Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

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57 —

AiiliMii cincr dcsliinmlcii Arl ticrziiftellrii sind, köiuieii dnrri, Bcschlni; dc-> Bnudcsrais
Borschriftcn erlnsscn wcrdcn. Soweit solche nichk erlnsscn sind, dlcidt eo dcn naw dcn
Andesgcscizcn ruslnndigcn Beyörden iiberlnssen, die ersorderliclien Bcskininiiingcn ;n
trcffen.

§120ii. Ltreiligkeilen der scldftstiiiidigcn ('lewerdetrci'dendcn init idrcii Ardciicrn,
dic anf deil Antritt, die svortsctznng oder Anfhednng des Ärdcitsverhallniiscs, nnf die
gegciiseitigcn Oclftnngen ans dciiiselbcn, auf die (5'rteilliilg odcr den Inhalt dcr Ardcits-
bücher odcr Beiignisse sich dczichen, siud, sowcit sür diese Äiigelegeiiheitcn dcsonderc Be-
hördcn bcftchcn, dci diesen znr Entschcidnng zn bringen.

Insowcit solche Behörden nicht defteh'eil, crfolgt die (5'iitschcidiing dnr>1> dic (fte-
meiiidebchörde. Gegen diese (5'litscheidiliig ftcht dic Beriisnng anf dcn ftiechtsiveg diiiiicn
zehn Tagcn oftcn; dic vorlaufige Bollstreckmig Ivird dnrch die Bcrnsnng niöft ansgc-
halteii.

Turch^Trtsftatiit l8 l42» könneii an Stelte dcr gcgcnwärtig Iftersiir dcftiiiiinten
Behördcn Lchicdsgerichte mit der (5'iitscheidiing betrant iverdcn. Dicseiden sind dnrä;
die Gciiicindcbchörden iinter glcichniäsftger Bnftchnng von Ärbeitgcbcrn und Ardeilern
zn bildcn.

H Berhältniffe der Gesellen nnd Gehilfen.

c; 12l. kftcscltcn uiid (ftehilfeii sind verpsiichtet, dcn Biiordiliingcn dcr Ardcitgcdcr
ni Beziehnng ant dic ihnen iibertragcnc» Ardeitcn »nd ans die Iiänslicticn (5inriäft>iiigcn
Z'algc zn Iciftcn; zn häiislichen Arbeitcn sind sie nicht vcrbnnden.

si 122. Das 2trbeitsverhältiiis zwischen den (ftesclleii odcr (ftclftlscn nnd ihrcn
Arbcitgcderii kann, wcnii nicht cin andcres vcradrcdct ist, dnrch eine icdeni Tcile frci-
Itehendc, vierzchn Tage vorher erklärtc Äiiskiiiidigiuig gelöst ivcrden.

8 12,2. Bor 2Iblaiif der vertragsiiiäszigen 'ftftt »nd ohne Aiisfiindigniig köiiiien
chcsellcii nnd (siehilfcii cntlasseii werdcn:

1. wciin sie bci Ahschlnft des Ardeitsvertragcs dcn Ärdcitgcbcr dnrct) Borzeignng
salschcr odcr berfälschter ftlrdeitsbiicher odcr ,ftengiiissc hiiitergaiigcn odcr ihn
iiber das Beftehen eines aiideren, sic gleichzeitig verpsiichlcndeii 2lrhciksverhält-
»isses in eincii Irrtnm vcrsctzt haheii;

2 wcirn sie cines Diebsiahls, einer (5'iitweiidnng. einer llnterschlagiing, cftneS
Bctrnges oder cineS liederlichen ftebeiiswandels sich schnldig inachen;

2. wen» sic dic Arbeit »nbefiigt verlasscn habcn odcr sonst dcn nach dcin ftlrbcits-
vertrage ihnen ohliegcnden Bcrpflichtinigeii nachznkoiiimcn bcharrlich vcr-
tveigern;

1. wciiil sie dcr Bcrwarniing imgeachtcl mit I-cner imd fticht iinvorsichtrg nm-
gchen;

weiin sic sich Thätlichkciten odcr grobe Belcidigiiiigeii gegen den Arbcitgeber
oder seine Bcrtreter oder gegen die Familienangehörigen des ArbcitgcberS odcr
seiiier Bertrelcr zn Schnldcii kommeii lasse»;

weirn sie eiiier vorsätftichen nnd rechtswidrigcn Sachbcschädignng znm Nachicile
dcs Arbcitgcbers odcr cines Mitarbeitcrs sich schnldig macheii;


ntcr No. 1 bis 7 gcdachtcn F-ällcn ist dic (sntlassniig nicht mehr ziilässig,
grnnde licgendcn Thatsachen dem Arbcitgeber längcr als cftnc Wochc

icmer

die gnten Sitten vcrftoßen;

8. wcml sic znr F-ortsctznng dcr Arbeit imsähig ober wit ciner abschreckenden
.ftrankheit bchastet sind.

Fn den mitcr
wcim die zn
bckannt siiid.

Inwiefern in dcn nnter No. 8 gcdaftftcn F-älleit dcm (5ntlasse»cn ciu Ansprnft, anf
(s'Ntschädigimg zustche, ist »ach dem Fnhnlt des Bertragcs nnd nach den allgeinciiren
gesctzlichcii Borschriftcn zu bcnrteilen.

8 124. Bor Ablanf der vertragsmäftigcn Ieit nnd ohne Allfknndiaiing könncn
Olescllen nnd Gehilscn die Arbeit verlassen:

1. ivenn sie z»r Fortsetziiiig der Arbeit nnfähig werden ;

2. wcnn dcr Arbeitgeber oder seine Bertreter sich Thätlichkeilen oder grolie Be-
leidignngett gegen die Arbciter odcr gegen ihrc Familieiiangehörigeii z'n schnldeii
kommen lassen;
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