Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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II. Msui»dheitspoli;ei.

«(stesulldheitspolizeiliche Borschiifteu siudeu sich auch iu der uuier dcr chubrik lV.
-- Straßeupolizei — ausgefiilirteu ortspolizeilichcu Porschriil voui 22. Dezbr. 18<»5.)

F. Schlachthaiis-Ordililng.

iBestiniiiiuugeii bezüplich deo Biebbofes vcrgleiche uulcr Üio. Vt. (^ewerbepotizei.)

Drte'polizeilichc Borschrift voiu 18. Aiiffiist ttt7U. irs !>5 des P.-Str.ches.>

§ l. Allcs jzroßc Schlachtvieh (Schscu, Farreu, >tübe, Üiiuder) iiius; iui Schlacht-
haiis peschlachtct werdeu.

ss 2. Eiue z'lilsiiahuie sindet uur stau. iveim das Schlachlhaus aus irgeud ciueui
chruude, z. B. ivegeu bobeu Wasserstaudes, uiebt beuum iverdeu kauu.

In dieseiu Falle ist jede beabsichtigte Schlachtuug der Polizcibeliörde uud deiu
pjteischbeschaucr rechtzeilig auzuzeigeii.

i; Ü. Die gewöbiiliebe Schlachtzeit ist auf voriuitlags !« bis abeuds (i Uhr fesrgesem.

Wer zu ciuer auderu Tageszeit schlachteu will, har zuvor deiu Fleischbeschanerz'lu-
zeige zu uiachcu.

Vou abendS !> Uhr bis uiorgeus 4 Uhr soll, Notsallc ausgeuoiuiue», uicht geschlach-
ict werdeu uud umst das Selilachtbaus geschlosseu bleibeu.

H P Das Srstlacstteu au Zouii- uud geseizlicheu Feiertageu kaiiu »ur iu deu Soui-
»icriiioiiateii (Mai bis eiuschliestlieli Dktoberi uud iu gauz driugeudeu ,Hilie», aber nie
Ivälireud des Bor- oder z'kachiuitlagsgoltcsdieustes, souderu uur vou 11 bis 1 Uhr uiit-
uigs voui Bezirksauit gesratlet werdeu. Austerdeui ist die beabsichtigte Zchlachtiliig
ieiveils deiu szleischbeschauer auzuzeigeu.

szesttage iiu ^iuue dieser Borsebrist sind die deu deideu iclousessioite» geiiteiusauiell
ojeiertage: Peujabr, Dstcruioiitag, (Uirislibiuiiiielfabrtstag, Psiugstiiioutag, (shristtag
uud Dtepbaustag, feruer der (strüudoiiuerslag, (Uiarsreilag imd sz-rouleichuamstag.

.5. Beiiu Trausport i» das Dchlachlhaus »iiist das Schlachtvieb gehörig verwahrt
uud vorsichtig gefiihrt, auch dars dasselbe uielit eher als uumittelbar vor der Schlach-
timg iu deu Schlachtraiiiu gebracht werdeu.

sz«». Beim Leblachteu uud de» dauiil verbiiudeueu (sleschästeu soll Ruhe uud Au-
staud berrscheu.

(z 7. Vor Begiuu der Scblaehliiug sind die Diere au der Stelle, wo das Schlachten
vorgtiioiiiiue» werdeu soll, gut uud sieher zu befestige».

Das Werseu auf die ^chrage» ist sorta» verboteu.

7:c DaS Dötcu dcr Diere hat durch Stiriisehlag uiit oder ohue Auweuduug der
Schlachtmaske »ud sosort uachfolgeiideui Brustslich z» gescheheu.

Die AiiSführuug deS Halsstiches, wobei uur die Drosseladeru durchschuittcn werden,
ist vcrboteu. Das Schlagcu darf »ur vo» solcheu Persoueu, welche der Fleischbeschauer
oder desscn Stellvertrcter als bcfähigt erklärt uud iiur uiit eiucm von deniselbcu als
geeiguet bezcichucten „Sehläger" ausgefiihrt wcrdeu.

Bci ältereu, schwerercu Diereu, welche niiituiastlich durch den ersteu Schlag nichk
gefällt werdeu köiiueu, ist die Schustmaske zu verweuden.

sz 7l». Beiiu rituelleu Schlachteu der Israeliteu hat das Fessclu nnd Werfen der
Diere iu schoueuder Weise ebeufalls ohue Beiilihliug des Schragens zu geschehen, nnd
uiiist der Halsschnitt sofort uach dein Werfeu ausgcführt werden.

Das bei diescr Art der Schlachtuug, sowie bei alleu Schlachtnugeii, bei denen der
Schlnnd der Diere durchschuitten wurde, aufgcfaugenc Blut dars uicht zu Speisezwecken
vcrwendet werdcu. Desseu Berweuduug zu techuischeu Zwecken steht uichts cntgegeu,
doch niust es sofort iu die zu diesem Zwecke im Schlachthaus aufgestellte Tonue ge-
schüttet werdeu.

, jz 8. Die beiiu Schlachteu besehästigteu Persoueu haben deu Aiiordilitttgeu des
Fleischbesehauers uud Sehlachthaiisaufsehcrs bezüglicli der F-lcüschbeschau, Reiulichkeit,
Aufrechterhaltiiug der Pul,e uud Orduuug Folge zu leistcu.

Das Fleisch der gesehlachteteu Diere eiuschliestlich der (Viugeweide darf erst
»ach erfolgter Besichtiguug durch deu Fleischbeschauer a»s dem Schlachthaus entferut
mid uur dauu von dei» Metzger oder desscu Arbeitern uach Hause gebracht werdeu,
wenn es für baukwürdig erklärt ist, Die Berwertuug uicht baukwnrdigcu, aber doch
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