Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

Seite: 29_Anhang
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1889/0257
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
29

tz 27. Das Auspichcn der Fässer auf Straßcu uud öfscutlicheu Piänen jsr vcr-
botciu Dasselbe darf iuuerhalb dcr Stadt uur iu dcu ciustefricdiqtcn .vcf- nnd Bicr-
kcllerräumeu dcr Brauer stattfiudcn uud kauu auch hier uou dcr Pojj^jbcbörde nnter-
fagt Iverdeu, ivcuu uach dcr Lape dcs Falles auzuucluttcu ist, daü durch da-ö Piclien cinc
Fnrersgcfabr kutstehcu könutc. Bei deu Fackclzügeu diirfcn dic Fackclu nicht an dic
Häuser oder Maucrn gcstoßcii ivcrdcu.

tz 28. t^S iü ocrbotcu, auf öffcutliöieu Straßen uud Pläizcn scinc A'oldurft zn
vcrrichten.

^ 29. türoßcS Lchlachtvieh darf uicht obue biureiichcude Beglciniug nber dic Llraßc
gcfüh'rt ivcrdc»; cs niuß dabei unt eiuem 9lasenbaud versebeu uud'an Höriicrn nnd
Filßen mit starkcu Strickeu so gcbuudeu werdeu, daß ec- bci deiu acriugßeu Bcrsuch unu
Losrcißeu odcu Durchgcbcii gcbäudigt odcr zu Bodeu gerisseu werdeu kau», bei Pcr-
meideu dcr iu 8 l«>2, Biff. 1 P.-Ilr.-G. augcdrobteu Ltrafc bis zu nO Mark. Lcbcndes
Vich, wekchcs zum Haudel bestimmt ist, darf uicht iu dcr Ltadt bernmgctrieden, nniß
vielmehr uach dem Bicbhof gcbracht werdcu.

^30. Ilubespauute Pfcrde dürfen über die Straßc nichi auders als a»i Fanm
odcr 'Halficr ucbcneiuander uic mebr als zwci gesübrt wcideii. Bespaniite Wagen
diirseu nic ohuc Aufsicht des Fuhruianus odcr ciues Stellvcrlreters dcsselbeu blcibeu.

H 31. Das Holzmachcu vor deu Häuscru auf deu Straßcn, wenn es nicht dnrch
gänzllchcu Maugcl an Hofraum gcboteu, ist uutcrsagt. F» dcr Hanplüiaße darf vvr
den Häuscrii uuicr kciucu Umstäiidcu Holz gcmaclu werdeu.

32. Dcsgleicheu das Ecrfeu mit Steineu auf deu Slraßen »ud öffeiill. Plätzeu.

8 3.3. Feuslcrlade», scie» sie geöffuet oder gcschlosseu, iiiiiffeu fest augeniacht >ver
den. Dic Lädcu des imtcreu Stockes dürfeu iu keiueiu Falie uur biS zur Hälfte gc-
schloffen werden. Das Oeffucu derselbeu muß unt dcr gebvrigeu Bvrsicht gescheheu, da-
mrt auf dcr Straßc Bvrübcrgehcude durch sic uicht vcrleßl iverdeu.

§34. Karcu, ivclche in Femtcru uud au Tluirgestelleii zur Schan ansgestclu oder
mrsgehangt wcrden, dürfcu uicht über dic Baufluchl des Haufes hervorragen. Fleisch
nnd andcre Karen, dcren Berühruiig bcschmnßt, dürscu aiißerdem uicht au Lbür-
gestcllcu imd überhanpt uicht auf eiue Weise ausgcbäugt werdeu, daß Borübergeheude
dadnrch delchmutzt werden könneu.

Das Anbringeu vou Schilderu uiid audereu Gegeiistäudeu an den Hänsern in
gleicher Hölic mit dcu städtischeu Gastaterueu iß uuter'sagl. Abgesebcu liicrvou ist es
iibcrhaup! uur iu eiuer Höhc vou miudesteus 2,40 Mctcr übcr dcu lßclnvcgcu gestattct.

Dic Schilder dürseu höchstcns eiucu Bvrspruug vvu 1,20 Mctcr gegeu dic Straße»
oder öffeutlicheu Plätze habeu.

Vor Aubriuguug cines Schildes vder andercn dcrartigcu (ßegcuftandes ift jcweils
niiter ffimcichnug ciucrPlauskizze die polizeilickieGeuclnuiguug eiuzubvleu. ivclche »acki
Anhönuig der Stadtbaukommissioil crteilt wird. Svuueudäckicr dürseu nielit tiescr ber-
abhängen als bis anf 2,25 Mctcr über dcm Trottvir. Ticselbeii dürfeu Iiöchfteus eiuc
Brcite Iiabcn. ivclchc mn 40 om gcriugei ist, als die Brcite dcs danmtcr benudlicheu
Trottairs. Deu Berkehr störcildc seitliche Borhäuge dürfcn an Smmendächcrn »ich!
anaebrackil ivcrden.

H35. Allc Lastf»brcu z. B. wie Holz, Kohlcu, Steiu, Lanb, Hcu, Stroh, Äkehl
nnd Möbclwagcu x., wclchc durch die Stadt fabrcu, dürfcu die Hauptstraßc vom Markt-
platze bis z»m Darmffädtcr Hof nicht benützeu, müffeu vielinebr übcr den Bl'arktplau
oder bci ffafä Wachier in die Haspelgassc imd dic obere Neckar- und Ilferffraße entlang
fahren: liegi der Bcstimmimgöort iunerbalb der Stadt, so dürfen fie die Hauplstraßc
nur foweit beuützeu, als uubedingt nokweudig iff. Fusammeugebuudeue Laff-
wagkn dürfeil uicht dmch die Stadt fahren.

Alle Hen- mid Strohwageu, wclche vou imd uach dem Heuiuarkt fahreu, dürfeu
ihren Weg uicht durch dic sehr stcilc, vcrläugcrte grvße Nl'autelgasse zwischeu deu Häu-
sern des ffanfmauus Rupprccht >md Privätuiauns Hoffmeister iiebmeu. Deu Führeru
bon LMsuhreu, insbesoudcrc auch vou Kalksteiufuhreu. wclchc aus der N'obrbacher-
ftraße koiumcii uud nach dcr Bergheimerstraße oder durch letztere uach eiuer aiideru
Straße fahren wollcn, ist uutcrsagt, bei diesem Anlaß die .ffaiser-, sowie die Nömer-
ftraße zu bcuützcn.

8 3.5a. Das Fahreu der Dioschkeu uud Privat-Gguipage» durch die PlöMraße
ist vcrbotcu, cmsgcnomme» wcnn die Plöckstraßc selbst, die Theaterffraße oder F-ried-
richstraße das Ziel der Fahrt ist.
loading ...