Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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ausgelön werden. (5'ine Pereinbaruilg, wonach dieie Probemnt mebr ats drei Moiuue
berragen soll, itt nichrig.

Nach Äblauf der Probezeir kann der lUebrling vor Beendigung der verabrederen
5le!)rzeil enilasseu iverden, wenu eincr der im 128 vorgcie!,eiien ,chäl'e anf ibn chm
wendnna sindel.

Von seilen des 5lebrlingi? kann da-l- !2ebrverballnis naeli Ablanf der Probezeir aiu-
gelött ivcrden:

1. ivenn einer dcr iu 121 unler Ulr. 1, 8 bis ä vorgefebencn f>-älle vorliegr:

2. wenu der lbebrberr seinen geserzliäien Berpslichrungcu gcgen den rrebrlina in
einer die Geiundbeit, die Tittlichkcit odcr die blnsbildung dcs lrebrlings
gesäbrdcnden Weii'e veruachläingr, oder das Rcchr der värerlicheu zluelit min-
brauchr, oder znr chrsälluug dcr ibm verrragsmänig obliegenden Verpslieb-
rnngen unsäbig ivird.

Ter 2ebrverirag wird dnrch deu Tod dcs lUebrliirgs ausgebol'eu. Turch den Tod
des richrberru gilt der 2ehrverrrag als aurgehoben, losern sie chushebiing iuuerbalb
vier Mocbeu gelieud gemachr ivird.

128. Bei Beendigimg des 2ehrverbä!ruisses bar der 2e!,rlierr dem!2ebrling uurer
l'lugabe des dewerbes, iu welchem der Ilebrliug uuterwieseu ivorden itt. nber die Pauer
dcr 2ebrzeir nnd die wabrend derielbeu erworbcucu >ieuuluisse uud iyerrigkeileu, sowie
über ieiir Berragen ein Feugnis anszuttellen, Ivelches von der (slemeindebördc kotten-
und ttemvelsrci zn beglaubigcii itt.

Au ^telle dieser cheuguii'se köinren, >vo 2ni»uugeu oder andere Berrreruugen der
tlewerberrcibeudeu betteben, die vou dieseir ansgcttellrcir Lclirbriefe treren.

18N. Berläfch der 2ebrling in einenr dnrch dics <8eferz nicht vorgei'ebencn Falle
obne ,8n''timnmng des zlehrberrn die Lcbrc, io kann teprerer den Bnsprnch anf Nnckkcbr
des lkehrlrngs nnr gclrend machen, ivenn der Lehrverrrag i'änifllich gci'clilosseu itt. Tie
Polizeibeliörde kaun in diei'em fz'allc anf blntrag dcs 2ebr!icrrn dcn !2ehrlii!g anhalteu,
i'o lauge iir dcr 2chre zn veibleibeir, als dnrch gerichtliches Urtcil das !2ehrvcrhälrn,s
nicht für aufgelött crklärr itt. Tcr Bnlrag ii'r imr uiläfi'ig, wenn er binnen eiuer Woche
nach dcni Bnstritte des!2ebriings gettellt itt. chun Falle der Weige nng kann die Poli-
zeibeliördc dcn 2ehrling zwangswcii'c znrückfüliren lai'scn, oder diirä, Androlmng von
<8eldttrafe bis zu 80 Mark oder .Vafr bis zn füitt Tagen zur Bückkehr ihn anhatten.

^181. Wird von dcm Bater odcr Bornmnd für dcn !2chrliirg. oder, fofern der
letztcrc grotziährig itt, von ihm ielbtt dem Ilehrherrn die schriftliche (irklärnng abgcgcbeu,
daf; der Lehrliug zu einem audereu Gewerbe oder audereu Berufe übergehcn wcrdc, i'o
hilr das iUehrverhältnis, iveun der btthrling nicktt srühcr cnllassen wird, nach AbUmf
von vier Wochen als anfgelött. Den Grimd der Bnflöttmg hat der !2ehrherr iir dcm
Arbeitsbnche zu vermerkcu.

Bimren neim Monaleu nach der chnfloiimg darf dcr llehrlmg in demi'elbcn (iie-
wcrbe von einem andercir Brbeitgeber obne ,8nttimnmng des frülieren Lehrherrn nicbt
beschäftigr werden.

ä 182, (5'rreicht das 2cbrverlia!tnis vor öiblauf der vcrabrederen 5kehrzeil i'ein
(5ttrdc, i'o kaun vou dcm ükehrherrn oder von dcm !2ehrliüg cin Anspruch auf (5ttirfäiädi-
guug uur geltend gemachr werdcn, weim der lkchrverlrag schrifllich geschlosseir ist.
dcn Fällen des ^ 128 Abscuz 1 und 1 kann der Bm'pruch uur gelteud gemacht werdcu,
wcuir diei'es iu dem lZehrpcrlrage rmter pfettl'etzrmg der Brt uud Höhe der (sttttschädiguug
vcreiubart itt.

Ter Anspruch aui (5tttti'chädiguug erlischl, weuu er uichl iunerhalb vier Wochcn naä,
Biiflösimg des Pehrverhältuii'scs im Wege dcr .ttlagc oder (s'iuredc gellend gcmaäit isr.

H 188. Itt vou dem lkehrherrn das 2cbrv,rha!üiis ausgelött worden, weil der
2chrliug die 5kchre unbefugt verlassen hat, l'o ist die von dcm 2ebr!,erru beauspruchte
(5ttiti'chädigimg, weuu iu dem Pehrvcrtragc eiu anderes uicht ausbeduugen itt, rmf crnen
Betrag festzuietzen, welcher für jeden anf den Tag dcs Vcrtragsbruches folgcnde» Tag
dcr blchrzcit, höchttens abcr für scchs Mouate, bis auf die Hälftc des iu dcm Gelvcrbe
dcs chchrhcrru deir (ttescUeu odcr Gehilfeu ortsüblich gezahltcu !2ohues sich belaufeu darf.

Für dic Zahluug der (fttitschädiguug siiid als Selbitschuldner mitvcrhastet der
Bater des Lchrtings sowic derjcnige Ärbeitgebcr. welcher den iöchrling znm Berlafsen
dcr Lehre verleitet oder welchcr ihu iu Brbeil genommcn hat, obwohl cr wusttc, das;
der Lehrling zur Fortsetznng eines Lchrverhülrnisses noch verpflichtet war. Hat dcr
Entschädigimgsherechtigte ertt nach Auflösimg des Lehrrerhältnisscs voir der 'Person
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