Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

Seite: 58_Anhang
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3. weiiii dcr Ärbeilqcdcr oder seiiic Vertrelcr odcr ^attiilicnaiupl'örigc dcrscl!»«
dic Arbeilcr oder dercii Fomilieiiaiigcböriclc zu Hattdliiii.icii ocrlciicii odnm
dcii ^mülicnaiigchörigcii der Ardcitcr löaiidliii'.ticil bcqcbcn. ivclchc ividcr dir
«Üesctzc odcr die Mc» Lillcil laiiscii;

t. weim dcr Ibrbeiltv'bcr dc» Islrbeilerii dcn schiilditicii I/olm lücln in der dcr
diiliticiicii Wcise aiiMhlt, bci Slücklobn nichl siir ibrc ausrcichcudc Beschdstir
tluiig sorgl, odcr ivciin cr sich widerrcchllichcr Ucbcrvoncililngcii gcgci, sii
schuldig machl;

ü. weuu bci ^orlsetzimg der z'lrbcit das Lcbcn odcr dic bücsiiiidbcu dcr Ardciitt
ciuer erivcislichen Oiesahr ansgcsctzt sein würdc, wclchc bci «'iiigcbiiiigdcs
Arbcilsvcrlrages iiiclit zn erkciiiicil war.

n» den iiuler i)t0. 2 uiid 3 gedachtcu Fällcu isk der Auslritt aus dcr Arbcil iiichl
mcbr ziilässig, wcuii dic z» gruude liegeudcii Tbatsachcii dem r'lrbeilcr lai'gcr alSeim
Woche bckaiiut siud.

is 12ö». l5iu Arbcilgcber, ivelcher eiiic» Geselleu oder Gclütscu vcrlciici, vor rechi-
mäsüger Bcciidiguug des r'lrbcitsoerbälniisscs die Arbcil zu vcrlasseu. iü dtiii srüliercii
l'lrbcitgebcr sür dcu dadilrchcntücbeudeii Lchadcu als Selbsrschittdiicr miivecbaflci. chi
glcicher Wcisc haslet ciu r'lrbcitgcbcr, wclchcr ciiicn (ttcscllcn oder Gclül'cu auiiiii'.iiii
oder bcbäll, von dcni cr Ivcih, dah derselbe ciuciii aiidcrcu r'lrbcitgcbcr zur r'Irdcit iioch
vcrpslichtct ist.

Ul Lehrttngsverhältniffe.

ß 12tt. Dcr lclcbrberr ist vcrpstichlct, den Lchrliug in dcn bci sciucm Dciricbc M'-
komiueiidcn Arbcilcu dcs Gcwcrbes iu dcr durch dcn rstvctt der r'lusbilduiig gcboltiicii
Neibcnsolgc uud Ausdcbnuug zu uuterweiscn. ts-r must eittwcdcr selbü odcr diuch
ciucu gcciguctcil, ausdrücklich dazu bestiinmrcu Bcrtrckcr die r'lusbildung dcs p'cbrliiigs
Icitc». t>r dars dcui ivcbrliiig die zu iciucr r'lusbilduiig uud zum Bcsuchc bcs rüottcs-
dicustes a» Dointt uud Festtageu crsordcr!icl?c Zeit uiid bttelcgeubeit durch Bcrwciidmiii
zu aiidereu Dieustlcistuugcu niclü cntziclien. 1<r bat deu Leluliiig z»r r'Irbciliaiukcii
uud zu gvtcn Silten anzilbalteii u»d vor Aiisschiveifiiilgcii zu bewabre».

127. Dcr ücbrliug ist der bätcrlicheii ,'sticht dcs 2ebrbcrrn uiiterivoricn. Dcm-
jcuigcu gcgcuüber, lvetchcr an Dtelle dcS !2ebrberru sciuc Äusbildung z» lciicu liai, isl
cr zur ^olgsamkeit vcrpslichtet.

8 12». Das Lebrverhältiüs lauu, wcuu ciuc tüugere szrist uicht vcrciubari i",
lva.ircud der ersteu vier Wochcu uach Bcgiuu der Lehrzeit durch eiiiseitigcu ch'uttnitl
aufgetöst wcrdc». (iiue Bercinbaruug, wouach dicse Probezcit mebr als drci Wonatc
bctragen soll, ist uichlig.

istach ir'lblauf der Probezeit kaun dcr Lebrliug vor Bccndiguug dcr vcrabicdclcn
Lcbrzeit cntlasseu lverdcu, wcuu eiucr dcr im 123 vorgesebeueu sz-älle aus i!u> -!>»
weudiiug siudet.

Boil sciten dcs Lcbrliiigs kaim das Lcbrvcrbattttis nact> Äblaus dcr Prvbczcii auf-
gclöst werden:

1. Ivenn ciner dcr i» ts 124 uuter ch'r. 1, 3 bis 3 vvrgesebcneu szälle vorlicgi i

2. lveuii der Lehrberr seiueu gescplicheu Berpstichtuugeu gcgcn dcu Lcuriing m
eiuer dic Gcsuudbcit, die Sitilichkcit odcr die Busbildittig des Lebrlings
gefährdcudeu Wcisc vcrttachlässigt, odcr das Necht dcr väterlichcil ,ü»cht mili-
brancht, oder znr (srsüllttng dcr ihm vcrtragsmäsüg obliegcndett Berpslich-
tnttgeii ttttsähig wird.

Der Lchrvcrtrag wird durch den Tod des Lchrliiigs aiifgehobeii. Dnrch den Tod
dcs Lehrherrn gilt der Lehrvertrag als aiisgehobcn, sofern die Aushcbttiig ittiicrbalb
rücr Wochcn geltend gemacht wird.

^ 123. Bci Beettdichittg des Lehrvcrhältuisses hat dcr Lehrherr dem Lehrliiig n»!cr
z'liigabc des Gewerbcs, m lvclchem dcr Lehrling imteriviescu wordcn ist, übcr dic Dauer
der Lehrzeit imd die währeud derselbcn crworbctteu Mimt'.iisse nud ^ertigkeiteii, souüc
übcr sein Betragc» cin Zeiignis attsziistellett, wclchcs von der Gcmcindehörde kostcu-
imd stcmpclfrci zn beglaiilügcn ist.

An Stelle diescr Zcngnisse köimcn, wo Zlmuiigeii oder andere Bertretimgeii der
Gewcrbetreibettdcii bestehe», die von diesen ansgestellteii Lchrbriefc treken.

^ 130. Bcrlätzt der Lehrling in eittem durch dies C4esetz iiicht vorgeseheneii Falle
ohne Zttstittmmilg des Lehrhcrrn die Lchrc, so kaim lctzterer dcn Ailsprnch anf Rückkchr
des Lehrltiigs mrr gcltcnd nlachen, lvenn der Lehrvertrag schriftlich geschlossen ist. Tic
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