Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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Änweisung

zur Benutzuug der Fernsprecheiurichtnugcu.

Allg e ui eiuc Bc m erkungc u.

Die Beuuvuug dcr Ferusprechveruiittcluug steht den Teiluehiucrn iu deu Tages-
stuudeu im Soinmer von 7 Uhr, iin Winter vou 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abcuds srei.

Beim Nuhen der Korrespoudeuz muh der lose Ferusprecher in dem aus dcr Lorder-
seite des Gehäuses hervortrctendeu Hakeu hängeu, weil uur unter dieser Bediugimg der
Wecker iu Thätigkeit treten kauu.

Während stattfiudcuder Uuterhaltuug sind b c ide Ferusprecher — sowohl der lose
als auch der uur mit seiuer Schallössuuug aus dcr Bordcrwand des Gehüuses hervor-
ragende — zum Höreu mit beidcn Ohreu gleichzcitig zu benutzeu; beim Fortgeben eiuer
Mittciluug wird der eiue Ferusprecher am Ohr bchalten, währeud man gegcn die Schall-
öffnuug des audereu Apparats spricht.

Zu einer guten Berstüudiguiib ist kciu sehr lautes, wohl aber ein deutliches uud uicht
zu laugsames Sprccheu ersorderlich. Der Muud ist hierbci nicht unmittelbar au die
Schallöffuuug dcs Fcrusprechers zu legeu, souderu ctwa 8—o Ceutimeter davou entfernt
zu halten.

Ciue schuellc uud sichere Bedieuung der Teiluehmer durch dic Bermitteluugsaiistalt
kauu uur ersolgeu, wcuu vou den Teiluchmer die uachfolgcudeu Aiiordnnngeii genau
beachtet werden.

I. Teilnehmer wüuscht mit Teiluehmer zu sprechen.

Zu diesem Zwecke weckt 1 zunächst die Bermittelungsauslalt, iudem er ciuuial kurze
Zeit gegeu den au der Borderscite dcs Gchäuses befiudlicheu Weckkuopf drückt; erst
hierauf hebt er deu Ferusprechcr vom Hakeu, hält ihu, behufs Gntgegenuahme der Mcl-
dung der Bermitteluugsanstalt, mit der Schallöffuniig gegen das eine Ohr uud legt glcich-
zeitig das andere Ohr gegen die Schallöfsnuug des fcsten Fernsprechers.

Die Bermittcliingsaustalt autwortet: „Hier Amt".

.-1 ncuut hierauf der Vermittclungsaustalt durch Hiiieiusprechcn in deu eineu Feru-
sprecher die Nummer uud den Namen des Teilnehmers 8, z. B.: „Nummer drei (Nr. der
Sprechstelle von 6 in der Teilnehmerliste), Löwenstein".

Die Anstalt giebt zurück: „Bitte rufen." Oder sie sagt: „Schon besetzt, bitte uach
8 Miuuteu nochmals rufen". Jn letzterem Falle erwidert „Berstanden" uud häugl
den Fernsprecher wieder in den Haken.

Auf die Meldung der Vermittelungsanstalt'. „Bitte rufeu" drückt .V nochmals anf
den Weckknopf. jetzt aber etwa 3 bis4Sekuudcn laug; wühreud des Kuopfdrückcns bchält
er den Ferusprechcr am Ohr. Nachdem die Gegeuiuelduug: „Hier tt, wer dort3" eiu-
gegangen ist, beginnt ^ die Unterhaltung mit: „Hier Es empfiehlt sich, deu Ab-
schluß der einzelueii Mitteilungcn, Fragenec. durch „BitteAutwort" bezw. durch „Schlus;"
zu bezeichnen.

Der Anruf durch Drückcn auf den Weckkuopf darf währcud eiuer augefaugeiicii
Unterhaltuug nicht wiederholt werdeu. Kann eine bcgouueue Unterreduug nicht unuuter-
brocheu zn Ende geführt werden, so muß der Teilnehmcr, welcher uoch weiterc Mitteilungen
erwartet, den Fernsprecher am Ohr behalten. Jm gegenseitigen Juteresse sämtlicher Be-
teiligten ist es indes dringeud erwüuscht, die Zeit der Benutzung jeder einzelncn der ver-
laugten Verbittduligen möglichst abzukürzeu; Pausen in der Unterhaltung sind daher
thunlichst Zu vermeideu. Jst eine längere Unterbrechuug in der Uriterredttiig uicht zu
umgehen, so muß beim Eintritt der Pause von.4, d. h. von dcmjenigen Teilnehmer,
welcher das Gespräch eingelcitet hat, das Schlußzeichen gegeben werden; behufs Fort-
setzung der Unterhaltiiug ist dic Vermittelungsanstalt demuächst von Neuem anzurufeu.

Nach jeder Beeudiguug des Gesprächs häugeu beide Teilnehmer den Fernsprecher
sogleich wieder an den Haken; unmittelbar darauf muß ^ der Vermittelungsaustalt vou
der Beendigung dnrch das Schlußzeichen dadurch Keuiituis geben, daß er dreimal hiuter-
einander den Weckknopf kurz nicderdrückt. Zur Erzieluug eiucs geregelten Betriebcs ist
die pünktliche und ordnuugsmäßige Abgabe dieses Schlußzeichens unbedingt notweudig.

Wird unmittelbar nack) Schluß einer Unterredung dic Verbiudung mit einem andereu
^eilnehmer gewünscht, so ist auch in diesem Falle zunächst das Schlußzeichen zu gebeu,
bezw. abzuwarten und erst darauf — zur Verhütuug von Mißverständilisseu indeß uicht
vor Ablauf einer halben Miuute — die Vermittelungsanstalt von Nenem zu wecken.
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