Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

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U. Die Lrhaltnng des Llingevteichwkges und -er übrigen Wege des

Stadtwaldes betr.

L)r1spolizeiliche Vorschrift vom 20. Januar 1883.

ß 1. Alle Wagcn, mit welchcn aus den Steinbrüchen oder aus dem Stadtwalde
Mnuersteine abgefilhrt werden sollen, müssen mit geschlossenen Kasten versehen sein, welche
nicht lnnger als 3,«z0 Metcr sind und mit Oinschluß der Leiterbäume die Höhe vvn
Mcter nicht übersteigen. Der Wagentasten muß unten eine lichte Weite von «>,00 Meler
und oben eine solche von 0,90 Meter haben.

2. Die Räder der Steinwngcn iniisscn nnnähernd vorn 1.00 Meter, hinten l !>>
Meter >?öhe hnbcn. Die cheise dersclben dürfen niecht nntcr l2 t5entimetcr breit scin.

^ 3. Tas <8ewicht der 2adnilg cines Wagcns dars 80 (5entner nicht üdersteigen,
die Absnhr von 27 xnbitincter <ciner badischen Knbitrntc) Mancrsteinc darnach niäo
in weniger aOö lO Wagcnladnngcn crsolgen.

^ 4. Bei allen Steinsnhren sind zwei sog. Mücken anznivendcn und ist das chanl,
sperren und das i.>l»lcgen eines' chadschnhs- nntcrsagt. Die Steinsnhren sind slets von
zwei Männcrn zn deglciten, von welchen der cine die Pserde zn heanssichtigen, der andecc
die Mücken zn hcdienen hat.

iz 0. Bei dcn X)olzsnhrwerkcn »nd Fiitmverken anderer Art ist das Railhspcrrcn
nntersagt, dagegen die t!lnwendnng cines lliadschnhs gcstattet.

^ «t. Borstehcndc Bcstimmnngen treten bezüglich dcr Brcite dcr Nädcr mit dem
l.Zannar 1880, im Ilehriqen »iit dcm?age der Beroffentlichnng dieser ortspolizeilichcn
Borschrist in >trast.

^ 7. Ilchertretnngen wcrden ans <8rnnd dcs ^ 30<», 3- 10 B.-St.-Oi.-B. an <8cld
bis z» 00 Mart odcr nüt 5)ast dis zn l4 Taqen hcitrast.

N. Lchlojjgarten-Ordnnng.

Srtspolizciliche Borschrist voui 29. Boveniher 1880.

tz 1. Berboten ist:

1) Das .vausieren wit Warcn jcder Brt, insbesondcrc das F-eilbictcn von Bln-
nicn, Backwarcn, Dbst n. dgl.;

2) Das Tragcn schwerer 2astcn, als Holz nnd Olrasbündel;

3) Tas szahlcn mit Schnbkarrcn;

4> Das Wersen mil Steincn;

0) Das 3-ahren nnd Neitcn, mit Biisnahmc des Wegs vom <8arlcnthor ain
Schloffberg bis in den inncrcn Schloffhos, anf welchcin im Schritt gesahrcn
nnd gerittcn wcrden dars.

2. Bcrboten ist scrner:

1) Das Betrctcn der Rascnpläize nnd Pslanzengrnppen, das Ileberstcigen nnd
Tnrchbrechen der (sinsricdignngen, das Mpslücken, ^osrciffcn, Abschneiden
oder Abschlabcn, sowic das (sntwcndcn von Olartcntrüchtcn, Blnincn, Pslan-
zcn n nd Bweigen.

2) Tas Bernnreinigcn von <8ebändcn, Olartenanlagen, 'Wcgen, Brilnncn, Tischc»
nnd Bänken.

3) Das ((-rklcttern dcr Nninen.

3. Auf dem Bnrgweg darf nicht gefahren wcrden; dagcgen ist das Reiten ans
Escln oder Pferden bis dahin, wo der Wcg nach der Karlsschanze und nach dem Friesen-
berg sich teilt, gestattet.

Die lecrgehenden Diere sind in langsaincin Schritt zn führcn. Dic von den Dicren
herrührenden Bcrnnreinigungen des Wegcd müssen soglcich bescitigt werden.

4. Hunde sind im ganzen Lchloffbczirk an knrzer ^eine zn führen.

iz Bezüglich der Polizcistnnde in dcr Schloffrcstanration sowic bezüglich des
Mitnchmens von Hunden in dicse Wirtschaft gclten die allgcmeinen polizeilichen Bor-
schriften.

tz <>. Wer den Bestittiinnngen dcr ^ l, 3 nnd 4 zuwiderhandelt, hat nach Maff-
gabe des ^ 3<>0 Z. 10 des R.-Str.-Ges.-B. Geldstrafe bis zn Oo Rtark odcr Haft bis zn
14 Tagen zu gewärtigen.

Zuwiderhandlnngen gegen ts 2 Ziff. 1 ziehcn gemäff rs 144 und 140 Ziff. 3 des
P.-St.-G.-B. Geldstrafen bis zn OO Mark oder Haft bis zu 8 Dagen, bezw. Geldstrafen
bis zu 20 Mark nach sich.
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