Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

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Zahren verboten. Eltcrn und Bormnnder sind fiir Uebertrctnnqen dieses Verbots -mch
W Kinder nnt vcrmttwortlich.

L. VieizUos-Ordmm»r.

(Lchlochthons-Ordnnng vergl. obe» II. .X.)

Ortsvoltteilichc Borschrift vom 13. Nov. 1876 mil Grgänznngcii vom 24. 2>ntt 1^77

nnd 1. Oktober 1878.

§ 1. Mcs große nnd klcinc Schlachtvieli, lowic Pserdc, welchc dnrch l> inlici,nl>ci,c
odcr Auswärlige zn Wosscr nnd zu Land znm Berkans in bieiigcr Ltadl cingebracin
werden, müncu i» den bestehendcn Biehhof cingcsiellt lverden. Lie Bc.uilznng 'andcrcr
Stallränmc sür derartigc Ticrc, sowie dcrcn Berkans an andercn Orieli isi nincriagl.
Mes snr hicsigc Metzger, selbst anf vorherige Besiellnng, eingebrachte Lchlachtvicb gilr
als zum Vcrkans cingcbrachr, so langc nicht nachgcwicscn wird, dasi der ttanivrci.r mii
dem Mebgcr schon vor dcm (siinbringen dcm Stiick nach fest vercinbark iit, also namen!-
lich nicht noch oon dcm, sich nach der Schlachtnng crgebenden, (bcivillil oder von dcr
Qualität des sz-lcischcs abhängig gcmacht war.

ß2. Für das Einsiellen des VichcS in dcn Bichhof ans die Taucr von acht Lagcn
l,at der Verkänscr an den Bcständer zu entrichten:

l > sür cinen Ochsen, Strer, einc Knh, cin Nind odcr Pscrd 1>l Psg.

2) sür ein scttcs Schwein.„

3j sür cin Kalb odcr Schaaf.12 .,

4) iür ein mageres Schwein odcr cine Picge ... ü

5) sür cin Spanferkel.3 „

Blcibt dao Bich längcr als acht Tage im Biehhose siehcn, so isi die gleichc (8ebübr
lviederholk zu ciitrichten.

ß3. Bcständcr hat fnr hinlanglichcn Ranm zum Iltttcrbringcn deS cinznsiellendci!
Viches zu sorgcn, die Stallnngcn mit binläiiglicher Stren verscben ni lasien imd sich
jcdcr Gcbührcnübcrfordernng zn enthaltcn.

§ 4. An dcn Sonn- nnd gesctzlichen Feicrtagcn isi dcr Berkans von Bicb im Bicb-
hofc untcrsagi.

8 5. Tas Bich ist im Bicbhof soivohl alo lvährend dee- TraiwvorlcL nnler gcl'o-
rige Aussicht zn sicllcn.

ß 6. Sämlüchco eingcbrachtc Schlachtvich nuisi sich in schlaäiifäbigcni chnsiaiidc
befiiideii. ttranke nnd nicht in schlachtsähigcm Pnsiandc bcsindliclic Licrc, sowic nnrcisc
Kälbcr wcrdcn, soferii dercn Ziiriickiveisnng in die Hcimal nichk sür gebolen erachlet
lvird, sosort der siädtischea Freibank übenviesen. Wisientticlice- (>inbrj»gcn trankcn
Viches mttcrlicgt dcr im ss !>(> des P.-Str.-(tt.-B. angcdrolsicn Sirase an Geld dis zn
lliO Mark oder an Haft bis zn 6 Wochen.

r-7. Uebcrlrelnngen dicser Borschriften ivcrdcii nach Masigabe der tzr? 6v »nd 1 Ü>,
Ziffer6 der isiewerbeordiinng nrit (sieldbiisic bis z» 3<> Btark nnd im Falle des tlnver-
iiiMiiS mit Kaft bis zn acht Tagen bcstraft.

k'. 'vrrlr.mk iwn Gr'lz, Gen urid in drn 'Ztralsrn

(vcrgl. oben I V. 6).

61. D.m 'verdintten Iwn Dienftdniell delr.

Ortspolizeiliche Borschrift v. 2l. März l86si.

§ l. Wcr das (sieivcrbe cincr Mägdcvcrdingeriil bekreiben lvill, bai daoselbc vorlier
bei der Polizeibeborde gemäs; Art. 8 dcs (siew.-(sies. anznineldcii.

8 2. Mägdcverdingcriniicii dürfen nnr solchc weibliche Dicnsiboten belicrbcrgcn,
wclchc

n. die vorgeschricbenen Heimatsnrknnden Iiaben nnd
l». dahier einen Dicnsi snchen.

Ticnsiboien, welchc sich schon 14 Dage diensilo-s bei ciner Btagdeverdingcrin Isicr
anfgchalkcn haben, dürfen nicht länger behcrbergt werden.

8-si, Dic Mägdcverdiiiacrinnen sind dafür veranlworttich, dasi iii ilncm Vaiisc
kenicPiisaiiimciikünftc von Mannspcrsonen mik dcn Beherbcrgten slaltsindeii.

Eic baben darüber zu wnchen, datz letztere znr Naclsizeil »iclsi olmc erlanbten Zweck
das Hans vcrlassen nnd anf dcn Straszen nliihcrzieben. Svllte siäi cnie Beberbergte
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