Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

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Alle Fuhrwerke rnüsseir bern.i Fahren um eine Stranencckc im Schriit fahren.

Bcini l5inbicgcii in dic Hauptstraße haben sich die Füdrer zu vcrlassisicn, ob dir
Strccke frei ist, nötigcnfalls haben sie so lange zu wartcn, bis der Pierdcbabnwaqen
vorüber ist.

^ 3s,l>. ichislwagen, Nollcn, Pritschen, Möbelwagcn dürscn. vom 1. Fanuar 1M
an einc Bodenbreite von nnr 1,80m haven nnd dürsen nichl so bcladcn ivcrdcn, das;
lstcgcnständc nbcr dicse Breite hinansstehen. Tie Wagcn dcr Bicrbrancr und Frachl-
nihrleurc, sowic nberhanpt alle Wagen, wclche nichl anf Fedcru rrihen, babcn inncrhalb
dcr Stadt langsain nnd nicht ini Trabc zu sahrcn. An Wagcn, wclchc Brcinnnatcria-
licn in dcr Sradt iiiiihenübrci,. dürfcn Cölockcn nicht bcscstigt wcrdcn, dcr Fnbrmami
imist die lstlockc in dcr Hand tragcn nnd dars nur in geeignclen Bwischcnränmcn läulen.
Fn den Slrasten abgeladenc Brcnnniatcrialicn niüssen icwcils soiort in dic Bänscr ge-
ichaft't wcrdcn. C>)cgcnslände, die bci Bcivcgnug des Wagens einen störcndcn pärrin ver-
iirsachcn könncn u. B. naincntlich inctallenc Platten, Slangen und Stäln müssen de-
hnss Bermcidnng jcdcn Gcränschcr cnlsprechend verpackt und unterlegt werdcn.

^ 3öe. Steinwagcn, welcke geladen deu Klingcntcichweg odcr ^chlostbcrg herab-
ftihren, müssen stets von zwei Männern beglcitet scin, von dencn der cinc bci dcn Pser-
den, dcr anderc an der Bremse sich a,>sznhaltcn hat. Bei Ucbertrctungen werdcn sowohl
die Bcsitzer dcr Steinwagcn, alS die Fnhrer dersclben bcstrast.

8 ftä cl. Gs isl nntersagt, den alten Schlostbcrg mil Droschken oder Fnbriveikeir
zu befahren, sosern nicht cincS dcr anstotzcnden Häuscr sclblt der Ausgangs- odcr Ziel-
punkt der Fahrt ist. TaS rasche Fahren aus der ncuen nnd alten Schloßbergnratze isl
vcrboten.

ftöl'. Tas Fahren durch dic Sandgasse ist nnr in dcr Nichtnng von dcr vaupl-
straste nach der Plöckstrastc, nicht ader umgckchrt gcstaltet.

,8oft Tas Belocipedfahrcn ist in dcr Haupt- nnd Plöckstraste überhanpl und aus
allen (stehwcgen sämtlicher Llrasten nntersagt.

H 80. Tas Ansahrcn znm Theater hat in der Weise zn geschehcn, dast nicb! in dcr
Tlicaterstraste umgewendet wird. Beim Abholcn habcn sich die Wagen obcrhald des
Theatcrs aiisznstellen nnd dürfcn erst danu vorfahren, wenn das Publiknm stch zum
grosten Tcil cntsernt hat, welchen Zeitpiiiikt der dicnstthuende Polizeidiener bcicichnen
wird. Bci Bällen, Konzerten, Bersammlungen n. dgl. haben sich dic F-ahreiidcu bczttg-
lich des An- und AbfahrenS nach dcn von der Polizei getroftcnen besonderen Anord-
iinnge» zn richten.

z? 87. Tie AufsteUuiig von Fnhrwcrkeii auf dcr.vanptstrastc in ihrcr ganzcu Ans-
dchiumg ist verboteii. Um jedoch dcn a» der vanplstraste wohnenden Wirtcn bcim mau-
gelndcn Aanm im Inncrn ihrcr .väuicr dic Möglichkcit der Ausnahmc von Frcmdcu
init F-uhrwerken nicht zn vcrschlicsten, wcrdev folgcndc Plätzc znm AussteUen dcr Wageu
gestattet: die Straste zwftchcn dem lftasthanS znni tftiscrnen Krciiz nnd dcm .zlailsvlatzc,
jcnc zwischen dem Schnpph'chcn .vausc nnd lgarlsplatz nnd die Karlsstraste, wofür zm
Mestzeit der obere Tcil dcr letzkcreu ncbst drr Plankcngasse benutzt werdcn kann: scrmr
die Hftrschstraste, dic verlängerte Ingrinistroße, vom Prinz Fricdrich bis zur Univcrsität,
iiötigcnfaUS anch dic znftschen dcm Mnseum nnd der Univcrsitätsbibliolhek besindliche
Strastc und endlich der LndwigSplatz nächst dcni Halteplatz für die Troschkcn. Tie
Holzfuhren, iiisbesondcre auch die WcUcnsnhren, dnrfen nicht in der Stadt hcriimftibrcn.
sie haben vielmehr ihrc Lstagen anf dem eben bezeichncten Teilc dcs Ludwigsplatzcs ans-
zilstcllen. Den Bcsitzern der zunächst dcr HI. Geistkirche gelcgenen Wirtshänser ftt auch
gcstattct, die bci ihnen cinkehrcnden Fnhrwerke anf dem Platze vor der Pforte dieser
Kirche, gegennbcr dem Ritterwirtshaiis ausznstcllen: dics must jedoch in einer Wcise
gcschehcn, dast das Anfahren der sür die Kirche bcstimmten Chaisen nicht unmöglich
gemacht und überhaupt den Kirchengängern der freie nnd ungehinderte Eingang nicht
benommcn wird. An solchen Wagen m»st die Tcichscl znrilckgelegt odcr abgenomimu
nnd nachts Belenchtimg dnrch Laterncn angebracht tvcrden. Ist die Uebertretnng vor
einem Wirtöhans dnrch cinkchrende Neisende oder fremdc F-uhrlcnte begcmgen worden,
so wird die Strase gegcn den Wirt vorbehaltlich scines Rückgriffs auf den Uebertretcr
erkannt.

88. Jedcrmann, welcher zn irgend einem Ziveck das Slrastcnpflaster anfbrechen
lassen mnst, ist gchalten, 24 Stunden vor Bcginn der Arbeit und nach Beendigung
derselben den Gemeinderat in Kenntnis zu setzen. Der Gemcinderat wird alsdann, nm
eine gleichmäßige und schnelle Herstellung deS aufgerissenen Pflasters zu erreichc»,
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