Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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-1, Miul sic der Perwariiuilq »uqeachtcl mir Feuer uud ru'eiir uuvoriu1,r!>l uuu
geheii;

ä. iveiru s!e sich Tharlichkeiteu vder qrvde Beleidiguuch-u siegeu deu Brbeirch'der
ader seiue Pertreter ader qecheu die Famltieuauqehöriiieu de-> Ärbeirgebers ader
seiner Verlreler zu Schuldeu kauuueu lasseu;

6. meuu sic eiuer varsäylicheu uud rcchrHwidrisieu Eaäibeschädiiruusi zuiu sliaeliteile
des Ärbeitgebers ader eiues Btirarbeirero nch sihuldiir macheu;

7. weuu sie Faiuilieiiaugehärilre dee? s'lrbeirgebere> ader seiuer Verrreler ader Biit-
arbeiler zu Haiidlimgeu verleitcu ader mir Tamilieuaugeliörigeu des Arbeil-
geberS oder seiuer Vertrcter Haudluugcu begelieu, welilie ivider die (6rseize ader
die guten Sitteu verstohcu;

ivcuii sie zur Fortscizuug der Vrbeit uusahig adcr mit eiuer abschreekeudeu
(lraukheii behaftet siud.

Vu deu uuter Na. 1 bis 7 gedachteu Mlieu !n die Gutlassuug uielit melir zulässig,
wemr die zu gruiidc liegeudeu Tliatsaäieu dem Vrbeiigeber läuger alo eiue iks(aehe
bekauut siud.

Vuivieseru iu dcu uuter Ba. 8 gedaeiiieu ,Taiieu dem (ruilasseueu eiu Viisprueh auf
Omischädiguug zustehe, isc uacl» dem V»lial> des Verrrages. uud uach deu allgemeiuen
gcsetzlicheu Porschrifteu zu bcurteileu.

8 124. Bar Ablaus der vertragomäsugcu ,zleit uud almc 2lusk>iudiguiig köuueii
Geselleu uud Gchilseu die Ärbeit verlasseu:

1. ivcuu sic zur Fartsehuug der Arbcir uufähig werden;

2. weuu der Brbeitgeber ader seiue Vertreler sich Tliätlichkeireu adcr grabe Be-
lcidiguugeu gegeu die Arbeiter adcr gegeu ihre ,va»>ilieuaugcl>örigcu zu siliuldeu
koiuiueu lasseuc

.4. weuu der Brbeitgcbcr ader seiue Bertreier ader Faiuilieuaugeliörige dersclbeu
die 2lrbeitcr oder dcre» Tamilieuaugeliörigc zu Haudluugeu verleireu oder mit
deu Familicuaugeliörigeii der Brbeitcr Haudluugeu begchem Ivelchc wider dic
Geseyc oder die guteu <Liiteu lauscu;

l. wcnu der Brbcitgeber deu Brbcileru deu siliuldigeu 2alm uicht i» der be-
diliigeueu L8eisc auszahlt, bci Stücklalm uichr für ihre ausreichcude Beschäfti-
guug sorgt, oder weiiu er sich widerrechtlickier Ilebervarteiluugeii gegeu sie
schuldrg uiacht;

-4. ivenu bei Fortselzuug der »Irbcit das Lebeu vder die Gesuudlieir der Brbeitcr
eiuer erlveislicheu Gefahr aiisgesenr sci» würde. tvelche bei Giiigehuug deS
ArbcitsvertrageS uicht zu erkeuueii >var.

I» deu rmter No. 2 »ud 2 gedachte» Fälleu ist der Biistritt aus der Brbeit uicht
uiehr zulässig, weuir die zu gruudc liegeudcu Thatsacheu dem Arbciter läuger als eiue
Woche bckauut siud.

8 125. Giu Arbeitgeber, lvelcher eiueu Gesclleu ader Gehilfeu verleitet, vor recht-
mähi'ger Becudiguug des 2lrbeitsverhälmisscs die Arbeit zu verlasseu. ist dciu frühercu
Ärbcitgeber fur dcu dadurch ciitstcheudeu Schadeu als Selbsischiildiier uiitverhaftet. Iu
gleicher Wcise haftct eiu Ärbeitgeber, welcher eiue» Geselleu odcr Gehilfeu auiiiliiilit
adcr bchält, vo» dem cr weisz, daß derselbe eiuem audereu Brbcitgeber zur Arbeit uoch
vcrpflichtet ist.

III. Lehrlingsverhältniffe.

8 126. Dcr Mbrherr ist verpflichtet, deu 2el,rliug iu deu bci seiuem Betriebc bor-
koiuiuenden Arbeiteu des Gewerbes iu der durcki deu zchveck der Aiisbilduug geboteueu
Reiheufolge uud Blwdehiiiiiig z» iiuterweiseu. Gr muß cutwedcr selbst'oder durch
ciueu geeigueteu. aiisdrücklich dazu best'mmteu Bcrtrcter die Ausbilduug des LehrliugS
leiteu.' Gr darf dem Lcbrliug dic zu seiuer Ausbilduug uud zuiu Bcsuche dcs Gaktes-
dicustes au Laiiu- u»d Festtageu erforderliche Zeit und Gclegeuheit durch Berweiiduug
zu audereu Dicustleistuugc» uicht eutziehcu. Gr hat dcu Lehrliug zur Arbeitsamkeit
iiud zu giiteu Sitteu auzuhaltcil riud vor Ausschwcisuugeu zu bewalireu.

8 127. Dcr Lehrliug ist d^r vätertiche» Zucht des Lehrherru uulerworseu. Dem-
jeuigcu gcgciiüber, Ivelcher au Stelle des Lehrhcrru seiue Aiisbilduug zu leitcu hat, ist
cr zur Folgsamkcit vcrpflichtet.

8 128. Das Lehrverhaltuis kauu, weuu eiuc läugere Frist uicht vcreiubart ist,
Währeud der crstcu bier Wocheu uach Begiuu der Lehrzeit durch eiuseitigeu Nücktritt
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