Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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Der Dnmsport der Leicheu »ach ciiicr dcr pciiamitril >!ape!lctt gcschi'cht »ach vor-
Attioimm'tter Leicheuschaii i» de» hiersiir bestiuiiiiteii Leichetttram>Po'rtwaA'tt mid wird
voii deiii betreffeiideil Lelcheiiordiier iinter Beihilse voii zwei Leicheiiträgeril gelcitet.

Die Taxcii dafür siehe Begräbiiistaxeii <14. Iu der Lapclle aiis deiw
Friedh os miiß die Leiche aiif eiii eigenes (Periist gclegt mid der Raniii iii der kältcren
Iabreszeit mäßig geheizt wcrdeii. — So oft Leichei, iii diese .stapelle koimiieii, imiß
jedesmal eiii Wächter aiisgeslettt werdeii, dem dic geiiane Bewachmig derselbeii obliegl.
— Zii diesem Behirse ist demselbcii iiebeii dem Leicheiiramiie eiii gehorig ciiigerichtet'es
mid beizbares Zimmer ziim Aiifeiithalte zii überlasseii. — Bei dort vorziliiehmettdeii
Sektioiieil ist dem Friedhofsmisseher ziwor Anzeige davoii z» crsratten mid siiid die
Reiiiigiiiigskosteil bon den Betreffciideil zu trageil.

§ Itt. S ch l ii ß b c st i m m 11 u g.

Ilebertretilngcii dicser Bestiimiimigeil iverdcu gemäß § W Z. dcs P.-Str.-(st.-B.
i» Geld bis zn 50 Mk. geahndct.

II. Wriedhofs-^rdlmng.

H 20. Dic miiiiittelbare Aiifsicht über de» Friedliof fülirt der dazu bestellte mid
verpflichtetc Friedhofsaufseher nach der für ilm festgesetzteii Dieilslweismig; deil Auord-
iimigeii desselbeu auf dcm Friedhofe hat das der Friedlwsskommissioii mitergebeiic
Personal mibedingte Folge z» leisteii. — Shue Borwissen des Friedhossaiifsehcrs darf
»ichls vom Friedlwfe hiiiweggelioiiimeii, heraiisgeschafft oder hiiieiiigetragen werdeu.

^ 2<l. Die (sträber kömieii mik Blmiieii mid iiiedrigeii Sträiicheru, iiicht aber
mit Draiierweideii oder aiidercm (stehölze besepl werdeu. Die Gesträuche a»s deu Laiis-
gräbern iu erslcr Neihe dürse» die .vwhe von eiiiem Bteler ilicht übcrschreiteii, damit
die Iiischrifteii auf deu lstanfgräberii iu de» hintereii Reiheu sichtbar bleibe». Die A»-
gelwrigen des Dotcii dürfeii desse» Grabstätte sclbst bcpflaiizen miter Beaiissichtigmig des
Friedhofsaiifsehers, dasselbe auch durch eiueii Gärtuer thmi lasseii miter der Bediu-
gmig, daß dicsclben alle Beraiitwortmig libcriiehmeii mid der Gärtner miter Aiifsicht
des Friedhofsaiifsehers arbcitet. (stlaubt er sich de» Aiiordilmigeii dieses uicht fügeu zu
kömie», so hat er sofort die Arbeit ciiizttstelleir mid sciiie Beschwerde vor deu Borsitzeii-
deu der Friedlwfskommissioii zu briugeii. — Deu sich ergebciideil -^chiitt habeu die
Beteiligten uach Benehmeil mit dem Friedhofsaufsehcr wegrämiieii zu lasse». Privat-
bäiile oder Wtühle dürfen airßerhalb dcr abgegebeiie» .(ianfgräber nicht daiierud aus-
gestellt tverdeii.

Alleu Gärtuerii, tvelche dic Bepflaiizmig vou Gräberu besorgeii, ist bci Strafe
mitersagt, Bämiie außerhalb der Grabstätten zu pflaiizeii, zn versetze» oder zn entferiieil.

zi Wm Die zn Faiiiilieiibegräbttifseil abgegebeueii Plätze dürfeu aiisiiahmsweise
a»ch als Grnfteii hergestellt tverdeu.

Bezüglich derselben wird bestiimnt:

1) Sic dürfeu liur mitGeilchiiiigmig der Friedhofskomiliissioii »ach Ailhörmig dcs
Stadlbaiiamts errichtet werdeu. Die erforderliche» Pläue sind zilrGeilehittigmig vor Iu-
aiigriffiialmie der Arbeit vorziilegeil. Tie llmfassmigswüiide der Griifte» siud aiis hart
gebramiteii Backstciiieii in der Stärke vou iiiiiidesteils 1',5 lliormalsteiiieil 38a,n) mid
i»it Cemeiit gemailert, herziistelleii. Das abschließende tstcwölbe ist cbeiifalls ails hart
gcbramiteii Backsteiiieir in der Stärke eiues gestreckleii Stciiies 25em) aiisziiführeil.
Behiifs Bcrhliidermig des Giiidriiigeiis vo» Wasscr isl das Olewölbe mit Asphalt abzn-
decke». Der Boden der Gruft ist aus O'emciitbetoi! von 20«an Stärke herznstellc» mid
cbeiifalls mit einer Lage Asphalt abziidecken. Tas Gewölbe, sowic die ilmfassmigs-
>vä»dc im Imicrit siud mit 2nm starkei» Berpiitz von Oeiiieiit zu versehcn. Der Ver-
schluß der Grnst hat mittelst eiiier 12c.m starken Steinplatte, ivelche in einer Uinral,-
»>»»g iiiit Falz liegt, zn geschehen. Dicse Stciiiplatte iit mit 2 eisernen Ningen z» ver-
sehe» »iid naeh jeder Beisetznng vo» Lcichen wieder gnt in Gement zn verlcgen.

2) Grilften müssen nach jeder Beisctzmig einer Leiche wieder vollständig dicht ver-
schlossen iind dürfe» mir znr Beisetzmig einer weitcren Leiche wieder geöffnet werden.
Das Oeffne» mid Schließen geschieht mif .stosten des Besjtzers.

3, Vor jeder Wieder-Gröffnmig eiuer Grust (Ziff. 2) ist ciiie Neinigmig nnd Des-
iiifektion der Liift iiach Aiileitmig des Bezirksarztes vorzunehmen, ehe jemaiid sich l>in-
kinbegibt; zn diesem Zlvecke ist v'orher stets rechtzeitige Anzeige an das Großh.Bezirks-
amt zn niachen.

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