Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1888 — Heidelberg, 1888

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welche sich aiif die >>älste deS Vierlelsahreslohnes bcliiiifl. Wemi Vieiittdoieii fiir
laiidmirischaftliche (steschäfte in der cheir rmm Imii di-s eiiischlieiilich Vltober vertraqe--
brüchiq oder entlaiseii werden, so erböhk sich die (f'iitfchädigiiiig auf dcn vicrteil Teil des
Iahreslobne-?.

8 1ä. Dem Tieustberrii üebt znr ^ichernng seiner t5nltichädigniigoforder!ing gegeii
deu Dienstboten an der in seiner ilstobnnng eiiigcbrachten Dabe dedselben, niit Äne-
iiabme der znni täglichen b>icbranche iinentbebrliche» >tleidi!Nge-Niiete, ein Niickbe-
baltimgsrecht zu. Weim der Diciistbcrrnicht inneichalb icäie- Tagen ieine Cntsckiädignngs-
klage gcgcn den Dieii'tboten bei deni znständigen stl'ickter anbängig inalcht, oder »iäst
iimerbatb acht Tageu nach ffrwirknng einco rccht-skräsiigeii obiiegendcn Urtcil-S deu
Iugriff aus dic rijckbcchallene Dabc beaniragch so crlistcht das Riickbeliaitnngsrccht.

-- 16. Wird ein Diclisrbote oon der verirag-i'stchüestenden Derrstchast nnbcsiigter
Weise nicht aiigeiiommeii oder verirag-öividrig enliaffen, oder niniint er ancstVerschiildeii
de-? Diciistcherrii nach l- 11 scincn ffliie-lriii, io kaun er, anster dcni chststnie fiir die abver-
diente Zcich obne dast cinc gerickstliiche fflustösnng de-? Vcriragec-, eine Perzngssetziing
oder der Beweis des (ffintrittS nnd Bctrags dcs Dckiadens nötig sälti, statt der Ber-
tragserfiillnng eine Entschädignng verlangen, ivclckie die Dälftc des ViertelstihrcslobnS
beträgt. Wcnn Dicnstboten siir landivirkstchafilickie (steschäste in dcr steil voin Oktober
bis einschliestlich Febrnar nickst angcnoninieii, entlaffcn ivcrden oder anStreten, so crbölst
sich die Entschädignng anf den vierten Teil des Iabreslochns.

8 17. Bei monatwelse vermietetem (ffesinde bclänft sich die Ciltschädigung ans den
Betrag des Lohns für cinen halben Monat.

8 18. Sowoh! dcn Dienstherren als dcn Dienstboten bleibt in den Fällen der bor-
hergehenden 88 borbehalten, eiiien höcheren Schaden gerichtlich geltend zn machen.

8 19. Wer eincn Dicnstboten, der nnbefngter Wcise den Dienst nicht angetreten
hat oder unbefngter Weise ans dem Dicnste ansgctreten ist, wisscntlich vor Bereinignng
seiner srühcr eiligegangeiien Verbindlichkeitcn in cin nenes DiciistverhältniS anfiiimmt,
kami von dem beschädigten Diensrherrii gerickstlich znm (s'rsach des dnrch den VertragS-
brnch eiitstandenen Schadens, soweit solcher nachgewiesen wird, angehalten werden.

8 20. Jn Streitigkeitcn zwischen Dienstboten nnd Dienstherrschaft ist die Tagfahrt
znr Verhandlnng über dic Klage mit tchnnlichster Bcschlcnnigiing abznchalten. Die Tag-
sahrt dars nnr einmal nnd nntcr Voranssetznng, dast ein nnabwendbarcs Hinderni-S
angeführt nnd bescheinigt sei, verlegt werden. Die Vollstrecknng des Urteils wird, nn-
gcachtet eingelegter Neckstsmittel, bei Sicherheitsleistniig ohne Änfschnb vollzogen.

Gegeben zu Skarlsrnhe in Unscrem Staatsministerinm, den 3. Fcbr. 1868.

Fricdrich.

Stabel. Ioll y. Anf Sr. Königl. Hoheit höchsten Befehl:

S ch r eibc r.

VHI. Ortsgebrauch beim WohnungSwechsel.

Bekanntmachnng des Bürgcrineistcramts.

Zur Berichtignng mchrfach verbreiteter irriger Ansichten bczüglich des Ortsge-
brauchs bcim Wohiinngswechscl brinaen ivir nachstchcnde Bestimmnilgen mit dem Be-
merken znr öffentlichen Kenntnis, dast dieselben in allen Fallen zur Aiiweiidnng kom-
nieii, bci wclchen nicht besondere Vere ittbarnrlgen zwischeu Ver-
iiiieteru nnd Mietern getroffen worden sind:

I. Bei den gcgen vierteljährige Mietezahlnng vermieteten Wohnnilgen gelteu als
üblichc Zieltage znm Wohimngsivechsel:

dcr 1. Ia n n ar, 1. April, 1. Iuli nud 1. Oktobcr.

Bcgiirnt das Mietsverhältuis im Ginzelfalle an cinem nndcril Tage als dcn socben
augeführteii, so gilt dasselbe anf ffr Iahr vom Tage des Beginnes ab eittgcgangcn.

II. Die ortsübliche Kiiildigungsfrist betragt drei Akonate.

Bei den an den üblichcn Zieltagen beginilerideil BUetsverhältuissen kanu die Kü»-
dignng nnr anf ein solches Ziel iiud mnst vor Ablanf des dem lctzteren voransgehendell
Zieltages erfolgcn. Bcträgt in solchem Fallc die VUetc nnr 70 Mark per Jahr oder
darunter, so kann die Kündigiing anfs Ziel noch vier Wochen vor dem Cnntritt des
letztcren erfolgen.

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