Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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Das Verdingkn von Dienstboten betr.

Ortspolizeiliche Borsclirist v. 2l. März l895>.

ts 1. Wer dos (8ewerbe einer Mägdeverdingeriil betreiven will, I,al dasselbe vor!,er
bei der Pvlizeibehördc gemäs; Art. 8 des (8ew.-(8es. anzumelden.

tz 2. Mägdcverdiiigeriiineu diirfen nnr solche weibliche Dienstboten beherbergen,
welche

a. die vorgcschricbenen zoeiiiiatsurtniideit haben uud
h. dahier einen Dienst snchen.

Dienstbotcn, welchc sich schon 14 Tage dienstlos bei einer Mägdeverdiugerin hier
aiifgchalteii haben, diirftn nicht läuger beherbcrgt werdeu.

' is.8. Dic Mägdeverdingeriiincn siud dafür verautwortlieii, das; in ihrem Hanse
keine 'ftlsauinientiinfte von Maunspersoiieii uiit den Beherbergteu stattfinden.

Eie haben darnber zn wachen, das; letztere znr Nachtzeit uicht ohue erlaubtcn Zweck
das Hans verlasscn nnd anf dcn Ltratzen uuiherziehen. Sollte sich eine Beherbergte
etwas derartigcs zn Schnlden roininen lassen, so haben sie a»i folgcuden Dag der Poli-
zeibehörde Anzcige davon zn inachen.

tz4. Sic habcn jeden Btorgen eiu Berzeichnis der säuitlichen in der verflosseneu
Aacht Beherbergten nach deni vorgeschriebenen T'0rmular vorznlegen nnd »lüssen deiu
Polizeipersoual jederzeit Bntrilt iu ihrem Hause gestatteu.

5>. ilebertretnngen werdeu uach Masjgabc des sz 18«! dcs P.-Str.-C>l.-B. mit einer
bieldslrate bis zn 28 Mark oder eiuer (8efüugiiisstrase bis zn 8 Tagen geahudet.

Iu Wiederholnugsfälleii kauu naeh Artitel 80 Abs. 2 die zeitliche O'iustellnng deS
biewerbebetricbs ans die Dauer von «> Monatcu eiutreteu.

,ch> Abs. 1 wird denselbe» strcugsteus uulersagt, ,'ftiiiiner beiv. Schlafstelleu
a» eiuzelstehende Herreu zn verinietcu.

!I. Dloschken-Ordnnng.

Ortspolizeiliä>e Borschrift voin 2. Iauuar 1880.

zs. 1. Wer selbstständig für eigene Nechuuug oder als (8ehilfe Droschken zu jeder-
iiiaims Gebranch an offentlicheu Orten iu hicsiger ^tadt aiifstellen will, hat hievon dem
Bezirksanilc Anzeigc zu erttatten. (Ls 8 der B.-B. z. (8.-O.) Ziilassuug znni Olewerbe-
betricb ist alleu Tenjenigen zn vcrsageu, in dere» Bcrhalteu nnd persöiilicheu Berhält-
nisseii bcgriindete Besorguis zn siudeu ist, das; sie dieseu (Newerbebctrieb zur Gefähr-
dnng der öffentlichcu Sichcrheit nud Ordunng niiszbrancheu werden tii 4 Absalz 2 der
B.-B. z. G.-O.,.

s;2. Die Droschke» inüssen uiit zwci Pserden bespauut sein. Die Pferde müssen
hiiireicheud stark sein, auständig aussehe» uud sicher geheu; auch miisse» sie gleich wie
das (tzeschirr reinlich gehalteu werden.

k 8. Die ansznstelleiidcn Wagen »lüssen solid gebant, von gefäiligem Aenffern nnd
beqiiei» sein. Die Wagentritte iiiiisseu so beschaffeu sei», das; das Ounsteigeu nubc-
schwerlich ist, anch mns; der Wageuschlag vou iuueu geöffiiet werden köuuen. Ferner
»lüssen die Wagen sauber laekiert, init guteiu, nielff geflickteiu Lederzeug. iui Innern mit
rciiiem Ausschlag nnd uiit guter Polsternug versehen seiu, auch iiiimer reiulich gehalten
werdeu. Jeder Wageu uins; mit seiner Bespauuuug im Berhältnis stehe». Uebrigens
kömieii die Wagcu von verschiedeuer Bauart seiu. fts kauu jedoch kein Wagen, dessen
Forin uiit dem Zweck der hiesigeu Droschkeusnhrwerke nach hiesigen 2okalitaten in
Widersprnch stände, zugelasscu iverdeu. Etwaigen Btäugelu an Wagen oder Oleschirr
ist uuverzüglich abzuhelfen. Alljährlich siudct uach Auorduuug der Polizeibehörde auf
.^osteii der Besitzer eiue Besichtiguug sämtlicher Droschkeu uud Droschkeupserde statt.

sz 4. Dic Droschken müsseu an der Nückwaud mit arabischen Ziffern weis; oder rot
und au deu Latcrnen uiit arabischen Zisseru rot bezeichnet scin. Die 1ll»minern teilt
das Bezirksamt zn.

ss 8. Dic Droschkenführer niüssen »lindestens 18 Iahre alt, des Fahrens und der
Dcrtlichkeiten knridig sein-, sie müsseu stets nüchtcrii sein, iederiuauil höslich nnd anstän-
dig bcgegiicn und sich geuan an die Tarorduung halteu.

Jn einzclueu F-übe.i kaiin das Bezirksaml ans den Autrag des Stadtrats von dem
vorgeschriebenen Allcr dispensiereu. Die ztntscher dürfen vei besetzter Droschke nicht
raucheu, sich uicht mit den F-ahreuden in eine llnterhaltuug eiulasseu, wodnrch ihre

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