Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

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machen: die Bewohner des Hauses, in welchem Feuer auSgebrochcu, sind hierzu, dei
Bermeiden ftrengcr Bcftrafung, besoudcrs verpflichtet.

i- 2. Wcuu in eiiiem .^amiu Feucr cutftaudcn, so ist kein Fcucrlärm zu macheu ,
cs haben jcdoch dic Bewohncr dcs betrcffcnden Hauscs uiivcrzüglich den ^aminfegci
herbcizurufcn nnd der Polizeibchördc vou dem Brandfalle Anzcigc zu erftattcn.

i; Lobald Feiicrlärm cntstcht, hadc» die (Aöckuer an dcr .'s.iciliggejftfirche nnd
an der Providenzkirchc mit dcm Ltiirmläuten zn deginneu iind dasselbc so lauge fon
znfetzcu, dis ihiien scitens der Polizeidehördc der Bcfehl znm (>instcl!en zugeht.

Tcr Tiirmwächtcr au dcr Heiliggcistkirche hat nach dcr Lcite hin, wo der Brand
ist, bci Tagc ciue Fahne, bei Nacht eine Latcrnc auszusteckcu.

8 4. Bci Ailsdruch ciucs Braudes zur A'achtzeit ist die Direktiou des skädtischeu
(ftaswcrks vcrpflichtet, alsdald dic Ltadt dcleuchten zu lasseu uud eiucn tüchtigeu Wert
fiihrer mit cinem<'>>chilfctt, mit den ttötigctt(ftcräten verschen, zur Brandstätte zu schickeu.

zf '>. Anf dcn erstcn F-cuerlärm hat dic Polizeimaunschast soglcich deu (ftr. Amls
vorstand, den Nespiziciitcu dcs Bezirksamtö, dcn L?derdürgermciftcr, dic bcidcn >tom
mandantcn dcr freiwilligen Fciieiwehr, dcu Ltadtbalimeistcr und dic ztascrnenwaclic
zu bcuachrichtigcn.

8 (>. Bis zum (siutrcffcn der srciwilligcn Fencrwehr, welche bei allen Brand-
fällen znnächft die Läsch- und rirettungSmannschaften ftellt, hadcn dic Hans
bcwohner mit dc» zu ihrer Hilfe herbeieilenden Personett alles aufzuwendcu, nm das
Fciier zu löscheu oder dcssen Ausdieltnng zu vcihindcrn.

8 7. Die Anordnuug uud ^eitiing dcr ^öschmaftrcgeln steht dcm (ftrofth. Amts
vorftandc, dezw. seincm Ltellvertreter zu, welchem hicrdci dcr ^dcrdüigcrmeistcr, der
Stadtdaumeister, sowie dcr ziommaudant dcr ficiwilligen Fcuerwehr deratcnd zni
Lcite stehen.

Die Bcfchlc zur Ausführuiig der spczicllcu Anoldllungcn crteilt der ztonimandanl
der frciwilligcu Fcuerwchr.

8 Dcm 6lr. Amtsvorftandc, dczw. dcfscu Ltcllvertreter stcht die Befugnis zn.
im Aotfalle nicht zur freiwilligcu Fencrwchr gchörigc, ardeitsfähige (sinwohuer zui
Hilfcleistung deizuzieheu; letztcre sind dc! Ltiafvcrinciden verpflichtet, dcn Anordniingcii
der im vorigcn Porayraphcn dezcichucten Persoucn Folge zu lcisten.

Fn gleichcr Wclse sind die Besitzer vou Privalfeucrfpritzcn gchalteu, solchc auf
Bcrlangeu znr Berfügung zu stellen.

Bei strengcr ztältc siud dic Bewolmer der denachdartcu Häuscr zur Bclcitstelluiig
ttud Adgadc vou warmcm Wasser vcrpflichtct.

8 0. Weiln auswärtigc Hilfc cmtrifft, so hat sich dicseldc unter die Leituug nnd
Befchle der in 8 7 genanutcn Pcrsouen zu stellcu und darf ohne dcrcu desonderc Auf
fordcrung uicht in Thätigkcit tretcu.

8 10. Müftige Buschauer sind vou der Brandstättc fortzliweiscn. (sltcrn, Boi
müildcr und (ftrzicher siud verpflichtct, ihre iugendlichcu Angchörigc» lvährend dcs
Brandes zu Haufe zu bchaltcu.

8 11. Aufter den Bcwohnern des Hanses n»d den im 8 7 dczcichueten Belsonc»
haben nur Fenerwehrmänilcr Witritt iu das dreuncnde Haus, bczw. in dic Aachdar
häuscr, von wclchcn aus gelöscht iverdeu oder das Nettcu von Fahriliffeu stattfiuden
kann. Wcr währeud des Brandes Olcgcnftälide an eincn andcrcn Ort vcrdringen
will und sich uicht auf der Ltcllc geuügend auszuwcisc» vcrmag, ist festzuhalten »nd
vor dic Polizeidchörde zu führeu.

8 12. ztanil einem Braude uur durch C> i»rciftcn dcr dlcnlielidcu oder cines dcr
denachdartcn Ojedäullchkciten (j-inhalt gethau werdcn, so hat sich dcr (^igeutümer der
desfall» getroffcncu amtlicheu Anordmiug zu uutcrwerfeu, da cr uach dcm Brand
vcrsichcrungsgcsctz ((ntschädiguug erhält.

8 1'i. Die erforderlicheu Anorduungcn nach Vöschnng eincs Brandcs, insdcsondere
auch wegen llcdcrwachung und Räumung dcr Brandftälte, trifft der .ftottlmandant dcr
frciwiUigeu Fcuerwchr im Benchmcn mit dcm (ftr. Amtsvorstande und dcm Bcrtreter
dcr Ltadt.

8 14. Dic geretteten (ftegeustände werden uur zu ciiier hierzu fcstgcsetztcn W'it u»d
gcgen Beschcilliguilg zurückgcgcden; wcr sich jedoch dci dcr Polizcidehördc als Oige»-
tümer uuentbchrlicher (ftegenftände, als: Bctten, .(tlcidel ?c. ausweist, dem könneu solche
gegen Empfangsdeschciniguug soglcich veradfolgt werdeu.
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