Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1890 — Heidelberg, 1890

Seite: Anhang_005
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§ 4. Die Erncnmmg drs Süchverständigcn und scines ctrvaigen Stcllvertreters,
sowic dic Bestimmung dcr Gebnhr, welche er für die Untersuchnng nnd die Aus-
stellnng dcs Zcugnisscs zu verlangen hat, geschieht dnrch das Bczirk'samt.

§5. Das Bezirksamt kann, sobald die Gefahr cincs Embrnches vorlicgt,
jcderzcit das Betreten der Eisfläche und die Erlassnng von Einladniigen hiezn
mitcrsagcn.

tz 6. Wer, nachdem das in §5 erwahntc Verbot bekannt geinacht ist, die Eisffäche
noch ferner betritt, wird an Geld bis zn 10 Mark bestraft. (§ 100 P.-Str.-G.-B.)

Alle fonstigen Uebertrctungen dicser Vorschrift wcrden mit Gcldstrafe bis zu
50 Mark geahndet. (§ 168 Ziffer 2 P.-Str.-G-B.)

Drn Vrrkehr nrik Nachrn auf drm Ncchar drkr.

Ortspolizeilichc Borschrift vom 24. September 1880.

Wer sich damit befaffen wik, Pcrsonen anf dem Neckar in Nachen zn bcsör-
dern oder überznsetzcn, mns; mindcstens 15 Jahre alt sein.

Eltern und Bormündcr sind für Zuwiderhandlungcn gcgen diese Borschrift
seitens ihrcr Kindcr und Pflcgebcfohlcnen vcrantwortlich.

L. Das Pferdeschwvmmeu im NrMar detr.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 26. Jnli 1883. (§ 108 Ziffcr 5 dcS P.-Str.-G.-B.)

§ 1. Das Schwemmen der Pferde im Neckar darf nnr stattfindcn:

1. an dcr Schachtcl bei der ehemaligen Nenenheimer Fähre iu der Ber-
längernng ocr Fahrtgassc,

2. an dcr Schachtcl hinter dcm Schlachthanse.

An bcidcu Stellen durfcn die Pfcrde nicht weiter in den Ncckar aetricbeu oder
gesührt wcrdcn, als bis das Wasser die halbc Höhe des Bauchcs erreicht.

H 2. ZuwiderhandlMgcn gegcn dicse Borschrift wcrden mit Geldstrafe bis zu
50 Mark bestraft.

II. Gksundhritspolizei.

(Gesundhcitspslizeiltche Vorschriftett bcfinden sich auch iu der unter dcr Nnbrik IV.
— Straßenpolizei — aufgcführten ortspolizeilichen Vorschrift vom 22. Tezbr. 1865.)

L. Schlachtstaus-Or-nnng.

(Bestimmuugcn bezüglich dcs Vichhofes vergleichc nnter Nr. VI. Gcwerbepolizci.)
Ortspolizcilichc Vorschrift vom 18. Augnst 1879. (ß 95 des P.-Str.-G.-B>)

Z1. Alles grsße Schlachtvieh (Ochsen, Farren, Kühe, Rinder) mnß im Schlacht-
hans gcschlachtet wcrden.

8 2. Einc Ansmhme findet nnr statt, wcnn das Schlachthans ans irgend cinem
Grimdc, z. B. wcgen hohen Waffcrstandes, nicht bcnutzt werdcu kann.

In diesem Falle ist jede beabsichtigte Schlachtnng dcr Pvlizeibchörde rmd dem
Flcischbcschauer rechtzeitig auznzeigen.

Die acwöhnlichc Schlachtzert ist auf vvrmittaas 9 bis abcndd 6 llbr festgcsetzt.

Wer zu emer andern Tagcszeit schlachten will, hat znvor dem Flcischbcschaner
Anzeigc zu machen.

Bon abcnds 9 Uhr bis momens 4 Uhr soll, Notsällc ansgenommen, nicht ge-
schlachtet wcrdcn und mnß das Schlachthaus geschlosscn bleiben.

8 4. Das Schlachten an Sonn- und gesctzlichen Feicrtagen kann nnr in den
Sommermonaten (Mai bis cinschUcßlich Oktober) und m ganz dringendcii Fälleu,
abcr nie während des Vor- odcr Nachmittagsgottesdicnstcs, sondern nur von 11
bis 1 Uhr mittags vom Bczirksamt gestattct werden. Anßcrdcm ist die beabsichtigte
Schlachtung jcweils dem Fleischbcschaner anzuzeigcn.

, Fcsttage im Sinnc dicscr Vorschrift sind dic den beidcn Konfcsfioncn gemeinsamen
Feicrtage: Neujahr, Ostermontag, Christi Himmelfahrtstag, Psiligstmontag, Ehristtng
uud Stephanstag, ferner dcr Griiudomierstag, Gharfrcitng uud Frouleichsunmstag.
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