Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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8 8.

(5s ist dem Leichenperscmal bei Strase der Dienstcntlassung verboten,
an die pinterbliebenen irgcnd eine Ansorderung an 6ield oder anderen Dingen, nne
.vandschnbe, Tranerflore nnd dergl. zn niachen.

(^s dars dem Leichenpersonal oder den Lcichenbegleitern dnrNians tveder vor, noch
nacl, der Becrdignng (s'ssen oder Trinlen verabreidn iverden.

Bei Leichen, weiche von lner weg nach einem anderen Lirte verbrackn werden, !un
das biesige Leichenpersonal, sobald es zn DicnNleistnngen bernsen Ivird, in ^stirksamkeii
zn treten; eS erbcilt dann die snr diesen TaU seNgesevten (stebäbren.

sr 1".

Ans dem stadtischen Sarginagazin niiissen die Särgc, deren innere Änsstaltimg
»nd das Beschläg derselben iiniiler genommen Iverden, Ivenn die Leichc ans biesigem
,Triedbose beerdigt wird.

12. Tranerivagcn.

LLiiiischen die Leidtragenden mehrerc Wagen beNelll zn Iiaben, so Iiat der Leichen
ordner dafär zn sorgen nnd die klosten in das .ckoNenverwichnis anfznnebineii.

Bei Beerdignngen in der sslrmenklrissc hat der Leiäienordiier die etiva geiviiiiseble
BeNellnng eines zweitcn oder mebrerer Tranerivagen abznlelnicn.

^ 1>4. L i nderl eiä,eu.

Leichcn von .Nindern »iner >i Tutlnen werden in l. nnd ll. ttlasse in dcm Lcichen
Ivagen nach dem Hriedlwse gesabren, in den iibrigen .Nlassen lonnen solckie in dei» dasär
beslimmten Tranerivagen gesabren ivcrden isoscrn sie nichi dnrcl, die Leichcnwärlerin
getragen werden».

>!inder, Ivelche an Tiiplms, Tivbtberitis, ScharlaN, nnd Mascrn gestorben sind,
därfen nnr im Leicbeiiwagen anf dem Fricdhos gebracht iverden.

Todaeborcne, ivelebe Levenssäbigkeit hattcn, sollen nnr von der Leichenwärteri»
besorgt wcrden; es bedars dazu keiner Trnger.

^14. Beit dcr Lei ch e n b e g ä n g n i s s c.

Alle Beerdignngen solleii in der Begel morgens nielN nach k» Iltir »nd abends im
Wiin te r nicht vor tt Ilhr, im Sommer nicht vor ä llhr statlsindeii.

Bnr Nachkzeit dürsen Begräbnisse nnr mit (sn'lanbiiis der Tciedbosskoinmissiou.
oivie mit besonderer polizeilicher <Nencl,mign»g vorgcnommen werden.

§ 17. L c ieben hans.

Da die Stadt noch kein allgcmeines Leichenbans bcsitzt, so l,at das akademisebe
leirankenbnns die Beiiätznng seiner Leichenkapetle in solgender Weise gestattet:

Solltc es von der Familie gewnnscht ivcrden, so kann die Leichc i n die se a -
pel! e, sobald die erste Leichenschan vorgeiiommen ist, gebracht wcrden.

In dieselbe Kapelle werden anck, alle Leichen gcbracht, tvenn deren C>ittfer>in>lg
ans dem Sterbehanse ans sanitätspolizeilichen (striiilden geboten ist.

Ausgeschlossen sind davon Leichen, dnrch welche eine Ansteekung dcr Bewohner des
Krankeiihaiises zn besnrchten wäre, namciitlich an Blattern oder an (sholera Bcrstor-
bene. Jn der gcnannten Kapelle sindet dic gccignete Bewackmng der Leiche stakt. Die
Beerdignng geschieht dann von dieser Kapcllc ans.

Die an einer der oben genannten Krankheiten Verstorbenen werden sobald als
möglich nach eingetretencm Todc in die Kapelle anf dem allgemeinen Fried-
l, o s gcbracht, um von dort ans beerdigt zn wcrden.

Ter Transport der Leiche in cine der beiden Kapellen darf in der Negel im Som-
mer des morgens nicht nach 7 llhr nnd abends nicht vor 7 Nhr; im Winter morgens
nicht nach 8 Uhr nnd abends nicht vor 4 Nhr stattfindcn.

(5's inns; dabei immer ans die Akoglichkeit des Wiedererwachens Nücksicht gcnommen
Iverden; dic Leiche darf daher nicht eincm verschlosscnen Sargc, nnd bci kaltem Wctker
nicht ohne Decken transportiert, sie mns; schonend n»d schicklich behandelt nnd stets in
angemessener Lage und Stellnng getragen werden.
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