Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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Das Plakatwrsrn brtr.

Orwpolizeilichc Vorschrift voni 10. März 1887.

1. Straßen-Plakatc aller Art — sofcrn diesclben ihrcm Jnhalte nach iibcrbaupt
gcsetzlich znlässig sind — dürfen nnr an den zu dicsenr Zwecke bestiinnitcn, von der
Stadtgemeinde erstellten Anschlagsänlcn oder Anschlagtafeln angeklebt, angeschlagen
oder sonst befeftigt werden.

Diesc Bestiinmnng bczieht sich nicht anf die Bekanntinachnngcn offentlicher Be-
hörden und nicht auf diejenigen Plakate, welche von Grundstücksbesitzern odcr Alietern
ausschlicßlich in ihrem Privatintcresse an ihren cigenen Hänscrn, Grnndstückcn oder
MietSräumen ausgehängt oder angeschlagen werden.

Den Verlegern dcr hier erscheinenden öffentlichen Blättcr ist die nntcre Halfre der
crrichteten Anschlagsänlen znm ansschließlichen Anklebcn .'c. ihrcr Zeitnngen durch
cigcnes Personal überlassen.

Tcn Verlcgern der Heidelberger Zeitnng und des Heidelbergcr AnzeigerS ist ferncr
gcstattet, das jeweils von ihnen verlegte Blalt an die zur Zcit schon vou dcnselbeu cr-
stcllten AnschlagStafeln noch wcitcr anznklebeu.

Dicse beiden Artcn von AnschlagStafeln dürfen indcffen, we»n ans irgend
wclchem Grnnde von der ftaatlichen Bchördc dercn Gntscrnimg angeordnet oder wciin
sie sonft abgängig werdcn solltcn, dnrch nene Tafcln nicht mehr erscizt wcrden.

8 2. Die Befeftignng der Plakate an dcn im vorstehenden Pnragraphen genann-
ten, vou dcr Stadtgemeindc crfleUtcn Vorrichtnugen, sowic die Wicderabnahme von
densclben darf nur von solchen Personcn bewirkt werden, welche voi» Stadtrate darn
berechtigt sind und seitens der Polizeibchörde die nach 8 40 dcr Reichs-Gcw.-Drd». cr-
fordcrliche Grlanbnis erhallen habcn. Tieselben habcn neben dcm nach 8 40 a. a. T.
vorgeschricbcnen ltzegitimationsschcin anch den vom Stadtrat übcr dic crteiltc Berechti-
gung erhalteuen iAachweis ftcts bei sich zn sührcn.

tz 0. Dic Bcnütznng der in Rede stehenden Vorrichtungcn scitenS dcr Staats- n»d
Gemeindebehördcn, wozn iiisbesondere anch das Anklcbc» der Zettcl des hiesigen Sladt-
theaters gehört, erfolgt kostcnfrei. Im Uebrigcn darf für die Inanspruchnahme dci-
sckben nnr die, von der Stadtgcmeindc dnrch Bcschlnß vom 26. Iannar 1807 festgesctzte
Gcbühr gefordcrt werdcn.

ß 4. Znm Anschlagen:c. an dcn öffentlichen Anschlags taseln dürfen — abgcschen
von ctwaigen durch die Ortspolizeibehörde gestattctcn Abweichuiigen — nnr solche An-
zeigen benntzt werdcn, welchc eine der nachstehend angcgebencn Großen habcn:

1) 1. (ßrößc Bogcuformat, 87 cm hoch, 62e.m breit,

2) 2. Größe > 2-Bogenformat, 44 em hoch, 62 em breit,

0) 0. Größe f «-Bogcuformat, 01 em hoch, 44 em brcit,

4) 4. Größc '/^-Bogenformat, 22 cm hoch, 01 em brcit,

5) 5. Größe '/ik-Bogenforniat, 16 em hoch, 22 em breit.

Plakate von größerem Umfauge dürfen unr nach vorheriger Gcnehmigniig dcs
Großh. Bezirksamts znm Anschlag gclangen.

H 5. Wer diescn Bcstimmungen zuwiderbandelt oder die oben genannten Vor-
richtnngen bezw. die Auschlägc an denselben bcschüdigt, bcschmntzt, oder sonst Ilnsng an
ihnen verübt, wird, sofern nicht die Anwcndnng anderweiler Strafgesctze Platz greift,
auf Grund des ß 066 Ziff. 10 R.-St.-G.-B. mit Gcld bis zn sechszig Rlark oder mit
Haft bis zn vierzehn Tagen beftraft.

7^. Grdnung über die vcrwendnng -er einzclnen ^bfchnitte des
Nkckarufkr-Geliinöes M Verkehrszwrckrn.

^ 1. Der freie Platz oberhalb dcr alten tllcckarbrückc bis znm Gndc des Schlackit-
hauses soll, besondere Fälle ausgenommen, nicht znr Verladnug, sondcrn nnr znm Anf-
ftellen von lecren Wagen an Markttagcn bcnutzt wcrden.

tz 2. Der Raum unmittelbar nnter dcr alten Brücke bis znr Dreikönigsstraße ist
zur Verladung und Lagcrung von Brennholz bestimrut.
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