Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

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Gewcrbcfchule ausgcwiesett, Lezw. der Hürtbilduiigsschulc übcrwiesett werden, wcim Ui
im Lanfe ihres Lchttlbcsnches hcrausslellt, das; sic die crsorderliclicu Vorkeinttnisse nich,
bcsitzen.

ts 4. Lülchen Arbeiteru, welchc nicht iu eiiicm Geiverbcbciriebe iintt, ^ 2 beschas-
tigt. aber aur der Bolksschnle entlassen sind und das 1>4. Lebensjalir iiow nicht errcich,
habcn, sowie allen sortbildiingsschiilpftichligen Schülcrii stehr, soscrn diese Arbcitcr
bezw. Schülcr die znm Besuchc der Gcwerbeschnlc ersorderlicheii, durch cinc Prusuiig
nachznwejseiidcn Borkenntnisse bcsitzcn, dcr Eintrittt in dic Gewerbcschitte beim Begüu,
cincs Semestcrs srei. Sie haben dcn Ltinidenplan dcr Bustall püukilich zu beachtcii.

Der 2lnstri1t vor BoUeiidung dcs jcweiligen Iahrcsknrscs ift uicht genattei.

tz 5. Solangc ein Arbeiler die Gcwerbeschnlc besucht. ift cr vom Besuche des gc-
seiftichen Fortbildiiiigsuittcrrichts cntbuiideli.

ss 6. In aiitzcrordentlichctt F-äUen kaiin der Geiverbeschnlrc.t aitt ein gitt bcgiiin-
dctes schristliches Gesnch vom Besnche der Gewcrbeschtilc oder ciiizelncr Fattier dcrsclbcii
dispciisieren.

k? 7. Blle Schülcr dcr Gcwcrbcschnlc habcn dic durä> den (ttewcrbeschuliat auf-
ziiftcUcndc Schnlordniing pünktlich zn bcobachtcn.

iz Icdcr Schülcr hott n'ir jedcs Iahr des Besnclis dcr Geivcrbeichule 7 Mml
Schiilgcld z.i bczahlcu.

DaS Schulgeld wird in Halbjahresraten jeweils am Äusaiig des ^emeners odci
im FaUc des (s'intritts in die Säiiile währcnd des Leinefters sosorl beiin ttiittritt M
borans erhoben.

ss 0. Fst ciii Schüler dürslig n»d würdig, so kanii ihm der Geiverbe'chulrat ans
eittsprcchcttden IftachweiS das Sciinlgcld nachlassc». Gbcnso werdcn ihi» criorderlichen-
salls dic iiötigen Schnlmitte! anS der kkassc dcr Bnstalt oder ciner Slistiing angeschasft.

rs 10. Die Brbeitgcber und >2chrmei'ftcr sind vcrpslichtet, ihren in die Äiistal,
ivciin aiichsfreiivillig — eingetrctencn Brbeitcrn den Bcsuch der Schnle nach Maß-
gabe dieies Statuts zn gcftattcn nnd ihiieii die hiczn nötige Zcit zn gewäbrcn.

rs 11. ,'snftftderhandliiiigctt gegcu das Statnt scitens dcr Brbcitgcber oder der
Gewcrbeschülcr ivcrden, sowcit nicht gegen!tzc!ztcre anf Grimd der laiidesberilichcn Bcr-
ordmnig vom 16. Fuli 1860 disciplinär cingcschritten wird, nach Matzgabe dcr bc-
ftehendeil Gesehesbcstimmnngen iir 147^ G.-L. 71a P.-St.-G.-B.j gcahudcl.

TicscS Statnt trat mit Oftern 18^6 in .ftraft. Der dnrcli dasselbe eingefiilmc
Zwang znm Besuchc der Gewerbcschulc erstreckt sich jcdoch blos anf diejenigen jmigcii
!ttcnte, welche an Dstcrn d. F. odcr in der Folge ans der Bolksschnle ciillanen wcrdcu,
nnd nicht ans dicjeiiigen, welchc bereits in den letztcn Fabrcit ans dcr Bolls'ebulc cut-
lassen wurden, znr Zcit aber das Ift. Itzebcnsjahr noch nicht crrcicht haben.

Nns)lllr aus drill die Nr.lNllenvrrNchcrllllg der Nrl'ritrr brtr.

vom 10. Inril 18>öj.

^ Verficherungszwang.

8 1. Pcrioiicn, ivelchc gegen Gelmlt odcr Lohn hcichäftigt sind:

1> In Berawerkcn, SaUncn, B.ushcreirnngsanstaltett, Brüchen mio Grlttmi,
in Fabrikcn nnd Hüttcmverken, beim Gisenbahn- mid Binneiidaiupsschiss-
fahrtsbctriebe, ans Wcrftcn nnd bei Baitten,

2> im Handwcrk nnd in sonftigcn stehcnden Gcwerhehctriehen,

0) jin Betricben, in dencn Dampfkessel odcr dnrch elemcntare .ftrasi i Wiud,
Wasser, Tampf,'Gas, heitze Luft rc.) dcwegte Driebwerke znr Bcnveirduiig
kommen, sofern diesc Berwendnng nicht ausschließtich in vorübergehendci
Bemltzung einer nicht zur Bctricbsaulage gchörcnden Zirastmaschinc hcstcht,
siud mit Bnsnahme der in 2 miter Ziff. 2-6 lans Handlmigsgchilfeii »nd
Lchrlinge/ Gehilfen mid Lchrlinge in Apothekcn-, auf Perso»en, welchc vo»
ttjewerbetreibendcn antzerhalb ihrcr Bctriebsstättcn heichäfligt wcrdcin
anf selbstftändige Gewcrbelreivende, welche in eigeiicn Betriebsstätten im
Bnftrage nnd für Nechnung anderer Gewcrbctreibcnder mit dcr .vcrstellmft
oder Bearbeittmg gewcrblicher Grzengnissc beschäftigt werdcn (Hansindnstric)
nnd anf die inlder Land- nnd Forsttvirtschaft befchäftigten Arbeitcri a»f(p
führten Personen, sofern nicht die Bcschäftignng ihrer Natur nach ci»e vor
übergchendc oder durch deu Arbeitsvertrag im voraus auf cinen BeitraM
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