Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

Seite: Anhang_15
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Flüsstgkeit in ein daneben stehendes Ueberlaufbecken abflieszen kann, wenn dic Tonne
übervoll sein sollte.

Damit keinc Verstopfnng des Röhrchens statlfindc, irinst in der Tonne an der Ltellc,
wo das Rohrchen angeschraubt wird, ein Lciher angebracht sein.

§ 11. Für jedes Hans inüssen die nötigen Wechseltonnen vorhanden sein.

8 12. Aii jeder Tonne mnst die Ltraste nnd Riiminer des .vanses, zn welchem sie
gehört, deutlich mit Lelfarbe angestrichen sein.

8 13. Die Tonne mnst an einem solchen L)rt znm Gcbrauche anfgestellt sein, dast
sie leicht entfernt nnd mit der Wechseltonne vertanscht werdcn kann. Tcr Boden, anf
welchem die Tonne steht, inuß gnt cementiert sein.

8 14. Wird als Tonnenranin die bishcrige Abtrittgrnbe benützt, so ist diese sorg-
fältig zii ränmen und zu rcinigen, an zwcckmästiger Ltellc einc klcine Ltiege nnd austcr-
dem eme Vorrichtnng lRolle) anzttbriligen, welche die leichte .Herausnahme dcr abzu-
führenden Tonne ermöglicht.

8 15. Iede nene Tonneiicinrichtling mnst vor dcr Benütznng von dem amtlichen
Sachverständigen besichtigt nnd genehmigt werden.

8 16. An Stellc der bcweglichen Tonnen ift anch dic Aufstellnng der sog. Pnmp-
tonnen gestattet.

Die Pnmptonne mnst ans vcrzinktem oder auf beiden Scitcn mit iDelfarbe ange-
strichencm Eisenblech gefcrtigt scin. Die Aufstellung hat in cinem Ranme zn geschchen,
der so grost ist, dast die Tonne von allen Seiten umgangcn werden kann ; der Boden
diescs Ranmes mnst gnt ccmentiert sein. Die Tonne ist mit einem Rtannloche nnd mit
einem Entleerungsrohre zu verschcn. Letzteres ist lnftdicht in die Tonne emznlassen nnd
iimst bis auf den Boden dersclben reichcn.

Am oberen Ende dieses RohreS ist ein Gewinde anznbringen, an das der Schlanch
der Entleernngsplmche angeschraubt werden kann.

Im Ucbrigen fmden dic 88 7, 8,10 und 15 diescr Vorschrift anch anf dic Pnmp-
tonnen Anwendimg.

8. Abtritte nach dem Grnbensystem.
a. Vorschriften für Neuanlagen.

8 17. Abtrittgruben sind austerhalb der (stebäudegrimdfläche, abseits dcr Straste,
von dcn (^rnndtnauern des Gebäudes getrennt nnd inindestens 3 Meter von Brnnnen-
schachten, Brnimenstuben und von den znm Hause nicht gehörigen WasserleitungSröhren,
sowie 1,80 Meter von der Nachbarsgrenze entfernt anzulegen.

Die Entfernung von der Nachbarsgrenze wird von der Jnnenseite der Grube
an gemessen.

Wo cine gcnaue Erfüllnng dieser Vorschriften örtlicher Verhältnisse wegen nicht
stattfinden kann, sind die Grnben nach den besonderen Anordnnngen der Baupolizei-
behörde herznstellen.

8 18. Iede Grube nmß nach allen Seitcn ihre cigenen Mancrn erhalten, wclche
bci Verwendung von Bruchfteinen 0,45 Metcr, bci Verwendung von Backsteinen min-
destens 14/2 Normalstein (25 em lang, 6,5 em dick, 12 em breit) stark sein und mit (5c-
meiit oder hydraulischem Mörtel gemailert werden müssen.

Ferner sind dic Grnbcn im Innern mit einer mindcstens 0,12 Meter starken Back-
steinwand in Eement gemauert in der Weise zu verklciden, dast zwischen beiden Mauern
ein 2em breiter Zwischenraum bleibt, welcher mit Eement auszngiesten ist.

8 10. Der Boden dcr Grubc nmst ans cincr 18 em dicken Betonschichte hergestcllt
werdcn, auf welche sodann ein Backfteinbodcn in Cement zu legen ist.

Der Boden der Grnbe nmst von allcn Seiten gcgen die Entleernngsvertiefnng hin
Gefäll haben. Letztere mnst 30em weit nnd ebenso ticf sein, sowie sich unmittelbar
untcr der Emsteigc-Ocffnung befinden.

8 20. Icde Grube must mit einem mit Eemcnt gemaucrten, 25 cm starken Gewölbe
überwölbt werden.

8 21. Der Boden der Grube, die vier Wandflächen und das Gewölbe sind mit
eincm geglätteten, 1i/2em ftarken Eementvcrputze zu versehcn.

8 22. Die Einsteige-Oeffnung der Grube ift cntweder mit eincr Stein- oder mit
einer Eisenplatte luftdicht zu vcrschliesten und dürfen in der letzteren keinerlei Ocffnun-
gen zum Einleeren von Äehricht, Asche, Ziüchenabfällen u. dgl. angebracht werden.
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