Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

Seite: Anhang_29
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den, so wird die Strafc flegen den Wirt vorbehaltlich seines Mckflrisss anf den Ueber-
treter erkannt.

ß 38. Jedermann, welcher zu irgend cinem Zwect das Straßenplaster aufbrechen
lassen muß, ist gehalten, 2-1 Stunden vor Beginn der Arbeit und nach Beendigung
derselben den Gemeinderat in Kenntnis zu setzen. Der Gemeinderat wird alsdann,
um eine gleichmäßige und schnelle Herstellung des ausgerissenen Pslasters zu erreichen,
unter Aufsicht des Stadtbaumeistcrs datzselbe auf Kosten desjenigen, welcher cs hat auf-
brechen lassen, binnen längstens 21 Stunden wieder in den gchörigen Stand setzen lassen.

tz 39 Das Ankerwerfen auf dem Vorland ist überall da, wo basselbe gepflästert
ist und Ringe angebracht sind, untersagt. Fbenso ist verboten auf dicje Ringe Holz,
Steine odcr ai dere Gegenstände, wodurch deren Benützung erschwert wird, zu legen.

8 49. Nebertretungen vbiger Vorschrist werden nach 8 866 ,'s. ll> R.-Str.-Gef.-B.
mit Geldstrafe bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

14. Den verkauf von Holr, Heu un- Stroh in der Ltadt Hkidelberg bktr.

Ortspolizeiliche Vorschrist vom l. Mai 1885,.

8 1. Alles Holz, welcstes in Scheiterform niid in flaiize» Waflenluduiifleli, Hen
niid Stroh, welches znm Verkanf in hiesifler Stadt eingesiihrt wird nnd nicht sür den
städtischen t5aner bestimmt ist, mnst anf den Platz bei dcr .Henschcncr verbracht werden.
Das.Hernmfahreii nnd ,4cilbieten in den Strastcn ist cerboten.

Holz kanir ansterdem anf den Holzlancr gcbracht iverden. .Holz, .Hen irnd ^Ltroh,
welches ans Bestellnng ciiigcbracht wird, darf direkt nach dcm vom Bestellcr bezcichneten
Ort verbracht werden, sofern der .Kanfprcis mit dem Besteller vorher fcst vereinbart ist
oder llnr noch dnrch Ausmcssunfl, Abwäguilfl oder .'suzählnng bestimint zn werden
brancht.

8 2. AlS Plahflcld sind au deu Marktmcister zn cutrichtcn:

1) ,Hir eiuen Schiebkarreu.l<l Psg.

2) Für ciucu zweirädrigen Handkarren 2<> „

3) ,Hir eiuen <4i»spänilerlvagcll .... 2', „

4) ,4ür eiuen ,'jweispäuilerwageu .... 35, „

8 3. Die Aufsicht über deu Markt führt der Marktmeister und haben die Markt-
besucher den Auordilttugen dcsselben Folge zu leisteu.

8 4. Vuwldcrhandlungen gegeit vorstehende Bestiuimllngen werdeu gemäst 8 149
.'siff. 6 der Gewerbeordnuug mit (steldstrafe bis zn 5»o Biark nnd im lluvcrmögeusfalle
mit Haft bis zu 8 Tagen bcstraft.

0. Den Letrieb der pferdebahn in der Stadt Heidetberg betr.

Ortspolizeiliche Borschrift vom 27. April 1885».

8 1. Die für deu Betrieb der Pferdcbahu zn bcttillzeudeu Wagcil dürfen kciue
grösterc Brcite als 2 Meter habeu, alle Vorsprüngc ciugerechliet.

Sie müssen verseheu seiu:

a) mit eiuer kräftig und schuellwirkendeu Brcittsvorlichtnng ,

I») mit einer .sngleiuc oder ähillicher Vorrichtnufl, welche eiucn Signalverkehr mit
dem Kntscher von der Rückscite dcs Wageus aus ermöglicht, nnd

e) mit zwei Laternen (je eiue an der Vorder- nud Rückseites, welche gleichzeitig den
inneren Wageuraum znr Nachtzeit ansreichcnd crhelleu.

8 2. Iedcr Wagen must mit eiuer Nummer vcrsehen seiu, welche sowohl iunerhalb
als anch austerhalb des Wageus leserlich auznbriugen ist. An jcdcm Wagen mnst ferner
die ,'jahl der Persoueu, welchc cr sowohl im ^nuern, als anch aus der Plattform anf-
uehmeu kaiiu, angeschriebeu sein. Ueber dicse .jahl binaus dürfcu keine Personen znr
Fahrt aufgenommen wcrdeu.

8 3. Die zum Dieuste bei der Pferdebahn verivcndcten Pferde müsseu kräftig,
vollkorumcu dieusttauglich und von schädlichen Fehlern frei, dic Gcschirrc solidc, vou
gtttem Ansehen und iu gutem Staude seiu.

8 4. Das Dienstpersonal bcsteht für jeden Wageu ans eilicm Schastuer uud eiucm
Kntscher. Die Bedieusteten habe» während der Diettststnndeu die von dcm Uuternchmer
ciugeführte Dienstkleidullg, sowie voru an der Kopfbcdcckung eine Nummcr zu tragcu.
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