügen zu können, so hat cr sofort die Arbeit
einznstellen nnd seine Beschwerde vor den Borsihcndcii dcr szriedhofstommission zu
bringen. — Dcn sich crgebcnden Lchntt habcn die Bcteiligten nach Bettehmen mit dem
Hriedhofsanfseher wcgränmcn zu lassen. Prioatbäukc oder Ltühle dürfen anflerhalb
dcr abgegebeucn .Vtanfgräber nicht dauerild aufgestellt werden.

Rllcn (därtnern, welche die Bepflanznng von Gräbern besorgen, ist bci Ltrafc
nntersagt, Bäume anflerhalb dcr Ojrabstätten zu pflanzen, zn verselrcn nnd zn entfernen.

^ 20. Auf dcm städtischcn Friedhofe kann die Beerdignng von allen Berstorbcnen
ohne R üeksicht auf deren .(t onfession stattfinden.

8 -40. .Vtein Oirab darf vor Berflns; von 2'» ^ahren wieder gcöffnet werdcn, wenn
nicht für cinen cinzelncn Fall auf Antrag der svriedhofskommissiön nnter Begntachtung
des Bezirksarztes das Oiroflh. Bezirksamt besondere (5rlaubnis dazn erteill. — Die
Beisetz»ilg eiuer zweiten Leiche in einem .Vianfgrabe vor abgelanfener Um-
grabungspcriode ist nnzulässig nnd sindet eine Rnsnahme nnr für Lcichen von
.ztindcrn im Alter vou nicht über l "mhr statt. — Der Bcisevnng einer zweiten Leiche
in cinem kt a ufgrab e n a ch abgclanfcner l! m g ra b n n g s period c stcht dagegen
nichts im Wcgc.

tz 41. Bci allcn Beerdignngen bilden dic Leichenbcgleitung nnd etwaige ,'jnschaner
cinen Halbkreis anf der noch nicht nnigcgrabcneu Leite des offcnen Olrabes. In die
Anlagcn der frischen Grabrciheu darf nicmand treten.
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