Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1886 — Heidelberg, 1886

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8 5. Uebertretttiigeii werdeu nach Maügabc des rj i:i<; dee> P.-Lk.-G. B. mit eiiier
Geldstrafe bis zii 2.', Mark oder einer Gefangllisstrafe bis '>» >> Tagcn gcabndet.

In Wicderboliingsfälleii kann nach Art. :i<> Llbi. 2 die zcilliche Ginftelliing deS
Gcwerbebetriebs aiif die Dauer van sechs Monate» eintreten.

,'chi 8 3 2lbs. 1 wird dcnselben strcngsstcns nntcrsagt, .Ulniner bezw. Lchlafstellen
an cinw'lftchendc Herren zn verniieteil.

I). Droschken-Or-nnny fnr die Ltadt Ljeidettrery.

Ortspolizeiliche Vorschrift voin 2. Ian.

8 1. Wcr selbständig fnr cigene lsl'echnnng oder als Gebilie Droschkcii zn Ieder-
inanns Gebranch aii öffentlichen Orten in biefigcr Otadt anfsiellen will, bat hievon dein
Bezirksamte Anzcige zn erstattcn. (8 lt-der B.-B. z. G.-O.) .bilassiliig znin C>iewerbe-
bctricb ist allen Deiijenigeil zn versagen, in deren Bcrbalteii nnd persönlichen Berbält-
nissen bcgriindete Besorgnis zn sinden ist, daff sic dicsen Gciverbebcirieb znr Gcsäbr-
dllllg der öffciitlicheii Ticherbeit und Ordniing iniffbranchen wcrden 4 Msatz 2 dcr
B.-B. z. G.-O.).

§ 2. Die Droschken inlissen mit zwei Pscrden bespannt scin. Die Pserde miisseii
binreichcnd stark sein, anständig aussehcn uiid sicher geben; anch müssen sie gleich wie
das Geschirr reinlich gehalten werden.

8 l. Die allfzustellendcn LYagen müssen solid gebant, von gesälligem Aciiffern iind
begnem sein. Die Wagcntrittc miisscn so bcschaffcn scin, daff das Ginsteigen unbc-
schwerlich ist, auch mnff der Wagcnschlag von inneu geöffnei weeden können. Ferner
s müsscn dic Wagen sauber lackiert, mit gutcm, nicht geflicktem Lcdcrzcng, im Innern mit

reinem Ausschlag nnd mit gnter Polsternng versehen sein, anch immer rcinlich gehalten
wcrden. Ieder Wagen mnff mit seincr Bespannung im Berbältnis neben. Ucbrigens
köuiien die Wagc» von verschiedener Bauart seiii. Gs kaun jedoch kciu Wagen, dcssen
I-orm mit dem Zweck der hicsigen Droschkenfllbrwerke uach biesigen ^okalitäten in
Widerspruch stände, zugelassen werden. Gtwaigcn Mängeln an Wagen oder tffeschirr
ist iinvcrzüglich abzuhelfen. Alljährlich sindet nach Auorduling dcr Polizcibehörde anf
Koffen der Besitzer eine Besichtignng sämtlicher Droschkeu uild Droschkcnpferdc ffatt.

§ 4. Die Droschken müsscn an der Nnckwand mit arabischen Iiffern wciff odcr rot
iilid an den ^aterueil mit arabischeu Iiffern rot bezeichuei sein. Die Ltttmmern teilt
das Bezirksamt zu.

8 b. Die Droschkeiiführer müsseil miiideffens 1>! Iabrc alt, des I-abreus nnd der
Oertlichkeiteii kundig sein; sie müssen stets nüchtcrn scin, jedcrmann höflich uud anstän-
dig begegncn iind sich genan an die Tarordiiung balten.

Iu eiilzelnen I-älleii kaun das Bezirksamt aus den Llntrag des Dtadtrats vou dcm
vorgeschriebeneil Lllter dispensiercii. Die ltkntscher dürfcu lici besetzter Troschke nicht
ranchen, sich nicbt mit den I-abrcudcn in cine Unterballung einlassen, wodurch ihre
Llufmerksamkeit vom I-uhrwerk abgelcnkt wird, uud ihre Iügcln nicmals dicscn über-
lassen. Auch dürfcn sie sich von ihrem Fuhrwerk nicht ciitfernen. Gs liegt ihnen dic
Pflicht ob, nach jeder Fahrt denWageu zu durchfficheu nnd etwa dariu gelassene kffegen-
stände alsbald bei dcr Polizeibehördc abzulieferu. Lie baben im Dieust stets dic von
der Polizeibchörde vorgeschriebeue Dienstkleidnug zn lragcn. Dieselbe bestcht in einem
dunkelblauen Nock mit rotcm Kragcn iilld zwei Rcihcn gelber Metallknöpsc, sowie in
cinem runden schwarzen Lcderhut mit der Numuier der bctreffendeu Droschke in Neu-
silber.

8 6. Ieder Iuhaber eiuer Troschke ist verpflichtet, diesclbe iu tadellosem Iustaude
auf den gemäff 8 7 bcstimmten Haltstatloncn nnd zu deu in 8 " und 14 bestimmtctt
Ieiten ohue Untcrschied des Wctters zum Gebrauch dcs Publikums bercit zu haltcn.

8 7. Die Haltstationen werdcu von dcr Polizeibchörde nach Auhörnug dcs Stadt-
rats bestimmt r cs inuff jedoch eiue verbältnismäffige Berleilnng der F-nhrwerke anf dcn
verschiedenen Plätzeu stattsinden. Ties zu bcwerkstelligc», iff Daclic der Polizeibebörde.
Das Ailhalten dcr Droschken au andeicu, als an den beffimmtcn Wartplätzen ist unter-
sagt. Die Droschkenführer dürsen nicht in den Ltraffeu biu- und berfahren, nm Be-
stellungcn zu suchcn, wohl abcr bei der Nnckfahrt anf deu Warteplatz F-ahrgäffe auf-
ilehmen. Die Reinigung der Troschkeuhaliplätze wird aus Nechllung der Ltadtkasse
durch städtische Bedieustete vorgenommen, wofür vou dcm Gigentümer jcder Droschke
an die Ltadtkasse die jeweils sestgesetzten Gebühren zn bezahlen sind.
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