Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

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H. Das Sammeln und Lagern von Lnmpen betr.

Ortspolizeiliche Porschrift oom 26. Fcbruar 1885.

§ 1. Das Laulineltt von Oimpcu darf uur iu guteu, uicht durchlöchertcu Säckcu
gcschebeu.

Die Beuützuug vou Wagen beiiu Laiilinclil vou ^umpeu ist nicht gestattet.

8 2. Das !tzageru von Lllmpen in Cöebäudeu, welche zu Wotnlungen von Menscheu
dicileu, ist vcrbotcn.

r- 8. Die l5rrichtuug ueuer uud die Erwciterung bcreits besteheuder ^ager von
Lumpcu iunerhalb der Stadt ist uur mit (denehmigung des Bezirksrats zulässig.

r- 4. F" ^ageru inuerhalb der Stadt sind die ^umpen jeweils unmittelbar uach
ihrer Einliefcruilg iu Säcke oder Ballen zu verpacken, desgleichen hat ein etwaiges Sor-
tiercn (Berlesen) der Lillnpen sofort nach der (5'inlieferung zu erfolgen.

(5s ist untersagt, Lttmpen iu grösteren Mengen als 50 ^iilogramm frei liegen zu
lasseu oder auf einmal zu sortiercn.

5. Die Lumpeuhäudler sind verpflichtet, ihrc Lager auf Anordllung des Großh.
Bczirksamtes nach dessen Angabe zu desinfizieren.

Z (>. Uebertretuugeu werden au Geld bis zn 60 Mark oder uiit Haft bis zu 14
Tageil bcstraft.

.7. Seseitigung tierischer Äbfälle betr.

Srtspolizeiliche Borschrift vom 28. Iuli 1878.

tz 1. Die Metzger, Wildprethändlcr, sowie allc anderen Gewerbetreibendcn hiesiger
Stadt, in dercn Gcschäftsräumen leicht in s5äulnis übergehcnde tierische Abfälle sich
ausammelu, sind verpflichtet, alle diese Abfülle in der Zeit vom 1. April bis 30. Sep-
tember täglich, in der Zeit vom 1. Oktobcr bis 30. März mindeftens zweimal in der
Woche durch Abfuhr vollständig aus der Stadt nach dem städtischen Wasenplatze ver-
bringen zn lasseu.

Die Ablagcruug iu dcn Abtrittgruben ift untersagt.

^ 2. Dic Abfuhr must bis spütestcus vormittags 7 llhr nnd in dcr Zcit vom 1. Ok-
tober bis 30. Mürz je am Mittwoch und Samstag bcendigt sein.

Bu dicsen Bclten wird die rcgelmästigc ^ioutrole durch dic Polizeimannschaft er-
folgeu.

tz 8. Gcgen Bllwiderhaudclttdc wird die sofortigc Abfuhr dcr Stoffe auf ihre
!>tosten augeordnet und austerdem Strafe an Geld bis zu 60 Biark oder an Haft bid
zu 14 Tageu crkanllt werden.

X. Das Halten von Schweinen betr.

Ortspolizeiliche Borschrift vom 7. Marz 1878.

§ 1. Das Halten von Schwcineu iunerhalb der Stadt ist nnr gestattet, wcnu hiezu
genügender Raum vorhanden, der Fustbodeu des Schweinestalls, sowie dessen nächste
llmgebung vollkommeu wasserdicht hcrgestellt, d. i. cementiert, asphaltiert, oder mit
Cementfllgung gepflastcrt, odcr gcplattet, eine mit dem Schweinestall durch eine Rinne
vcrbundene wasserdichte Grube zur Aufnahme dcs Urins und Ausspülwasscrd vorhan-
den, und stets für entsprechende Reinlichkeit und dcn nötigen Luftzug gesorgt ist.

8 2. Um in einem L>ausc oder >>ofc mehr als zivci Lchweine halten zu dürfen, ist
austerdem iu jedem einzelnen Falle die Genchmigung dcr Polizcibehörde erforderlich.

Dieselbe kann insbesondere schon mit Rncksicht auf die Lage oes Hauscd in eincr
bestimlnten Straste versagt und für den F-all, dast sich Belästigungcn für die Rachbar-
schaft ergebcu, jedcrzcit widerrufen werdeu.

8 8. llebertrctungcn werden au Geld bis zu (»0 Mark oder mit .<?aft bis zu 14
Tagcu bestraft.

III. u. IV. Aeuer- uud Baupolizei.
FtuerlöschorLnling.

Bom 0. Riärz 1882.

8 1. Wer den Ausbruch eines FeucrS oder Anzeichen eines solcheu wahrnimmt,
hat, — sofern uicht der in tz 2 vorgesehene F-all vorliegt — sogleich Feuerlärm zu
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