Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1889 — Heidelberg, 1889

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a. den Namen und Wohnort des Abscnders und dcs Führcrs;

b. dcn Namen nnd die Wohnnnq des Empfängcrs;

e. das Gcsanitgcwicht dcr Scndnng und dic pjahl dcr Säckc;

<1. Tag und Stnndc der Ginfuhr.

Der Erhcbcr kontrolicrt diesc Angabcn nnd stellt über dicselben cinen Scliciu iMehl-
cinsuhrschein) aus, nnt welchcm sich der Füyrer sofort ans die städtischc Mchlstcuerkanz-
kei zn begeben hat, wo nach wiedcrholtcr Kontrolc über die Menge dcs Nlebls dic Per-
brauchssteiicr gegcn Quittung zn cntrichteu ist.

25. Wird lNebl vermittels der Eiscnbahn cingcführt, so hat dcr olübrer bci
dem Erheber dcr dem Bahuhos zunächst gelegencu Eingangöslclle die Scndung samt dem
dazu gehörigen Frachtbries vorzuwciscn. Der Erheber ocrsicht dcn Frachtbrics uiit dem
Datumstempel und stellt cinen Schein mit dcn in rs 24 bezcichueten 2lugabca aus.
Der Vcrbranchsstcucrpflichtigc hat spätcstenS am nächstcn, dcr Einfnhr solgcndcu Wcrk-
tagc die Vcrbrnuchssteiier nntcr Vorweisung dcs FrachtbricsS nnd dcs Schciucs aus dcr
städtischcn Mchlstenerkanzlei zu eiitrichten.

8 26. Der Stadtrat kann zn Gunsten solchcr Gcschästslentc, welchc rcgclmäsng
Mchl bczichcn, auf dcren Ansiichen in widcrrnslicherWcise dic Anordunug rrcffcu, das;
von der sofortigen Bahluug dcr Mehlverbrauchssreucr Umgang genonnucn n»d diese
periodisch durch einen Bedienstctcn bcim Empsänger crhoben wird.

ß 27. Bci der Bcrechnung der BcrbrauchSstcuer von Mehl wird augcnommeu,
daß die Säcke zwei Prozent des Bruttogcwichts ausmachcn.

8 28. Wird versteucrtes Mchl zu Brot vcrarbcitet, und lctztcrcs bandelsmähig
ausgesührt, so crsolgt die Rückvcrgütung dcr Berbrauchsstcncr mit 45 Pfenuig pro 56
Kilo Brot.

8 20. Tie Bersteuerung dcs in dem Smierbczirk gemahlenen nnd dasclbff zum
Verbranch kommenden Mehls sindet nach bcsonderer Uebcreinkunft mit dem Ntühlen-
besitzer statt. Das Gebict dcr Mühle ist als außerhalb dcs städtiichen Berbraiichsffcncr-
bezirks licgend anzuschen.

o. Schlachtvich.

8 30. Die Bcrbrauchsstcuer von groffcm Schlachtvich ist im Angcubliclc dcr
Schlachtuug fällig. Sic wird auf Grund allwöchcntlich zu fcrtigcnder Berzeicljiiiffe dcs
Schlachthausaufsehers durch die Stadtkassc bci den Schlächtern erhobcn.

Bon der Verbranchsstcncr befrcit ist:

1. Schlachtvieh, das wegen einer nutzcrlich erkcunbaren Bcschädigung odcr ivcgcu
Erkrankung geschlachtet werden mntz, sofcrn dcr Eigentümcr kein Metzgcr ist.

2. Schlachtvieh, das auf Ariordttnng der Polizcibehördc geschlachtet, odcr dcsscn
Fleisch bei oder alsbald nach der Schlachtung vou dcr Polizeibehördc für ungcuictzbar
erkannt wird.

Dic bcreits bczahlte BerbrauchsNeucr von solchem Schlachtvich ivird zurück-
erstattct.

8 32. Als Riudvieh crster Schwere gilt jedcs Stück im Schlachtgewiclii vou
250 uud mchr, ansschlictzlich der Kühc uiid Farrcn; als Riudvich zwcitcr ^cbwcrc
jedeS Stück von 200 bis 250kb cinschlietzlich der schwcrercn Kübe uud Farrcu; als
Rindvich dritter Schwerc jcdes Stück von weniger als200liL niit Ausiiahnic dcr
Kälber.

Den Kühen werden dic Kalbinncn, d. h. dic znm crften Male trächtigen Riudcr,
gleich gerechnet. Als Ferkel gilt jedes Schwciu unter 8 Kilo.

Kopf, Fütze, Eingewcidc, Unschlitt und .sdaut blciben bcr der Bestiinmuug dcs
Schlachtgewichts autzer Betracht; hinsichtlich der übrigeu Tiergattuugcu siiidcl ein
solckicr Abzug nicht ftatt.

8 33. Wenn infolgc von Mciuunasverschiedenhciten zwischcn dcm Stcucrpflichtchcn
und dem Aiifsichtspcrsonal über das Gewicht eines Ticrcs desscn Abwäguug crforderliäi
wird nnd zu Ungnnsten des Ltcuerpflichtigen ausfällt, so hat dicser eine Waaggebühr
zu bezahlen, welche der Stadtrat im voraus festsetzt. Dicsc Waaggebühr dars uicht
über 40 Pfg. betrageu.

e- Fleisch.

8 34. Die bci handelsmäßiger Ansfuhr von Flcischwarcn aller Art zn lcistciidc
Rückvergütung dcr Verbranchsstcuer beträat 1 Pfg. pro Kilogramm, gleichgiltig, ob dic
Steucr bci der Einfuhr von lebendem Vieh oder von Fleisch bezahlt worden ist.
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