Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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Lcnte, welche an Ostcrn d. I. oder in der Folge aus der Volksschnle entlassen werden,
und nicht anf diejenigen, welche bereits in den letzten Jcchren aus der Volksschnle em-
laisen wnrden, znr Zeit aber daS 18. !ewbensjahr noch nicht crrcicht baben.

^nsrug ans dcm Gesrtz dir Krankrnvkrjichrrung drr ^rbritrr brtr.

vom 1r>. Inni 1868.

Verficherungszwang.

is 1. Personen, welche gegcn Getzalt oder Lohn beschaftigt sind:

1> Jn Bcrgwerken, Lalinen, Ausbereitungsanstalten, Brnchcn nnd Grnben,
in Fabriken nnd Hntlenwerken, beim Eiscnbahn- und Biiliiendainpfsäiiff-
sahrtsbetriebe, anf Wcrflen und bei Baulen,

2) iin Handwcrk und in sonstigen stehendcn Geiverbebetriebcn,

8) in Betrieben, in dcnen Dampfkcssel oder dnrch elementare Kraft (Wind,
Wasser, Dampf, Gas, heiße Lnft ec.) bcwegte Triebwerke znr Verwendnng
kommcn, sofern diese Perlvcndnng nicht ausschließlich in vornbergehender
Beniltzung eincr nicht zur Bctriebsanlage gchörenden Kraftmaschine bestehl,
sind init Änsnahme dcr in 2 unter Iisf. 2—6 <aiif .vaiidliliigsgehilfen inid
Lehrlinge, Gchilscn nnd Lehrlinge in Apothckcn: anf Pcrfonen, wclche von
(8ewerbetreibenden autzerhalb ihrer Bctriebsstattcn beschäftigt werden:
anf selbstsländigc Gewerbctreibende, ivelchc in eigenen Bctriebsslätten im
Austrage nnd fiir Nechnnng anderer <8ewerbctreibeiider mit der Herstellnug
oder Bearbeitnng gewerblicher Grzengnisse beschäitigt werden (Haiisiiidnstrie i
nnd anf die in der Land- und Forstwirtschaft bcschästigtcn Arbeiter) anfge-
führten Personcn, sofern nicht die Beschäftignng ihrer Natnr nach cine vor-
übcrgchende oder dnrch dcn Arbeiisvertrag im vorans anf einen Ieilraiiiii
von iveniger alS einer Wochc bcschränkt ist, nach Mastgabe dcr Vorschriften
dieseS Gesetzes gegen Krankheit zn versiäiern.

Betriebsbcamte untcrliegen dcr Versicherungspsticht nnr, wcnn ihr Arbeitsver-
dienst an Lohn oder Gchalt scchszweidrittcl Mart für den Arbeitstag nicht übersteigl.

Als Gehalt oder Lohn im Sinnc dieses Gcsetzes geltcn anch Tanticincn niid
Natnralbezüge. Dcr Wcrt der lctztercn ist nach Ortsdnrchschnittspreisen in Ansatz zn
bringen.

Dem Versichernngszwang sind dnrch das Gesctz vom 28. Mai 1885 und die Ver-
ordnnng vom 24. Inli 1886 vom 1. Juli dicscs I. ab nnterstellt dicjenigcn Arbeiter:

des Baggcrbetriebs;

dcs gewerbsmäßigen Fnhrwerks-, Binnenschifffahrts-, F-lößerei-, Pralnn- nnd
Fährbetrieb, sowic dcn Gewcrbebctrieb des ^chiffziehens (Treidelci):

des gewerbsmäßigen Speditions-, Lpeicher- und Kcllereibctriebs

des GewerbebetricbS dcr (stüterpaekcr, Güterlader, Zchaffer, Bracker, Wägcr,
^ Messer, Schaner nnd Stancr.

8 49. Die Arbeitgeber haben jede von ihnen beschäftigte versicherungspflichtige
Pcrson, für welche die Gemeinde-Krankenversichernng eintritt, oder welche einer Orts-
Krankenkasse angehört, spütestens am dritten Tage nach Beginn der Bcschüftigniig
anzllinelden nnd spätestens am dritten Tage nach Bcettdignng des Arbeitsvcrbält-
nisses wieder abznmcidcn.

H 50. Arbeitgcber, wclche ihrer Anmeldepfticht nicht gcnügeii, sind vcrpslicistet,
alle Anfwendnngen zu erstatten, welchc die Gemcinde-Krankcnversichernng oder eine
Ortskrankenkasse anf Grnnd gesetzlicher oder statntarischer Vorschrift znr Untcrstütznng
ciner vor der Anmeldung erkrankten Person gemacht haben.

8 51. Die Arbeitgcber sind vcrpstichtet, die Beiträgc, welche nach gesctzlicher oder
statntarischer Vorschrift für die von ihnen beschäftigten Pcrionen znr Gemcindekrankcn-
versichernng odcr zu einer Ortskrankenkasse zn entrichten sind, im vorans, und zwar für
die erstere sofern nicht durch Gemeindebeschluß andere Iahlnngstermine festgesetzt sind,
wöchentlich, für die letzterc zu dcn durch Statnt festgcsetzten Iahlnngstcrmine» cinzn-
zahlen. Die Beiträge sind so lange fo rtznzahlen, bis die vorschrifts-
mäßigc Abmel dnng (Z 49) erfolgt i st, nnd für den betreffenden Icitteil znrück-
znerstatten, wenn die abgemeldete Person innerhalb der Iahlnngspcriode ans der biS-
herigen Versicherung ausscheidet.
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