Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1887 — Heidelberg, 1887

Seite: 213
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§ 5. Ileber die in der Gemeinde gegen Entgelt in Privatpffege gegebenen Äinder
unter 7 Iahren hat die Ortspolizeibehörde ein Verzeichnis nach einem vom BezirkSamt
festzustellenden Schema zu führen nnd jeweilS auf 15. Ianuar und 15. Iuli cine Ab-
schrift hiervon dem Bezirksamte vorzulegen.

8 6. Auf die Kinder, welche beim Jukrafttreten dieser Borschrift von Privatper-
sonen gegen Entgelt bereits in Verpflcgung gegeben sind, findet dieselbe mit der Dtast-
gabe Anwendung, daß die betr. Pfleger bmnen vier Wochen Vor- und Zunamen, Ge-
bnrtSort, sowie Geburtszeit des Pflegeskindes, den Namen der Eltern desielben und den
Betrag des Pflegegeldes der Ortspolizeibehörde anzuzeigen haben.

ß 7. Pfleger, welchc den Bestimmungen dieser Vorschrift zuwiderhandeln, werden
an Geld bis zu 50 Mark oder mit Haft bis zu acht Tagen besiraft.

0. Die Zchließung -er Wohnungen ;ur Nachyeit brtr.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 19. Februar 1866. (tz 57 Ziff. 2. P.-Str.-Ges.B.)
Ieder Hauseingang muß währeud der Nacht von 11 Uhr an geschlossen sein. —
Uebertretnngcn werdeu an Geld bis zu 10 Mark bestraft.

1). Festskhung der Polizeistunde.

Die Polizeistunde fiir Heidclbcrg ist auf 12 Uhr nachts festgesetzt. (Ortspolizeiliche
Vorschrift vom 20.' März 1877. tz 365 P.-Str.-G.-B.)

polyeilichr Änflicht nber die Hunde betr.

I. Bezir kspolizeiliche Vorschrist v. 26. Nov. 1866. 8 103 P.-Str.-G.-B.

(Mit Giltigkeit für dcn gauzen Bezirk):

Älle Hunde größerer Gattung, mit Ausuahme der Iagd- und Hühner-
buude, sowic der Schäferhunde, dttrfen nur mit einem vorschriftsmäßigen Manl-
korb versehen auf die Straßen, in dic Wirtschaftslokale und an andere öffentliche
Orte gcbracht werden.

II. Mit G iltigkeit für Heidelberg, Schlierbach und Neueuheim.

1. Bezirkspolizeiliche Vorschrift vom 26. Februar 1878.

Es ist verboten, Hnnde (gleichgiltitz wclcher Größe nnd Gattnng)
ohne wohlbefestigten, das Beißen verhindernden Maulkorb herumlanfen zn
laffen.

2. Ortspolizeiliche Vorschrift für Heidelberg vom 26. Februar 1878, für Neueu-
heim vom 10. März 1878.

Wer Hunde (ebenfalls ohne Nncksicht aufGröße uud Gattung) in
öffentlicheWirtschaften mitbringt, wird an Geld bis zn 20 Mk. bestraft.

Das Verbot unter II. 1 und 2 ersireckt sich auf die geuaiinteu Orte, soweit
die bewohnten Häuser reiche n un d soweit diese nich t ga uz a uße r
Zusammenhang mit dem Orlsetter stehen. Außcrhalb dieses
Teils von Heidelberg. Schlierbach und Neueuheim (also insbesoudere auch
bezüglich der Molkenkur, des Speyerer Hofs, des Kohlhofs und des
Wol fsbrunnens) findct Ziff. I. Anwcndnng.

III. Verordililng vom 11. Mai 1876. (§89 P.-Str.-Ges.-B.)

tz 1. Alle an öffentlichen Orten befindliche, iiber sechs Wochen alte Hunde müssen
am Halse eine mindestcns drei Centimetcr im Durchmesser große, den Wohnort des
Besitzers angebende Marke von Messing oder Mcssingblcch trägeu. Es genügt, weun
anf der Marke die Anfangsbuchstaben der Gemeinde und des AmtSbezirks soweit anae-
geben werden, daß Verwechslungcn ausgcschloffeu bleiben. Die Marke soll am Hals-
band hängen, darf also auf das letztere nicht vollständig ausgenietct werden.

tz 2. Hunde, welche nicht die vorgeschriebenc Marke tragen, werden — vorbehalt-
lich der Bcstramng der Besitzer — eingefangen nnd, wenn sie bis zum Ablaufe des
zweiten folgenden Tages nicht von dcm Besitzer nnter Vorzeigen der Ouittring über die
an die Gemeindekaffc gelcistete Zahlung einer Gebühr von zwei Mark abgeholt werdcn,
getötet. Die Auslösungsgebühren sind znr Deckuug der Kosten für die Aufbewahrung
und Verpflegnng der gefangenen Hunde nnd zn Belohnungen für das mit dcm Vollzug
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