Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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weit alle dicse Personen mit dem Mieter zngleich ein- oder
audziel, en, berührt

1>. von dem Mieter beznglich jedes Ein- oder Anszngs der mit ihm ivolmeiiden
Familienangehörigen, Dieiistboten, Gcsellen, Gehilscn, Lehrlinge. Pflegliiige,
Aftermieter, Schlaflente, welcher mit seiner eigenen WobiiiiugD-
vernndernng nicht znsa'.iiinenfällt.

Äinder nnter vierzehn Iahren köimeii anster Belracht bleiben.

Für jede Person ist die Anzeige a»f eine besonderc Impresse zn schreiben. A»r bei
Meldungen, die sich anf ein Familieiihanpt bezichen, koniien (5st)esrallen nnd Kiuder anf
das gleiche Blatt geschrieben werden.

Die Anzeigen sind von der Ortspolizeibehörde alphabetisch nach dem Aanien der
Angezeigten geordnet anfznbewahren.

ss t2. Ieder, in Bezng ans dessen Person oder Angelwrige nach Borschrist dicscr
Verordnung eine Meldnng erstattet werden ninst, ist verbnudeni den znr Meldung Ber-
pslichteten alle znr vorschrifesmästjgen kstrsüllnng ersorderlichen Augabe» zn machen.

Die Jmprtssen zn den Foriniitarien .X.nnd lch werden ans dem Pastbnrean niiciit-
geltlich abgegeben.

t) Ortsp olizeiliche Borschrist v o m l.'1. I n n i 1 >!?l. Meldewesen belr.

H 1. Die Dienstherrschaften, Arbeitgcber nnd Lehrherren sind gehalten, aiirb dcii
Diensteintritt und Tienstanstritt der nieht mit ihnen znsamnicnwohneiidcii
Tienstboten, Fabrik- nnd Handarbeiter, GewerbZgehilsen nnd Lehrtinge spätesten-? nach
Uinftnst von zwei Tagen srhristlich bei dcr Polizeibehörde anzninelden.

ts 2. Uebertretnngen wcrden an Geld bis zu 20 Mark bestraft.

2) Ortspolizeilichc Borschrift vo m 2!>. I u l i 18>>4. Meldcwesen betr.

Mit Ziistimmnug des Siadtrats dahicr und Genehuiigung des (strosth. Laudcskoi»-
misssärs in Mannheim wird auf Ärund des 8 d! Abs. 0 der Berordiinng voin o. Mai
1X80 und des tz 49 P.-Str.-G.-B. verordnet was solgt:

Die Jnhaber vou Fremdeupeiisiouett haben jeden Samstag Morgcn der Poiizei-
behörde ein Verzeichnis der bei ihuen wohueiiden Freinden, nnter Angabe von Aanieii.
Stand nnd Wohnort der bctreffeudeu Personcn, vorznlegen.

Vorübergehende Besuche von auswärtigcn Verwandten oder Befrenndcteii der
Pensions-Inhaber blciben dabei anster Beiracht.

Uebertretungen werden an Geld bis zn 20 Mark bestraft, vorbehaltlich der in 8
P.-Str.-G.-B. Abs. 2 angedrohten höheren Slrafe fnr die daselbst vorgesehenen er-
schwerteren Fälle.

8. Die lleberwachung der von Privatpersonen gegen Entgelt in
pflege gkgkbrntn Kiudrr brtr.

Bezirkspolizeiliche Vorschrift vom 90. Inli 1981. 98a des P.-Str.-Ges.-B.)

8 1. Wer Kinder unter 7 Iahren, welche von Privatpcrsoneii in Pflege gegebe»
werden, gegen Entgelt in Pflege iichineii will, hat vor der Aufunhme nnter Vorlage der
den Personenstand der Kiudcr feststellenden Urkuiiden die Geiichinigiiilg der Ortspolizei-
behörde hiezu einznholcn. Diese Genchiuigung wird nnr erteilt, wenn der Psleger be-
züglich seines Leninunds, seiner Familien-, Erwerbs-, Wohnnngs- und sonstigen Bcr-
hältttisse die Garantie dafür bietet, dast dem Kinde bei ihm die nötige Pflcge nnd
Fürsorge zn Teil tvird.

8 2. Acndert der Pflegcr seinen Wohnsitz oder seine Wohnnng, oder wird das
Pslegeverhältnis dnrch den Tod des Kindes oder dnrch dessen Entlassung aus der Pflege
anfgehoben, so hat er dies binnen acht Tagen der Ortspolizeibehörde anzuzeigen.

8 9. Die Ortspolizeibehörde verlassigt sich von Zeit zir Zeit über das Besindcu
des Pfleglings nnd die Art seiner Abwartnng, vcranlastt die sofortige Abstellnng et-
tvaiger Mihstände und zieht gecignetenfalls die crteilte Genehmignng wieder znrück.

8 4. Die Pflcger sind verpflichtet, den Bezirksrätcn, den Mitgliedern der Armen-
behorde, der Ortspolizeibehörde und den von ihr beanstragten Personen jederzeit den
Zutritt zn der Wohnnng des Pflegekindes zn gewähren nnd jede geforderte Ausknnft zn
erteilen. . ,

8 9. Ueber die m der Gemeinde gegen Entgelt in Privatpflege gcgebenen Kinder
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