Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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H 4. Bci Ansbruch eines Brandes znr Nnchlzeit ist die Direttion des slädtischen
chasi'oertS nerpflichtet, alsbald die Stadt belenchten zn lassen nnd einen tiichtipeii Werk-
führer init cincm Gchilfen, mit den nötigen Gerätcn versehen, znr Brandstätte zu schicken.

^ ä. Auf den ersten Feuerlärm hat die Polizeiniannschaft sogleich den Gr. Anits-
vorsmnd, den Nespizienten des Bezirksamts, dcn Oberbürgernieisrer, die beiden Kom-
mandanten der freilviUigen Fenerwehr, den Stadlbanilieister und die s'iaseriiciiwache
zu benachrichtigen.

fz 6. Bis zum Gintreffen der freiwilligen Fcnerwehr, welche bei allett Brattd-
fällen znnächst die Lösch- nnd Nettnngsmannschaftett stellt, habcn dic
Haiisbewohncr init den zu ihrer Hilfe herbeieilenden Personen alles aiifznwendeii, nin
das Feuer zn löschen oder dessen Änsbreiinng zn verhindern.

§ 7. Dic Anordniliig nnd Leitnng der Löschinaßregeln tteht dem (hrohh. Aints-
vorstande, bezw. seinem Ltellvcrtrctcr zn, welchein hierliei der Dbcrbnrgerineister, der
Lladtbaurncister, soivie der Koiniiiandaiir der srciwitiigen Fcnerwehr beratend znr
Scite stehen.

Die Befehle znr Ansfnhrnng der speziellen Aiiordiinngen crteilt der Kolninandant
der freiwilligeii Feiierwehr.

zs 8. Dein Gr. Anitsvorstande. bezw. dessen Stellvertreter tteln die BefngniS zn.
ini Notsalle nicht znr frciwilligen Fencrwehr gelwrige, arbeiisffibige Ginwohncr znr
Hilselcistnng bciznziehen; lcytere sind bci Strafverineidcii verpslichiei, den Aiiordnnngen
der iin vorigen Paragraphen bczeichiictcn Personen Folge zn lcitten.

Fn gleicher Weise sind die Besiyer von Privatfcncrspriyeii gehalten, solche anf
Berlangcn znr Verfügring zn stellen.

Bei strengcr Kältc sind die Bewohner der benachbarien Hänser znr Bereitstelliing
inid Abgabe von warniein Wasscr verpstichiet.

rs ff. Wenii answärtigc Hilse eintrittt, w iiat sich dieselbe nnier die Leitnng nnd
Befeble dcr in § 7 genaiiiitcii Personcn zn ttellcn nnd darf ohne deren besondcre Anf-
fordernng nicht in Thätigkeit treien.

8 I«>. Müffige chnichaner sind von der Brandstätte fortznweisen. Gltern, Vor-
münder nnd Grziehcr sind verpflichlet, üire jiigeiidlichen Angehörigen während deS
Brandes zn Hanse zn behalten.

8 1l. Anffcr dcn Bewohiiern des Hanscs nnd den i»i 8 7 bezeichneteil Personen
haben imr Feiierlvehrinäniier Bnlrilt in das brennende Hans, bezw. in die stlachbar-
hänser, von welchen a»S gelöscht Iverde» odcr das Neilen von Fahrnissen stattfinden
kaim. - 28er während des Llrandes Gegcnstände an einen anderen Drt verbringcn
wil! nnd sich nicht anf der >Ltelle genügend anfznweiscn verinag, ist festznhalten nnd vor
die Polizcibchörde zn führen.

rs 12. Kann ciileni Brande nnr dnrch Ginreiffen dcr breiineiiden oder eines dcr
benachbartcn Gebänlichkeiten Ginhalt gethan werden, so hat sich dcr Gjgentünier der
dcsfalls gctroffcnen nintlichei, Aiiordiiung zn nnterwerfen, da er nach dem Brand-
vcrsicheriingsgefctz Gntschädignng erhält.

iz 18. Tie crforderlichen 2lilord>itiiigen nach Löschnng cines TlrandeS, insbesondere
anch wcgen Uebcrlvachiing nnd Ränniniig der ABandstätte, trifft der Koniinaiidant der
sreiwilligen Fencrwehr iin Beiiehineil niit dcni Gr. 2lnitSvorstande nnd dein Tiertreter
der Stadt.

8-14. Die geretleten Gegcnstände werden nnr zn einer lnerzn feslgesetzten Peit nnd
gegen Bescheinignng znrückgegebe»; wer üch jedoch bei der Polizeibehörde als Gigen-
innier nncntbehrlicher Gcgenstände, als: Tlettcn, Klcider ee. ausweist, dem können sölche
gegen Gnipfangsbeschcinignng foglcich verabfolgt werden.

L 15. Die beim 2lnfräniiicil dcr Lffandstätte gefiiildcncii Gegenstände sind, sofern
der Gigentüiner nicht sofort ermittelt werden kan», an die Polizeibehörde abznliefern.

^8 16. Uebertretnngen dieser Fenerlösch-Srdnnng werden ans Grnnd des 114'
P.-St.-G.-B. an Geld biS zn 60 2Nark oder niit Haft bis zn 11 Tagen bettraft.

8 17. Die niit dcm Hcntigen in Krast trcteilden ncnen Statnlen der freiivilligen
Fenerwehr dahier bilden eincn Bestandteil dieser Feilerlöschordnimg.

8 18. Der Stadtrat ist berechtigt, sobald das BcdürfniS hervortritt, die nicht in
der freiwilligen Fencrwchr stchenden männlichen, staats- nnd rcichsbürgerlichen Gin-
wohner iin Alter von 20 biS 45 Iahren — die aktiven stNilitärperfoncii aiisgeiwinnien
— als Hilfsmannschaft zn organisieren nnd nnter das Koinninndo der freiwilligen
Feuerwehr zu stellcn.
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