Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

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nehmcn. Der Geschästskrcis der Friedhofskommissicm crstreckt sich nur aus die äiißere
Vrdnung bei den Leichenbegängiüsseii rmd Bcerdigungcn. Tie Beranstaltung kirchlichei
Feierlichkeitcn dabci ist Sachc der Betciligtcn. wclchc sich zu diescm Zwecke niil dcm be-
rreffendcn Gcifflicheu durch dcu Lcichcnordncr in Beziehung zn seyen habeu.

2. Mitglieder der ,stommissio u.

TicKomnüssioil beffcht aus dem Tberbürgermcistcr der Stadt odcr dessen Stcll-
vertrcrer als Vorutzendcr uud aus vier, vom Stadtrat crnannten Mitglicdern. ohne
Nücksicht auf dic Konfession. Tcr mit dcr Vcrwaltung dcr ffädtischeu Polizei bcauftragte
Beamtc, sowie dcr Großh. Bczirksarzt und bci dcren Verbiudcrung ihrc StcUvcrtreter,
siud zu deu jcwciligcn Sitzungeu dcr Friedhofskommissiou einzuladeu. Ticse Beamten
uchmcn an dcn Beratungen Tcil. ohue cinc culscheidciide Ltimme zu habeu. (sbenso
wird jc eiu Smdtgeistlicher jedcr dcr dahier bcstehcuden Nirchengemciuden als
Vlitglied dcr Friedbofskommisüon mit bcrateuder Stimme gewählt.

4. Die Leichcno rducr.

Gs werden unter Bcrücksichtigung der hier beffehenden chrifflicheu stonsejsionen
Leicheuordncr in crforderlicher Zahl angcffeltt. Ter Stadtrat wird dabei nach Möglich-
keit auf die Vcrwcnduug d?r icwciligen Kircheudiener in dicscm Amt Bedacht nehmen.
Doch behält er sich das Rccht vor, sobald er es geciguel siudet unabhäugig von dcn
hicsigeu Konfessioucii uud Kirchendieueru, uur eiuen Leichcuorducr und desseii SteÜ-
vertreter auzustellen*) uud auä, bei orduuugSwidrigem Benchmen eiues Lcicheuordiicrs
deuselben aus diesem Dieuffe zu cmlassen. Tic Leichenorducr trctcn bci Leicheubegäng-
uisscn dcr betreffendcu Konfcsff .u in Funktion, habeu sich aber je uach Bedürsuis in
Vcrhinderuugsfälleu gegeuscitig zu vertreten. Tcr Leichenordncr, bczw. die Leichen-
orducr habcu die Aufgabc, dic ihueu uach der Friedhofsordiiuug uud dcn Lbeisungen
der Fricdbosskommission obliegeuden Vorkcbruugen zur Bcerdigung zu treficu uud die-
selbe in dcm vom Friedhofsausseher geführteu Begräbuisbuchc uutcrschristlich zu beur-
kuudcu. Bczüglich dcr Beerdi g ungszeit sind dic Bestimmuiigcu der Vcrordnung
vom 16. Tezcmbcr 1875 mastgebend.*^)

8 7-

Zur Vermeidmig allzu groster Leichcnkosteu sind 4 Klasien vou Bcgräbuisseu scstge-
setzt, von deucu die Hiutcrbliebeucu dicjenige sich wählen könncn, nach welchcr ffe dcn
Verstorbeuen beerdigt zu habeu wünscheu. Dic Tare für eiue jede der vicr Klasseu sind
iu dem Becrdigmigsbcstellbogen verzcichnet, welchen der Leichenordncr bei jcdcm Todes-
fall dcn Hiuterbliebcnen ciuzuhäudigen bat. iVergl. die Dicnftweisuug dcr Lcichen-
ordner.) Beerdigungen auf öffentliche Kosten bczichuugsweise auf Kofteu eiueS Vrts-
oder Landarmcnvcrbaudcs crfolgen in der Armcnklassc.

sz 8.

Es ist dcm Lcichcnpersonal bci Strafc der T ienffentlassung vcrboten,
an die .Hinterbl.iebencn irgcnd ciuc Ansordcrung an Gcld odcr audercn Tingen, wie
.Handschuhc, Traucrstore uud dcrgl. zu machcu. Es dars dcm Lcichenpcrsonal oder den
L'cichcnbeglciteri! durchaus wcdcr vor, uoch nach der Becrdigung (ffsscn odcr Tiinkcn
verabreicht wcrdcn. Bci Lcichcn, ivelchc von kier weg nach cinem emdcrcn Tric vcr-
bracht werdcii, liai das hicffge Lcichcnpcrsonal. sobald cs zu Ticnffieiffungen bcnüen
wird, in Ltzjrkiamkcil zn lrclcu : cs crbält dauu dic für dieicu Fall ieffgescktcii Gebübrcn.

-r 16.

Ans dcw ffadtiscbcn Sargmagazin müffen dic Särgc, dcren inncrc Ausstattnng
und das Be'chläg dericlbcn iminer genommcn wcrdcn, wcmi dic Lciche aus hicffgcm
Friedhose bccrdigt uffrd.

, Bon dleiem Nndle bal der Lladirat ttcdrau-b flemackl.

, i'i.ilj' dc» Bc'limmunaen o!'en;lenaiinter Ur!s>r!-nu>>.> c>ar> >>ic ne,tl>e in dei Neg.! cni nacli 'v-.
lain »oii Slunden dt'erditil werden. ,iue»,ieiwimn>.'n:

1, wenn die veich-' vom ,'Irile iieonnet worden iii,

2, wenn die Penvesunq der veiche miqenwliiiliche .voNitiniUt' mnchl,

ivenn eine ansieckende .nrankdeit intzbeiondere dic MaNenikrankdrik die Nriache dea Tode-'
qeweien ist,

4» wenn der :>>oum. in welchem die reiche aurdewniirl wird, der zamilie mm emcueu Woim
uedrauch, iuodesoudere iiir Ürauke uueukdelirlich iit,

d> wcuu die Beteiligleu aus ioustigen erdrblichen Gikiudeu eine Abtür-mui der geil verlauftt'ii.

zn deu o-äUeu giiser 2, u uud 4 ist die Beerdiqunn uichk vor Adiaui von Llunden, uud im ivnUe
vou Zisser c> uichl vor 4» Liuudeu seit eiufleireteuem Tode siatkhail. UeberdieS muß in deu Astlleu Ziss. 2,
8u. 4 ein Ärzt das Dasein de< stcheren Zeichen des Todes auf dem i.'eichenschaufchein urkundltch bescheinigen.
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