Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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fiir gemeschar erklarieii Fleisehes ersolgt ouf der stadtiselie» Frcibauk »och Aiiordnimg
des FleischbeschmierS.

t; 10. Ter Schleichiliauc-ausselier ist dasür oermitwortlich, dast da-:- Schlaeluliau-:',
»ameMlich der Bode» »ud die 2t-a»de, sowic die (sterälschasteii stels rei» gelialieu iiud,
dasz Blut, Tuiig uud soustiae Bbsalle au-> dem Schlachiliau-t. jeweilo sofori wea»edrachl
werde» »»d das; der Bchtiin ii» Sclilachibaiis geweudet, der Iillialt aber soglciel, eul-
ferut wird. Derselbe bat iu der cheil vo>» Mai bis eiiisebliestlich Skiober lätstia,, soust
spätesleiis uaäi 18 Sliiudeu die Tiiugprube zu eiilleere» mid die Bbfälle a»s deu »äd-
tiselie» Lstaseupla» zu verbriiipe».

Taö Herausbäiuze» oder >>"a»swerse» vo» Mfälle» i» uiitersagt.

§ 11. Persone», welche »icht ii» Selilachtl,a»se beschasligl si»o, uaiueiillich >ii»deru,
darf der Biifeiitlialt daselb» iiiel» qe»atlet werdeu. Te» beim Schlaeiilcu besäiäsligieit
Pcrsoueu i» das Rauelie» ii» Schlachthaiis »utersagt.

^ 12. Tas Mituebwe» vou .stuiiideu i» das Sei>!acht!,a»s i» verbote» imd uaiueul-
lich dcm ltliisselicr das »iilter» vo» eiguc» oder sremde» .viiude» i» dcinselbe» »meriagl.

ts 18. Tie Blenacrmeister siud siir die mii ilirem Borwisse» be»aii»eue» klebcrlre-
tuugeu ihrer stlrbeiter mitveraiitivorilieli.

8 14. Buwiderliaiidluugeu werde» au (äeld b!s z» 20, besteliuugsivcise bis »i im
Mark bestraft.

14. Flnschlitschlui.

Srtspolizeiliche Borschrist vom 14. I»»i 1^2.

ts 1. Ter Berkmis dcs uicht baiikwiirdigeu, aber als geuiestbar erklärieu psleiillies,
umulich des FlcischeS:

1> vou vermiglüetteu Tiere», wclehe »icht Mtverzüglich »ach dem Niifall ge-
schlaclitet iverdeu,

2) vo» alleu und vou abgemagerleu Pserde»,

8) vou Kälberu, die »icht 14 Tage alt siud,

4s vou kraukeu Tiereu, soweit solchcs Tleiseh verkaust werde» darf,

8) das vo» dem Fleischbeschmier als uugeeiguet für de» mibeschräiilie» Beikaus
itt Fleischbäukeu bezeiehuel wird,

ist uur auf der Freibauk gestaltet »ud darf uur zu der vom Fleischbeschauer fest-
gesetztcu Tapc stattsiudeu.

2. F-leisch vou auSwärts geselilaehteteii Tiereu darf »ur dmiu i» die hiesige
Stadt eiiigesiihrt werdc», ivemi dasselbe vo» dem Flcischbesehauer der Olemeiude, >vo die
Schlachtuug statthatle, uutersucht uud eutweder als baukivürdig bcfiiudeu,
oder weuil uicht für baukwiirdig, doch sür geuiestbar erklärt wor-
deu ist.

ss 8. Ieder derartige F-leischtrausport must mit ciuem vom Fleischbeschauer des
SchlachtuugSorteS ausgestellteu, die geuaue Bezeielmmig des F-leisches uach Nrt, (8e-
wicht uud Stiickzahl euthalleude» mid vo» der Trtspolizeibehörde »uter Beidriickmig
dcs Ortssiegcl beglaubigten Gesmidheitsscheiue begleilet sei». Taö aus diesei» Seheiue
ausgeprägte Ortssiegcl miist auch mif dcm F-leisehc seibst oder a»s ciuer demsclbeu au-
gehefteteu Karte oder Plombc augebracht sci». Wo die Fleischbeschauer cigeue Dieust-
stempel habeu, treteu diese a» Slelle der Ortssiegel uud die Beglaubiguug durch die
Ortspolizeibehörde fällt weg.

Der GesuudheitSschci» hat uur sür eiiieu Tag Giltigkeit.

zs 4. Jst das F-lcisch sür Metzger, är-ursller, Wirte oder .8ostgebcr odcr zum Ber-
kauf auf deu Markt bestimmt, so darf es »ur i» Biertelu oder eiiizelucu gaiizeu Stückeu,
z. B. Leude», Nippcustückeu uiemals aber i» misgcbeiutem Zustaude eiugeführt
werdcu. Berstümiuliliigen eiuzeluer Fleischstücke siud verboteu dic Leudeu müsseu aus
miudesteus zwei Nippcu abgestocheu uud der bctrefseude Tcil des BrustselleS unvcrsehrt
vorhaudeu seiu.

ts st. Alles iu hiesige Stadt eiugeführte F-leiseh vou misweirts geschlachtetcu Tlere»
uuterlicgt, bevor dasselbe zm» Berkauf gebracht oder a» die Bcsteller abgeliefert wird,
ciuer uochmaligeu Beschauuug durch deu hiesigeu Ueischbeschaucr, welcher daS Ergcbuis
auf dem Gesuudheilsscheiu zu beurkuudeu hat. Die Besichtiguug fiudet au allen Wocheu-
tageu morgeus zwischcu 7 uud l) Uhr im Ralhause statt. Wird Fleisch zu eiuer audcru
Zeit eiugeführt, so ist uuverzüglich dem Fleischbeschauer Auzeige zu machcu.
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