Adreßbuch der Stadt Heidelberg für das Jahr 1890 — Heidelberg, 1890

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den SkMranschlag ftftgc-stellleii Wcrt diescr Gebmrdc. (Anmdmnisi vom 21. §a-
,mar 1879.)

Q. Die Ueinhallnng drr Schl.mnns.mnnler Netr.

OMPülizcrlichc Vorschrift voin 2. Lcpteiudcr 1^76.

§ 1. Das Adlasicrn von Straftciikchrjcht, lliirat, Ltanb. Lsiinit mid Abfällcii
fckc?Art iii die städtischcn Kanaleinläiise und Schlaiiimsaiimilcr ist mikcrsasil.

§ 2. Ucbcrtrctmigcii wcrden an Gcld bis zu 90 Mart odcr inil Haft'bis zn
14 Tasicn bestraft.

III. Fruer- nnd Banpolizei.

RenerlÜschnrdnnng. Vom !». März 1882.

§ 1. Wcr dcn Ausbruch cines Fencrs oder AiiAeichcn cincs iolchcn wabriiimmt,
hat — sofcrn nicht dcr in ß 2 vorsiesclicne ss-all vorlicgt —, soglcicli Fciierlärin zu
machcn; dic Bcwohncr des Hanscs, in wclchem Fener ainrsiebrocheii, sind hierzil,
bcj Vcrmciden strcnsicr Bestrafnng, besonderS verpflichlet.

ß L Wcnn in einem Kainin Fcncr eiitstandeii, so ist kcin Fcncrlärm zn maäien i
eS haben ftdoch die Belvöhncr dcs bctrcffciiden Hauscs imvcrziisiliä; dcn .ciammfesicr
hekbchnrnftii imd dcr Polizcibchörde von dcm Brandfalle Anzcisic zu crstaklcn.

§3. Sobald Fcncrlärm cntstcht. habeu die Glöckucr an dcr Hcilisisieisttirchc
nch m dcr Providcnzkirche mit dein Stilrmlänleii zn bcsiiimeii imd dassclbe so
lMge forlziisetzeir, bis ihnen scitcttS dcr Potizcibcliördc dcr Bcsebl zmu O'iiistcllctt
zngeht. Dcr Timnwächter att der Heilisisieistkirche hat »ach der Lciie hiu, wo ber
Bwud ist, bcr Tasie cine Fahue. bei Nacht eiuc 2aler»c aimzustcckcli.

§4. Bci Ansbrnch eincs Brandcs z»r Nactilzcil ist dic Diccttiou dcs städii-
schen GaswcrkS verpflichtct, alsbald die Stadt delciiäitc» zu laisc» imd ri»e» täch-
Wn Wcrksührcr mit cincm Gchiiftn, mit den »ötigcn Gerätcn verfthc», zm Brand-
sMe zu schickcn.

ß 5. Auf dcn crsten Fencrlärm hat dic Polizeimaimscbast sositcich de» Grofth.
AMMorstand, dcn Ncspizientcn drs Bczirksamts, den Oberbiirsicrmeistcr, dic bcidcn
KSMMÄttdiMtcn der frciwillisien Fencrwehr, den Sladkbaiimcister imd die >tascrnen-
wsichc zu bcuachrichtisien.

ß st. Bis znm Gintreffcn dcr freiwilligen Fenerwehr, wtlche bet aUen Brand-
Wlm zunächst dle LSsch« und ReltungSmannschaften stettt, bab n die

HLUzbcwohncr mit dcn zil ihrcr Hilfc hcrbeicilcndcn Pcrsoiic» alico anfzmvcnde»,
llM das Fcucr zu löfcheu odcr dcssen AriSbreituiisi zu verhindcr».

K 7. Die Anordnmig nnd Leltnng dcr Löschinaftregeln ftcln dem Grosch. Amts-
vorstandc, bczw. seinem Stcllvertreter zn, welchcm hicrbci dcr Dbcrbnrgcrmcister,
der Stadtbamneistcr, sowie der Kommandant dcr frciwilligen Fenerwchr heratcnd
Nir Kcite strhen. Dic Befehlc znr Aiisführmig der speziellen Anorduiingcil crlcilt
drr Kommandant der frcftvilligen Fcnerwchr.

ß 8. Dein Grofth. AmtSvorstande, heziv. dessen Stellvertrctcr stcht dre Bcfng-
nis zu, im Notfasse nicht znr frciwilligcn Feiicrwchr gehorigc, arhcitsfähige Ein-
wohncr znr Hilftjristung beiznzichen; letztcrc sind dci Strasvcrmcidcn verpflichtct,
-en Auordmmaen der »m vorigcil Paragraphcn hezeichiictcii Personcii Folge zn
lristcn. In glctcher Weise sind dic Besitzer von Privalfeilerspritzett gehaitcn, >olchc
auf Vcrlangen zur Vcrfuamig zn stellc». Bei strenger Kälte iiltd dic Bclvohncr der
benachbartcn Häuftr znr Bcre>tstcllnng.mld Abgabc von warmcm Wasser vcrpflichtet.

ß d. Wcmt anSwartigc Hilfe eintrifft, so hat sich dieseihe unter die Leilmig
Wd Bcfthlc dcr in A 7 genmmtrn Personcil zn stcllcn mid darf olme deren desmi-
drrr Ansfordernng mcht in Thätigkcit treten.

A 10. Mühige Zuschaner stnd von der Brandstättc fortzmveiieii. Gller», Vor-
MMMr imd Erzichcr stnd verpflichtet, ihre jngendlichen Angehöngen währcnd dcs
«randes zn Hause zu behalteu.

ß 11. Aufter den Bcwohnern dcs Hanses n»d den im A 7 bezeichneteim Per--
WM haben nur Feuerwehrmämicr Zutritt in das bremlendc Hans, beziv in die
Mckjbarhäuser, vou welcheu aus gclöscht wcrdcn oder das Retten von E^ahrniffen
stattstnden kanu. — Wer währcud des Brandes Gegcnsläiide an cincn andern Ort
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