Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

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Vorstand der III. Kasse: ! Schriftführer: D. Fehrenbacher, Lithogrch

n. VorsiLeilder: V. Mechler, Bilchdrilckcr Kassen- ttnd Nechimngsfiüner: L. Psisterer
Kassenärzte: Dr. Seitz, akadem. Kranlenhaus, Sprechstnnde: von '/ü l -12 Wr
ttzeier, lint.Neckarstr. 60, Sprechstnnde: nachniittags von 2—6 IIl,r. Dr. Dchncider
Kräincrgasse 24, ^prcchstunde: vormittags von 6—9 I1l,r.
tKelderheber: Degenhart, Messiuger und Vogt.

tKemeinsame Meldestelle im Sinne des 76 des Krankenkassengeseves rnr .jcit städt.
Marstallgebände III. Stock.

ir «esetz, betreffend die Recht-verhältniffe der Dienftboten

voin 6. F-cbrnar 1666.

«Bestilliiliiiiigcn bczüglich dcs Otewerbec' der Mägdcverdingcriniien vcrglcia,c VI. ti)

tz 1. Tcr Bertraa ^vischen dein Dicilsiboten uud der Dieiislhcrichiiasl, wodnrch
der eine Teil zur Leistmig bäuSÜchcr oder landwirtscliafilicher Dienstc wälneiid eines
lüilgcren Zeitranms, der andere Deil zur .'salilniig eines beslimuiteii Lolinc-?, ioivic mr
Lcisning eines angcmcssenen Unterhalts siel» verpflichtet, ift verbindlich abgesäiloiscii, so-
bald über dic Nrt dcr zu übernelnnciidcn Ticnskc im allgcineincn nnd über den Betrag
des Dienstlolnis tVjnignng erfolgt ist. Fiisofern der Fnhalt dcs abgesäilosseucii Vcr-
trages nicht abweichcnde Bestimiiinngcii fcftsetzt, richten sich die Neäite nnd Beibindlich
keiten der Vertragspersoncn nach dcn solgeiide» Borschriften.

^ 2. Die ü'jiihcmdigring nnd Nnnalnnc cines Haftgeldes gilt al<' cin Bcwci-? dcs
abgeschlossenen Vertragcs. Oiuseitigc Znrückgabe odcr lleberlassnug dc>' .vaslgclde-? löft
den Vcrtrag nicht anf. Das den Dicnstbotcn ctwa gegebcnc .vmstgcld U'ird aus dc»
Lohn abgerechnet.

t; .6. F-ür dic zn häiislicheu Diensten gcniicteten Dicnstbotcn bcginnt dic Dicnftw'il
am 2. Weihnachstag, 2. Ostertag, IohaimiStag, Miäiaclistag und dancrt bi-> zn dcm
jeweils nächstsolgeudc» diescr Tage. Bei der Miete zu Dicnstleiftnngcn in dci Land-
wirtschaft gilt der Vcrtrag sür ein Fahr abgcschlosscn imd begiimt am 2. Wcilniaän ftag.
Dasselbe gilt bei dc» Dieustboten, ivelchc sowohl zn laiidwirtftt>aftlicl,eii al-> zn liäus-
lichen Diensteii gcmietet wcrden. Bci dcm lftedinge moiiatlictier Vahtimg gili dci Vcr
trag cmf dic Dauer cincs Monats gcschlossen.

^ 4. Dcr Vertrag. welchcr 1>ci dcn ans ein Fahr geiiiietetcii Ticnsihole» »iän icchs
Wochen, bei dcn aus cin Vicrtcljahr gcmicteteii uicht vier Wocheu oder bei monal-m'eisc
gemictetcn Dienstbotcn nichl vierzehn Tage vor Nl'laiif der Dieustzeit gekündigt wnd,
ist als sür dic gesetzlich imtcrstcllte Daucr der Diciistzeit ftillschweigciid criientc! auz»
sehen.

0. Die Vorschriftcu der tzsz 6 imd 4 smdcn keine Nnwendnng, tveim abwciäicndc
Bestiummngen durch Ortsgebrauch hergebracht siud imd dcsscn Brftehen din.b cincu
Bcschlub dcs Genicindcrats fcftgestclit nnd offcntlich bekaimt gcniacht wnrde.

zj t',. Tienstboten habcn sich allcn, ihrcn zi.rästen imd dcm Fnhalie dc-ö Ticnsi
bertrages cntsprechenden Verrichtimgei! »ach Anordnimg der Diciistherrschast zu nnter-
ziehen nnd sich der Ordmmg des Hanses zn iintcrwcrscn. Die Dicnsthoteu smd niäft
herechtigt, sich m den ihncii ansgetragcncn Verrichtnngen vertreten zn lasscn. <5ie nins-
sen, selbst wcim sie imr zn gewisscil Tienfteii angeiiommen sind, nötigcnfails nnd vor-
übergehend anch anderweite, ihren Verhältnissen nicht imailgcmcsseiie Verriäftiingeii
nach Nnordmmg der Dieiistlierrsck'aft übeiiiehmcn. F-i'ir Sckiadcn, ivelckwn dcr Tienft-
botc der Hcrrschaft zngefügk, bat er »ach Maffgabc der allgcmcineii laiidrcckftlickiei! Bc
stimmimgen übcr Schadenerscwpflicht (5,-ftitz leisteii.

7. Die Dicnstherrschaft ift verpftichtct znr Leistimg des Lohneö mid Uiiteibalw
des Dienstboten in Kost imd Wohmmg, wie solchc für Dienstboteii der glcichen ftlil üb-
lich sind. — Die Ansbezahlung des Lobnes crfolgt am ^nde der Dicnstzcii. 26ird
uach Ablauf der Dienstzcit der Vertrag fortgcsetrt, so darf dic Vablmig der Hälsie des
verfallenen Lohncs mi> vier Wvchen verschoben werden. Das ans die Daner eiiies
Iahres gemietete (Kesindc kaim verlangen, daff ihm nach vier Nkoiiatcii der Diensneit
e'm Viertel, nach acht Monatcn ein weiteres Vicrtel des FahreSlohnes anSvezalftt
tverde.
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